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"Vincent"

Sarah Connor über ihr Lied: "...und dann gibt's plötzlich Ressentiments"

Der Popstar hofft, dass ihr neuer Song "Vincent" eine Diskussion über die Akzeptanz von Minderheiten anstoßen könne.


Sarah Connor erklärt im Interview, dass eigentlich jeder verstehen könne, dass es in ihrem von Radiostationen als Schmuddellied gebrandmarkten Song nur um Liebe gehe (Bild: Screenshot RTL)

Popsängerin Sarah Connor hat verständnislos auf die Ablehnung ihres Coming-out-Songs "Vincent" bei einigen Rundfunksendern reagiert. In einem RTL-Interview sagte die Musikerin: "Wir tun ja immer so, als wäre es überall, als wäre es völlig in Ordnung, und dann bringt es ein Song auf den Punkt, und dann gibt's plötzlich Ressentiments", so die 38-Jährige am Dienstagnachmittag in Wien. Das Lied "Vincent" handelt von Verwirrung und Schmerz in der Liebe – unter anderem bei einem Jungen, der erkennt, dass er schwul ist.

Konkret stören sich manche private Rundfunksender an dem Satz "Vincent kriegt kein' hoch, wenn er an Mädchen denkt". Das Lied, das von Ex-Rosenstolz-Mitglied Peter Plate mitverfasst wurde, wird teilweise nur gekürzt im Radio gespielt; als Grund wird die erste Textzeile des Songs angeführt. So strahlte etwa Antenne Bayern "Vincent" ohne den ersten Satz aus – angeblich unter anderem aus Gründen des Jugendschutzes. Manche verbannten den Song sogar ganz aus dem Programm (queer.de berichtete).

Connor sieht in ihrem Song einen Gesprächsanstoß: "Ich finde, man sollte es als Chance ergreifen, darüber zu sprechen." Zum Hintergrund erklärte sie erneut, dass es in ihrem Bekanntenkreis einen Jungen gebe, einen Freund ihrer Kinder, der sich im vergangenen Jahr geoutet habe. Bereits bei der Veröffentlichung des Liedes vergangenen Monat hatte sie erzählt, dass sie einen "bestärkenden Song" für den Jugendlichen schreiben wollte (queer.de berichtete).

Direktlink | Die "Lyric Version" von "Vincent", die allein auf Youtube bereits über drei Millionen Mal abgerufen wurde

Sie habe damit gerechnet, dass die erste Zeile des Liedes "verblüfft, überrascht, empört". Den Song habe sie zuerst ihrer Plattenfirma und ihren Kindern vorgespielt. "Ehrlich gesagt gab es niemanden, der nicht am Ende des Songs verstanden hat, dass es um Liebe geht", so die Sängerin.

Auch in Online-Netzwerken regt sich Unmut über die "Zensur" des Songs. Manche Nutzer beklagten sich etwa, dass bei heterosexueller Thematik weniger auf den "Jugendschutz" geachtet werde. So schrieb eine Person: "Dann sollte übrigens auch '17 Jahr, blondes Haar' von Udo Jürgens boykottiert werden. Weiß nicht ob 'ne Liebschaft mit einer Minderjährigen mehr Akzeptanz in der Gesellschaft finden sollte." Ein anderer Nutzer ergänzte: "Liebe Radiosender: es ist wirklich sehr anständig, dass ihr den Song 'Vincent' nur in zensierter Fassung bringt. Spielt lieber noch mal 'Hit Me Baby One More Time'". (dpa/dk)



#1 LotiAnonym
  • 05.06.2019, 10:26h
  • Meinen Respekt hat Frau Connor. Obwohl ich nie ihre Musik gehört habe, ändere ich das jetzt. Apropos Udo Jürgens. Er war tatsächlich ein Schürzenjäger was jüngere Frauen betrifft.
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#2 PetterAnonym
  • 05.06.2019, 10:38h
  • Da kann ich ihr nur zustimmen. In solchen Fällen zeigt sich dann immer, dass die angeblich so weit fortgeschrittene Akzeptanz doch nicht so weit ist und dass es noch viel zu tun gibt.

    Umso mehr danke ich Sarah Connor, dass sie sich für eine moderne Gesellschaft einsetzt und sich keine Sprechverbote (bzw. Singverbote) auferlegen lässt. Freiheitsrechte müssen (leider) auch immer wieder neu verteidigt werden.
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#3 LollipopAnonym
  • 05.06.2019, 10:51h
  • Dass der Song überhaupt als kontrovers empfunden wird, ist eine Schande für unsere Gesellschaft.

    Gefühlt nimmt seit ein paar Jahren die Verklemmtheit, was Sexualität angeht, wieder merklich zu (selbst unter lgbt*). Dabei ist Sexualität etwas Schönes.

    Und wenn Eltern vor ihren Kindern wegen der ersten Zeile des Liedes in Erklärungsnot kommen, sehen ich die Defizite vor allem bei den Eltern.

    Gut, dass die öffentlich rechtlichen Radiosender etwas mutiger sind.
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#4 PetterAnonym
  • 05.06.2019, 11:01h
  • Antwort auf #3 von Lollipop
  • Ja, Deutschland ist auf jeden Fall in den letzten 20 Jahren deutlich verklemmter geworden.

    Man sieht heute nicht nur weniger schwule und lesbische Paare händchenhaltend, Arm in Arm, küssend, etc. in der Öffentlichkeit als z.B. noch in den 1990ern.

    Sondern z.B. auch was Nacktheit angeht. Früher sah man im Sommer in jedem Park auch Nackte beiderlei Geschlechts, die auf Wiesen lagen und sich sonnten. Heute kommt das außerhalb speziell gekennzeichneter FKK-Bereiche kaum noch vor und wird gleich als Erregung öffentlichen Ärgernisses angesehen.
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#5 GronkelAnonym
  • 05.06.2019, 11:59h
  • "Wir tun ja immer so, als wäre es überall, als wäre es völlig in Ordnung, und dann bringt es ein Song auf den Punkt, und dann gibt's plötzlich Ressentiments"

    Bringt ein Song es auf den Punkt? Es gibt plötzlich Ressentiments? Man erwartet nun wirklich keine ausgefeilten Texte von Sarah Connor aber erst plumpe Penis Metaphern liefern und nach Kritik daran sich auch noch in eine Opferpose zu legen ist schon ein starkes Stück.
    Dem Jugendlichen hat sie mit diesem Lied wohl eher nicht geholfen.

    Direkt die nächste Zeile aus dem Lied:
    "Er hat es oft versucht und sich echt angestrengt"

    Vielleicht sollte sie lieber von etwas singen wovon sie auch Ahnung hat, insbesondere wenn sie sich einen realen Menschen als Vorbild für die Schmonzette herausgesucht hat, auf dem ihre Worte von seinen Bekannten mit Sicherheit angelegt werden.
    Wenn es nicht auf eine reale Person gemünzt wäre, könnte man die Textzeilen mit fremdschämen abtun, so ist es aber dem Jugendlichen eine Unverschämtheit gegenüber.
    Ich kann gut verstehen, wenn der Part nicht gesendet wird.
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#6 DesireeAnonym
  • 05.06.2019, 12:23h
  • Antwort auf #5 von Gronkel
  • Danke für deinen Beitrag Gronkel, wenigstens einer der sich zurecht auch über die absolut daneben gegriffenen ersten Zeilen aufregt.

    Sarah Connors Song ist wirklich widerlich, und trägt alles andere als zu einem Abbau von Schwulenfeindlichkeit bei. Sie sollte vielleicht mal in ihrem Umfeld ihre lesbischen Freundinnen fragen ob sie das auch so cool finden würden, wär da über die weibliche Erregungsphase und vermutete Taktiken hetero sein zu wollen geschrieben / gesungen worden. Sie sollte sich schämen so plump, ekelerregend und taktlos einen Song zu beginnen und dann noch die Dreistigkeit zu besitzen, sich über "Ressentiments" zu wundern, die absolut zu Recht die entsprechenden zeilen zensieren.

    Und statt Frau Conor könnte es in D auch endlich mal schwule / lesbische Sänger/innen geben die über schwule / lesbische Liebe singen so wie Sam Smith in den USA z. B. ("Him"). Das findet nämlich kaum oder gar nicht statt, stattdessen musste z. B. Mark Medlock - schwul - Hetero-Liebesromanzen bis zum geht nicht mehr produzieren.

    So viel zum Angagement deutscher Künstler.
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#7 Ana NymAnonym
  • 05.06.2019, 12:29h
  • Wie peinlich diese Rundfunksender doch sind.

    Bei Hipp-Hopp-Texten hat man offensichtlich keine Probleme. Und nicht wenige davon sind auf deutsch - sollten also hier zu Lande für jeden Redakteur ohne Übersetzer "verständliche" Worte enthalten.

    Da wird dann immer gleich von "Künstlerischer Freiheit" gefaselt, auch bei anderen Musikrichtungen (die von der Straße kommen).

    Also wenn er an Mädchen denkt "bekommt er keinen hoch". Der Text ist nebenbei bemerkt nicht mal anstößig.
    Eine Frage, haben Männer die Entscheidung getroffen diesen Text zu verdammen?
    Ich tippe mal auf mehrheitlich Ja. Was würde uns das sagen wollen?
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#8 StretchingmasterProfil
  • 05.06.2019, 12:51hEssen / Holsterhausen
  • Ich finde es ne absolute Frechheit.

    Da dürfen Rapper hier in Deutschland von Mord und Totschlag, auch gegen LGBT+, singen (nee, singen ist das ja nicht, brüllen?) und werden dann von Gerichten sogar noch behandelt als wäre das Kunst.
    Und Sarah bringt ein Lied das niemanden beleidigt oder ähnliches, nicht zum Mord, oder zur Diskriminierung aufruft, sondern zeigen soll das Liebe das wichtigste ist, egal in welcher Konstellation. Und das wird dann zensiert? Wo bleibt da denn das Verständnis für Kunst? Wieder mal mit zweierlei Maß gemessen...

    Schönen Tag noch
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#9 zundermxeAnonym
  • 05.06.2019, 12:58h
  • Antwort auf #6 von Desiree
  • Widerlich, ekelerregend und taktlos?!

    Glaub Du (be)schreibst hier Deinen eigenen Kommentar.

    Und ehrlich gesagt will ich net verstehen warum Du und Dein Vorkommentator so ein Problem mit ein paar harmlosen Zeilen habt.
    Das ist mir einfach zu öd und zu braun.

    Küss grad nur den Boden vor Glück, dass in meinem persönlichen Umfeld selbst die verdächtigste Dumpfbacke niemals so ne verklemmte Hassrede raushauen würde.
    Manche Dinge gibt es halt nur im Internet...
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#10 PetterAnonym