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"Vincent"
Sarah Connor über ihr Lied: "...und dann gibt's plötzlich Ressentiments"
Der Popstar hofft, dass ihr neuer Song "Vincent" eine Diskussion über die Akzeptanz von Minderheiten anstoßen könne.

Sarah Connor erklärt im Interview, dass eigentlich jeder verstehen könne, dass es in ihrem von Radiostationen als Schmuddellied gebrandmarkten Song nur um Liebe gehe (Bild: Screenshot RTL)
- 5. Juni 2019, 07:47h 2 Min.
Popsängerin Sarah Connor hat verständnislos auf die Ablehnung ihres Coming-out-Songs "Vincent" bei einigen Rundfunksendern reagiert. In einem RTL-Interview sagte die Musikerin: "Wir tun ja immer so, als wäre es überall, als wäre es völlig in Ordnung, und dann bringt es ein Song auf den Punkt, und dann gibt's plötzlich Ressentiments", so die 38-Jährige am Dienstagnachmittag in Wien. Das Lied "Vincent" handelt von Verwirrung und Schmerz in der Liebe – unter anderem bei einem Jungen, der erkennt, dass er schwul ist.
Konkret stören sich manche private Rundfunksender an dem Satz "Vincent kriegt kein' hoch, wenn er an Mädchen denkt". Das Lied, das von Ex-Rosenstolz-Mitglied Peter Plate mitverfasst wurde, wird teilweise nur gekürzt im Radio gespielt; als Grund wird die erste Textzeile des Songs angeführt. So strahlte etwa Antenne Bayern "Vincent" ohne den ersten Satz aus – angeblich unter anderem aus Gründen des Jugendschutzes. Manche verbannten den Song sogar ganz aus dem Programm (queer.de berichtete).
Connor sieht in ihrem Song einen Gesprächsanstoß: "Ich finde, man sollte es als Chance ergreifen, darüber zu sprechen." Zum Hintergrund erklärte sie erneut, dass es in ihrem Bekanntenkreis einen Jungen gebe, einen Freund ihrer Kinder, der sich im vergangenen Jahr geoutet habe. Bereits bei der Veröffentlichung des Liedes vergangenen Monat hatte sie erzählt, dass sie einen "bestärkenden Song" für den Jugendlichen schreiben wollte (queer.de berichtete).
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Sie habe damit gerechnet, dass die erste Zeile des Liedes "verblüfft, überrascht, empört". Den Song habe sie zuerst ihrer Plattenfirma und ihren Kindern vorgespielt. "Ehrlich gesagt gab es niemanden, der nicht am Ende des Songs verstanden hat, dass es um Liebe geht", so die Sängerin.
Auch in Online-Netzwerken regt sich Unmut über die "Zensur" des Songs. Manche Nutzer beklagten sich etwa, dass bei heterosexueller Thematik weniger auf den "Jugendschutz" geachtet werde. So schrieb eine Person: "Dann sollte übrigens auch '17 Jahr, blondes Haar' von Udo Jürgens boykottiert werden. Weiß nicht ob 'ne Liebschaft mit einer Minderjährigen mehr Akzeptanz in der Gesellschaft finden sollte." Ein anderer Nutzer ergänzte: "Liebe Radiosender: es ist wirklich sehr anständig, dass ihr den Song 'Vincent' nur in zensierter Fassung bringt. Spielt lieber noch mal 'Hit Me Baby One More Time'". (dpa/dk)
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