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USA

Kleinstadt-Bürgermeister über LGBTI-Community: "Tötet sie"

Der homophobe Kommentar eines Lokalpolitikers hat in den USA für Aufregung gesorgt. Bürgermeister Mark Chambers aus Alabama hat sich – nach einigem Lavieren – schließlich entschuldigen müssen.


Ein Nachrichtensender aus der liberalen Großstadt Birmingham berichtete zuerst über den homophoben Bürgermeister (Bild: WBRC-TV)

LGBTI-Aktivisten warnen seit Donald Trumps Amtsantritt, dass Homophobie in den USA mehr gesellschaftsfähig werden kann. Mark Chambers, der Bürgermeister der knapp 2.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Carbon Hill, hat am Wochenende diese Befürchtungen bestärkt: In einem Eintrag auf Facebook hetzte er gegen "Transvestiten", Homosexuelle, "Babykiller" und Sozialisten und drohte dann in einem weiteren Kommentar diesen Gruppen mit dem Tod. Nach scharfer Kritik entschuldigte er sich.

Wörtlich hatte der Bürgermeister zuerst einen Eintrag in Großbuchstaben veröffentlicht, in dem er schrieb: "Wir leben in einer Gesellschaft, in der Homosexuelle uns über Moral belehren, Transvestiten uns über menschliche Biologie belehren, Babykiller uns über Menschenrechte belehren und Sozialisten uns über die Wirtschaft belehren."


(Bild: WBRC-TV)

Ein Facebook-Freund des Kommunalpolitikers schrieb daraufhin: "Wir geben der Minderheit mehr Rechte als der Mehrheit. Ich hasse es, über das Land meiner Enkelkinder nachzudenken, außer wenn wir Dinge ändern und eine Revolution machen." Chambers antwortete: "Die einzige Art, um Dinge zu ändern, ist, das Problem zu töten. Ich weiß, dass es schlecht ist, das zu sagen, aber ohne sie zu töten kann man das nicht reparieren."

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Chambers beschuldigt zuerst Facebook

Diese Einträge sind inzwischen gelöscht worden, nachdem der lokale Fernsehsender WBRC aus der Bürgerrechtsstadt Birmingham den Bürgermeister wegen dieses Vorfalls kontaktiert hatte. Die Reporter berichten, dass der Politiker zunächst behauptet habe, dass jemand anders den Eintrag über das "Töten" gemacht habe. Später habe er zugegeben, dass der Eintrag von ihm stamme, er aber gedacht habe, er schicke eine private Mitteilung. Dabei machte er die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook verantwortlich für die Kontroverse.

Am Dienstag schrieb er schließlich eine Entschuldigung auf Facebook und erklärte, er alleine sei verantwortlich für seine Einträge in dem sozialen Netzwerk. Gleichzeitig kritisierte er die Medien für ihre Berichterstattung: "Auch wenn ich denke, dass mein Kommentar aus dem Zusammenhang gerissen wurde und er nicht die LGBTQ-Community zum Ziel hatte, weiß ich, dass es falsch ist zu sagen, dass jemand getötet werden sollte." (dk)




#1 PetterAnonym
#2 AnonymAnonym
#3 Patrick SAnonym
  • 05.06.2019, 14:43h
  • Wenn man als Privatperson solche Gedankenspiele veröffentlicht, sollte das schon strafrechtlich verfolgt werden.
    Als Bürgermeister sollte er, falls die Justiz nicht durchgreift, zumindest zurücktreten.
    Bleibt zu hoffen, dass es dort noch Menschen gibt, die den Amtsantritt des Herrn Trump und seine Gesinnung nicht als Freifahrtsschein nehmen und weiterhin moralisch standfest bleiben und leben und diese Werte verteidigen.
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#4 alter schwedeAnonym
  • 05.06.2019, 18:52h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Vom Bauchgefühl für die amerikanische Rechtsprechung her würde ich sagen, daß es strafbar ist, wenn man sich gegen den homophoben Killer wehrt.

    Vielleicht mal bei Donald nachfragen, ob man als potentielles LGBTI-Tatopfer flüchten oder in Deckung gehen darf.
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#5 marcocharlottenburgAnonym
  • 05.06.2019, 20:07h
  • Und immer wieder aufs Neue... Man kann sich nicht selbst entschuldigen, man wird entschuldigt! Und ernsthaft gemeint, da habe ich erhebliche Zweifel. Der Storch hätte behauptet, mit der Maus ausgerutscht zu sein, hier ist eine falsche Einstellung bei/durch Facebook.
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#6 Alexander_FAnonym
  • 05.06.2019, 21:03h
  • Alabama...nicht sehr überraschend. Würde mich noch weniger überraschen, wenn er zu Southern Baptist Church oder, schlimmer noch, zur Liberty Baptist Church gehört. Seit Trump an der Macht und dort in Alabama das Abtreibungsverbot durch ist, kriechen diese religiösen Ratten immer öfter aus ihren Löchern und werden in ihren Forderungen auch immer unverblümter.

    Erst letztens hat in Orlando zum Jahrestag des Pulse-Attentats eine Konferenz unter dem Motto "Make America straight again" stattgefunden, bei der die Forderung nach einer Todesstrafe für unsereinen ganz offen gestellt wurde.
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#7 dellbronx51069Anonym
  • 05.06.2019, 21:24h
  • Aus Gedanken werden Worte. Aus Worten werden Taten. Das sollten wir nicht vergessen.
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#8 Homonklin44Profil
  • 05.06.2019, 21:46hTauroa Point
  • ""Die Reporter berichten, dass der Politiker zunächst behauptet habe, dass jemand anders den Eintrag über das "Töten" gemacht habe.""

    So, wie der das etwas ungestüm ausdrückte, kann man es auch mit vernichten, ausrotten und ausmerzen übertragen.
    Ja, wehe, die unbeliebten Eigenschaften wechseln mal, und es träfe Leute wie ihn...

    Über Alabama und diverse südliche Staaten habe ich das auch verschiedentlich vernommen. Dass da die Homophoben dichter gesät seien. bibelgürtel hin oder her. Man muss Augen und Ohren offen halten.
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#9 Gerlinde24Ehemaliges Profil
#10 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 06.06.2019, 07:28h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • In Deutschland schon, in den USA gilt das als "freie Meinungsäußerung". Nur, wenn ein schwuler Mann ermordet würde, und der Täter sich auf Chambers beruft, könnte er eventuell belangt werden.
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