Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33774

Prozessbeginn

Kutschera will vor Gericht homophobe Aussagen wissenschaftlich "belegen"

Großes Interesse am Prozess gegen den Homo-Hasser aus Kassel: Ulrich Kutschera muss sich wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung verantworten.


Professor Ulrich Kutschera hat sich in den letzten Jahren insbesondere mit Homo- und Transphobie profiliert (Bild: Screenshot 3sat)

  • 5. Juni 2019, 14:57h 23 2 Min.

Der Prozess gegen den LGBTI-feindlichen Professor Ulrich Kutschera hat am Mittwochmittag vor dem Amtsgericht Kassel begonnen. Dem 64-Jährigen werden wegen homosexuellenfeindlicher Aussagen Volksverhetzung, Beleidigung und Verleumdung vorgeworfen. Nach einem Bericht der Lokalzeitung HNA wirft die Staatsanwaltschaft dem Evolutionsbiologen vor, seine Aussagen seien geeignet, Schwule und Lesben sowie insbesondere gleichgeschlechtliche Paare "in ihrer Geltung und ihrem Ansehen gegenüber heterosexuellen Mitmenschen als ungleichberechtigte Personen herabzuwürdigen und zu verletzen" (queer.de berichtete).

Grund für den Prozess ist ein Interview, das Kutschera dem Portal kath.net im Juli 2017 anlässlich der gerade im Bundestag beschlossenen Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben gegeben hatte. Darin betonte er unter anderem: "Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen" (queer.de berichtete).

14 Beweisanträge der Verteidigung

Zu Beginn des Prozesses stellte die Verteidigung 14 Beweisanträge. Man wolle durch Mediziner und andere Wissenschaftler "belegen", dass die Äußerungen des Professors auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierten und Schwule und Lesben nicht beleidigten.

Kutschera hatte 2016 das Buch "Das Gender-Paradoxon" verfasst und gilt seither als einer der führenden Kritiker der angeblich in Deutschland kursierenden "Gender-Ideologie" und als Darling der radikalen Rechten. So sitzt er im Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Erst vor gut einer Woche war er bei einer AfD-Veranstaltung in Kiel aufgetreten (queer.de berichtete).

Sein Einfluss reicht sogar bis in demokratische Parteien: So wurde er letztes Jahr vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Heidelberg zu einer Vortragsreihe über Feminismus und Konservativismus eingeladen (queer.de berichtete). Kutschera sagte später ab, angeblich aus terminlichen Gründen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 vom_DorfAnonym
  • 05.06.2019, 17:17h
  • Das dieser Typ immer noch als Wissenschaftlicher Berater der Richard Dawkins Foundation Deutschland unterwegs ist, ist eine Schande.
  • Direktlink »
#2 LollipopAnonym
  • 05.06.2019, 17:29h
  • Ich bin gespannt darauf wie er das wissenschaftlich begründen will. Mit seiner Forschung im Bereich der Evolutionsbiologie oder Entwicklungsphysiologie von Pflanzen?

    Ist mir ein Rätsel, warum dieser Typ an der Uni Kassel noch geduldet wird und warum Mitarbeiter und Kooperationspartner noch mit ihm arbeiten. Man kann nur hoffen, dass er verurteilt wird.
  • Direktlink »
#3 Still_IthEhemaliges Profil
  • 05.06.2019, 17:48h
  • Antwort auf #1 von vom_Dorf
  • Echt, immer noch..?
    Zu seinem Missbrauch von deren deutschsprachiger Homepage zur Verbreitung von Queerfeindlichkeit habe ich sowohl der deutschen als auch der englischen Internetpräsenz kritische Mails geschrieben.

    Hab aber natürlich nie eine Antwort drauf bekommen... und nachdem sich da zumindest Wochen später auch nie was geändert hatte, hab ich da auch nicht mehr draufgeschaut.
  • Direktlink »