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Kritik

LSVD: Debatte um Connor-Lied offenbart allgemeines Problem

Wenn 50 Cent oder Udo Jürgens über heterosexuelle Themen singen, haben Radiosender kein Problem. Wenn aber Sarah Connor in "Vincent" über einen schwulen Jungen singt, werde die Zensurschere angesetzt, klagen LGBTI-Aktivisten.


Das Sarah-Connor-Lied "Vincent" hat in Deutschland eine Debatte ausgelöst (Bild: Jacqueline Nolting / wikipedia)

Die Diskussion um Sarah Connors neuen Song "Vincent" zeigt aus Sicht des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) Probleme beim offenen Umgang mit Homosexualität. "Sobald es um schwule oder nicht-heterosexuelle Sexualität geht, wird es schwierig", sagte Sprecher Markus Ulrich am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Im Song "Candy Shop" von Rapper 50 Cent etwa gehe es um eindeutig sexuelle Inhalte – das sei ebenso wenig ein Problem gewesen wie Udo Jürgens, der als älterer Mann sang: "17 Jahr', blondes Haar".

In dem neuen Lied der 38-jährigen Popsängerin Connor geht es um Verwirrung und Schmerz in der Liebe – unter anderem bei einem Jungen, der erkennt, dass er schwul ist. Manche Radiosender stören sich an dem ersten Satz "Vincent kriegt kein' hoch, wenn er an Mädchen denkt" und wollen diesen oder das gesamte Stück deswegen nicht senden. Einige Sender begründeten ihre Entscheidung mit einem familienorientierten Programm (queer.de berichtete). Connor sieht in ihrem Song hingegen einen Gesprächsanstoß (queer.de berichtete).

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Ulrich: Streit um das Wort "Hochkriegen" ist vorgeschoben

Die Debatte ist für LSVD-Sprecher Ulrich verkrampft, die Kritik am Wort "Hochkriegen" vorgeschoben. "Das sind Themen, die Jugendliche bewegen, die gehen da viel offener mit um." Das Jugendmagazin "Bravo" habe solche Themen schon vor 20 Jahren in der Rubrik "Dr. Sommer" aufgegriffen. "Da hat auch keiner gesagt, die darf nur an über 18-Jährige verkauft werden", sagte Ulrich.

Der LSVD begrüße, wenn verschiedene Formen von Liebesbeziehungen in der Popkultur gezeigt werden. "Es ist auch gut, wenn sich Sarah Connor als Prominente positioniert", so Ulrich. Im deutschsprachigen Raum gebe es recht wenige Musiker, die explizit die Homo- und Trans-Szene bedienten und zugleich ein breites Publikum erreichten. Die Band Rosenstolz etwa habe das am Ende geschafft, sowie jüngst Helene Fischer und Kerstin Ott mit dem Song "Regenbogenfarben" (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 tchantchesProfil
  • 06.06.2019, 12:38hSonstwo
  • Der LSVD hat es auch als ganz tolles Vorbild für junge Schwule gepriesen, als Herr Hitzlsperger den 'richtigen Zeitpunkt' für sein Coming Out erst da gekommen sah, als er seine Schäfchen im Trockenen hatte.
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#2 PetterAnonym
  • 06.06.2019, 12:53h
  • Das ist Ausdruck einer neuen Prüderie, Spießigkeit und Verklemmtheit, die immer mehr um sich greift und die alles, was irgendwie mit Nacktheit, Sexualität, etc. zu tun hat aus der Öffentlichkeit verbannen will.

    Wir müssen gut aufpassen, dass wir nicht irgendwann wieder in den biederen, muffigen 1950er-Jahren landen und die Arbeit von Jahrzehnten umsonst war.
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#3 AmurPrideProfil
  • 06.06.2019, 12:56hKöln
  • Antwort auf #1 von tchantches
  • Und wo, bitte, ist der Bezug Deines Kommentars zum Inhalt des Artikels?
    Oder reicht Dir ein in Deinen Augen einmaliges supoptimales Verhalten der Quelle bereits aus um alle zukünftigen statements aus dieser Quelle unreflektiert abzulehnen?
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#4 cinnamonEhemaliges Profil
  • 06.06.2019, 13:03h
  • Die Frau kommt vor Lachen nicht mehr in den Schlaf. Die Bildzeitung hat diesem Machwerk eine halbe Seite gewidmet. Ohne diesen bewusst herbeigeführten bohei hätte dieses Lied kaum Aufmerksamkeit bekommen, vermute ich. Und das ist nicht positiv für die Community, sondern geht auf ihre Kosten.
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#5 TommAnonym
  • 06.06.2019, 13:07h
  • Sarah Connor ?! Achso die !! :-)
    "Vincent kriegt kein' hoch, wenn er an Mädchen denkt" - Sexismus par excellence !!
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#6 PetterAnonym
  • 06.06.2019, 13:12h
  • Antwort auf #2 von Petter
  • PS:
    Deutschland ist auf jeden Fall in den letzten 20 Jahren deutlich verklemmter geworden.

    Man sieht heute nicht nur weniger schwule und lesbische Paare händchenhaltend, Arm in Arm, küssend, etc. in der Öffentlichkeit als z.B. noch in den 1990ern.

    Sondern z.B. auch was Nacktheit angeht. Früher sah man im Sommer in jedem Park auch Nackte beiderlei Geschlechts, die auf Wiesen lagen und sich sonnten. Heute kommt das außerhalb einzelner Ausnahmen (z.B. Englischer Garten in München) kaum noch vor und wird gleich als Erregung öffentlichen Ärgernisses angesehen.
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#7 PetterAnonym
  • 06.06.2019, 13:18h
  • Antwort auf #5 von Tomm
  • Wieso setzen sich überhaupt noch Leute für uns ein, wenn wir jedes mal an allem und jedem etwas auszusetzen haben.

    Bei manchen habe ich das Gefühl, dass sie schon so verbittert sind, dass sie gar nicht mehr können als über alles nur noch zu motzen.

    Ich freue mich über ein schönes Lied, das Partei für uns ergreift und zeigt, dass es auch Glück jenseits der Heterosexualität gibt.

    Und ja, auch ich kriege bei Frauen keinen hoch. Bin ich jetzt sexistisch, weil das bei mir so ist?

    Und wer das Lied nicht mag, braucht es ja nicht zu hören. So einfach ist das.
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#8 BobAachenProfil
  • 06.06.2019, 13:46hAachen
  • "Vincent kriegt kein' hoch, wenn er an Mädchen denkt" - Der Satz ist blöd. Ich habe eigentlich gar nicht an Mädchen gedacht, also auch kein Problem bis zur Tanzschule. Auch dort hatte ich keine sexuellen Gedanken :-) Tanzen war wertfrei und schulisch gefordert.

    Im übrigen ist mir der Satz natürlich egal, wesentlich härtere Texte (golden shower) etc. gab es problemlos 40 Jahre zurück...
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#9 tchantchesProfil
  • 06.06.2019, 14:01hSonstwo
  • Antwort auf #3 von AmurPride
  • "Und wo, bitte, ist der Bezug Deines Kommentars zum Inhalt des Artikels?"

    Der ist da, wo dieser Verein in seiner politischen Progressivität ganz allgemein irgendwo zwischen FDP und Kirchentag zu verorten ist.
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#10 LotiAnonym