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Vorwurf Volksverhetzung

Kutschera-Prozess ausgesetzt

Aus formalen Gründen muss das Verfahren gegen den homophoben Professor neu aufgerollt werden.


Ulrich Kutschera war in der Vergangenheit Gast in Talkshows, um auf die Gefahren des Kreationismus hinzuweisen. 2015 schwenkte er auf das Thema "Gender-Ideologie" um und wetterte vor allem gegen Homo- und Transsexuelle – damit wurde er schnell zum Darling der Rechtspopulisten (Bild: Screenshot 3Sat)

Der Prozess gegen den LGBTI-feindlichen Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera vor dem Amtsgericht Kassel ist am Mittwochabend nach einer sechsstündigen Verhandlung voerst geplatzt. Das berichtet die "Hessische Niedersächsische Allgemeine". Grund sei gewesen, dass Fristen wegen der vielen Anträge der Verteidigung nicht eingehalten werden könnten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem AfD-nahen Professor der Universität Kassel Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung vor (queer.de berichtete). Sie verweist dabei auf ein Interview, das Kutschera dem Portal kath.net im Juli 2017 anlässlich der gerade im Bundestag beschlossenen Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben gegeben hatte. In dem Gespräch betonte er unter anderem: "Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen" (queer.de berichtete).


Dieses kath.net-Interview ist Anlass für die Anklage gegen Ulrich Kutschera

"Ich bin homosexuell, aber ich bin kein Kinderschänder"

Kutschera stellte in der Verhandlung 14 Beweisanträge und wollte seine homosexuellenfeindlichen Aussagen durch Anhörung von Wissenschaftlern und einem Kinderarzt "belegen". Auch sei sein Buch "Das Gender-Paradoxon" in den Prozess einzubringen.

Am Mittwoch wurden zugleich zwei schwule Männer als Zeugen der Staatsanwaltschaft gehört sowie der frühere Kasseler Chef des Allgemeinen Studierendenausschusses AStA. "Ich bin homosexuell, aber ich bin kein Kinderschänder", erklärte laut HNA ein Berliner Arzt und Psychotherapeut.

Die Staatsanwaltschaft bat später um eine Unterbrechung des Prozesses bis zu einer neuen Sitzung, um zu den umfangreichen Anträgen Stellung nehmen zu können. Allerdings konnte das Gericht keinen neuen Termin innerhalb der vorgeschriebenen drei Wochen finden und setzte das Verfahren daher aus.

Der Schritt bedeutet aber nicht, dass der Prozess zu Ende ist. Er muss lediglich völlig neu begonnen werden. Das heißt, dass alle Zeugenaussagen und Anträge vom Mittwoch wiederholt werden müssen. (cw)



#1 PetterAnonym
  • 06.06.2019, 13:15h
  • "Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen"

    Weder hier, noch in anderen Staaten, die schon viel länger das Adoptionsrecht haben, gibt es deshalb "staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch". Das gibt es eher dort, wo es keine Ehen gibt: in der Kirche.

    Wenn schon diese Prognosen nicht eintreten, bin ich mal gespannt, was er so alles an "Beweisen" vorlegen will...
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