Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33783

TV-Interview

Trump verteidigt Trans-Verbot im Militär

Der US-Präsident will keine Transpersonen in den Streitkräften sehen, weil ihre Krankenversicherung zu teuer sei. Dabei gab das Militär zuletzt zehn Mal mehr für Erektionsstörungen aus, als es für Trans-Soldaten einplante.


US-Präsident Donald Trump im Interview des britischen Frühstücksfernsehens (Bild: Screenshot ITV)

US-Präsident Donald Trump hat in einem am Mittwochmorgen ausgestrahlten Interview mit dem britischen Frühstücksfernsehen-Moderator Piers Morgan das Trans-Verbot im US-Militär verteidigt. Grund für die Restriktionen seien die Kosten für Hormonbehandlungen.

Der 72-Jährige antwortete während seines Staatsbesuchs in Großbritannien auf eine Frage des Moderators über transsexuelle Soldatinnen und Soldaten in seinem gewohnt stammelnden Stakkato: "Sie nehmen eine riesige Anzahl an Medikamenten [drugs]. Sie müssen das tun, und man darf keine Drogen [drugs] im Militär einnehmen, man nimmt eine Aspirin-Tablette ein", so Trump. "Und die müssen nach der Operation [Medikamente einnehmen], sie haben keine Wahl. Sie müssen es tun. Man müsste Regeln und Vorschriften brechen, um das zu haben."

Als Morgan Trump darauf hinwies, dass die Kosten vergleichsweise "winzig" seien und dass das Militär viel mehr für Viagra und Co. ausgebe, gab sich Trump unwissend und antwortete: "Es ist so, wie es ist. Massive Geldbeträge… Und Leute kommen und fragen nach der Operation." Diese OP würde 200.000 bis 250.000 Dollar kosten (laut dem Philadelphia Center for Transgender Surgery liegen die Ausgaben allerdings weit niedriger). Außerdem sei laut dem Chef des Weißen Hauses die Erholungsphase sehr lang.

In der realen Welt, so berichtete das Branchenblatt "Military Times" im Jahr 2017, veranschlagte das Verteidigungsministerium acht Millionen Dollar für die Gesundheitsfürsorge der geschätzt 7.000 Trans-Soldaten, gab aber gleichzeitig in einem Jahr über 84 Millionen Dollar für Medikamente gegen Erektionsstörungen aus. Insgesamt beträgt das Budget des US-Militärs für Gesundheitsvorsorge mehr als 50 Milliarden Dollar pro Jahr. Der geschätzt Trans-Anteil liegt damit bei 0,016 Prozent.

"Wir brauchen Standards"

Weiter erklärte Trump, er sei zwar "stolz" auf jene Trans-Amerikaner, die für ihr Land gekämpft und Tapferkeitsmedaillen gewonnen hätten. "Aber wir brauchen Standards. Wir haben ein großartiges Militär und ich will, dass es so bleibt. Vielleicht wären [Transpersonen] phänomenal, das wäre wahrscheinlich so, aber nochmal: Es gibt sehr strikte Regeln und Richtlinien über Medikamente, verschreibungspflichtige Medikamente und all diese verschiedenen Sachen."

Twitter / GMB | Das Interview wurde am Mittwochmorgen im britischen Privatsender ITV ausgestrahlt

Donald Trump hatte erst vor wenigen Tagen eine globale Kampagne angekündigt, "um Homosexualität zu entkriminalisieren" (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten hielten die Ankündigung aber für heuchlerisch, da er im Inland alles tue, um die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten abzubauen. Neben der Einführung des Trans-Verbots im Militär lockerte oder beseitigte er auch Antidiskriminierungsrichtlinien, etwa in der Bundesverwaltung.

Moderator Morgan und Trump kennen sich persönlich aus der Zeit, als der heutige US-Präsident die Realityshow "The Celebritiy Apprentice" moderierte. Morgan gewann 2008 als Kandidat die erste Staffel der Serie und trat danach immer wieder als Berater Trumps in der Show auf. (dk)



#1 Klaus LeberhartingerAnonym
#2 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 06.06.2019, 18:22h
  • Die Kosten für Medizin bei SoldatInnen die "normal" sind (gleiche Anzahl), ist um vielfaches höher, als bei Transpersonen. Das gerade ein Mann, der zigmal Pleite gemacht hat (auf Kosten von Handwerkern, Investoren und Angestellten, sich dreist als Sparfuchs der Nation hinstellt, ist schon ein Witz, über den niemand lachen kann. ich hoffe, der nächste Präsident, ob Dem oder Rep, biegt das wieder hin.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Curly-SueAnonym
#4 TheDadProfil
  • 07.06.2019, 22:13hHannover
  • Antwort auf #2 von Gerlinde24
  • ""Die Kosten für Medizin bei SoldatInnen die "normal" sind (gleiche Anzahl), ist um vielfaches höher, als bei Transpersonen.""..

    Äh ?
    Was bedeutet hier ""(gleiche Anzahl)"" ?

    Etwa 100 Cis- Soldat*innen verursachen die gleichen Kosten für medizinische Betreuung wie 100 Trans*-Menschen ?

    Mal davon abgesehen das ich denke, man kann hier gar keinen solchen Vergleich als zulässig erklären, halte ich diese Idee für grundsätzlich absurd, denn es bedeutete "Gesundheits-Kosten" mit "Krankheits-Kosten" zu vergleichen..

    Zulässig ist hier also nur der Vergleich von wichtigen Kosten gegenüber vermeidbaren Kosten..

    Die Trump-Administration hält nämlich die Gesundheits-Kosten für Trans*-Menschen für "vermeidbar" indem man diese Menschen aus der Teilhabe ausschließt..

    Und nun kann man beigehen, und die Kosten für andere Ausgaben die man ebenso für "vermeidbar" hält, weil man ebenso absurd begründet, dagegen aufrechnen..

    Das haben u.a. die Ärzte im Pentagon getan, und der Administration "vorgerechnet" das allein die Army mehr Geld für Viagra ausgibt als für Gesundheits-Kosten für Trans*Menschen..

    Dann kann man dazu übergehen und die Frage erörtern, ob man Viagra für eine "gerechtfertigte Ausgabe" erachtet, und in welcher Kategorie man hier eigentlich denkt, wenn man der Auffassung ist, die Gesundheits-Kosten für Trans*-Menschen hätten einen "andere Status"..

    Beispielsweise vor dem Hintergrund das Viagra dafür verantwortlich ist Milliarden an Kosten für die Behandlung von Depressionen einzusparen..
  • Antworten » | Direktlink »