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Köln

NRW-Minister Stamp entschuldigt sich bei "175ern"

Der stellvertretende Ministerpräsident besuchte in Köln eine Ausstellung über die Auswirkungen des Unrechtsparagrafen 175.


Joachim Stamp ist seit 2012 Landtagsabgeordneter und seit 2017 Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (Bild: FDP NRW)

Joachim Stamp, der nordrhein-westfälische Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sowie Vize-Ministerpräsident des Landes, hat am Mittwochabend anlässlich einer Ausstellungseröffnung in Köln die Opfer es Paragrafen 175 um Vergebung gebeten. "Der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches hat Existenzen zerstört", erklärte der 48-jährige FDP-Politiker nach Angaben des "Kölner Stadtanzeigers". "Männer sind an der Schmach zugrunde gegangen. Viele mussten ihr ganzes Leben in dem Bewusstsein leben, dass ihre Liebe, ihr Begehren nicht geduldet wird, strafbar ist."


Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni am Kennedy-Ufer zu sehen (Bild: CSG)

Stamp war Gast bei der Eröffnung der vom Centrum Schwule Geschichte erarbeiteten Ausstellung "Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit" im Landeshaus des Landschaftsverbands Rheinland am Kölner Kennedy-Ufer. Die Schau kann noch bis Ende des Monats besichtigt werden.

In ihr wird mit Fotos, Archivunterlagen sowie Audio- und Videodateien an das Verbot von männlicher Homosexualität erinnert, das 1871 mit der Gründung des Deutschen Reiches eingeführt wurde. Gleichzeitig werden zwei Jubiläen begangen: Vor 50 Jahren wurde der homophobe Unrechtsparagraf entschärft und schließlich vor 25 Jahren abgeschafft.

Ausstellungskurator Marcus Velke zeigte sich von der Geste des Vize-Ministerpräsidenten beeindruckt: "Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Ausstellung zu einer Entschuldigung des Landes Nordrhein-Westfalen führen würde." (dk)

Ausstellung "Im Namen des Volkes!? § 175 StGB im Wandel der Zeit"

Ort: Landschaftsverband Rheinland, Landeshaus, Kennedy-Ufer 2, 50679 Köln. Öffnungszeiten: 6. bis 30. Juni 2019, Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags nach Anmeldung. Der Eintritt ist frei.

Vom 5. bis 26. Juli ist anlässlich des CSDs geplant, die Ausstellung im Spanischen Bau des Kölner Rathauses zu zeigen (Rathausplatz). Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Dienstag von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr. Auch hier ist der Eintritt frei.

Danach kann die Ausstellung von Interessenten ausgeliehen werden.