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Gerichtsentscheidung

USA: Erneute Niederlage für homophobe Floristin

Barronelle Stutzman weigerte sich mit Verweis auf ihren christlichen Glauben, einem schwulen Paar Blumen zu verkaufen. Damit verstieß sie laut einem Gericht gegen das Antidiskriminierungsgesetz.


Im konservativen Kanal Fox News Channel durfte Barronelle Stutzman mehrfach ihre Sicht der Dinge schildern (Bild: Screenshot Fox News Channel)

Die homophobe Floristin Barronelle Stutzman hat am Donnerstag erneut eine Niederlage vor Gericht einstecken müssen. Der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates Washington hat seine Entscheidung aus dem Jahr 2017 aufrecht erhalten, dass Stutzman mit ihrer Weigerung, Blumen an ein Homo-Paar zu verkaufen, gegen das regionale Antidiskriminierungsgesetz verstoßen hat.

Der Fall um die überzeugte Christin zieht sich bereits seit sechs Jahren hin: Stutzman, die einen Blumenladen in der Kleinstadt Richland im Südosten des Bundesstaates betreibt, weigerte sich 2013, zwei Männern Blumen zu verkaufen, nachdem sie herausgefunden hatte, dass diese für die Hochzeit des Paares bestimmt waren. Sie sagte den verdutzten Männern, sie könne das Paar wegen ihrer "Beziehung zu Jesus Christus" nicht bedienen. Die beiden Männer waren zuvor zehn Jahre lang Stammkunden in dem Laden gewesen und ihre sexuelle Orientierung hatte ihren Aussagen zufolge nie eine Rolle gespielt. Jetzt argumentierte Stutzman aber, ihr könne als Christin nicht zugemutet werden, mit ihren Blumen eine gleichgeschlechtliche Eheschließung zu "unterstützen".

Vor Gerichten im Westküstenstaat war Stutzman mehrfach abgeblitzt, da der Staat Washington wie die Hälfte der US-Bundesstaaten sexuelle und geschlechtliche Minderheiten vor Diskriminierung beim Zugang zu Dienstleistungen schützt. 2015 verhängte ein Gericht gegen Stutzman wegen Verstoßes gegen dieses Landesgesetz eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Dollar und ordnete an, dass die Floristin künftig niemanden mehr wegen seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität abweisen darf. Stutzman legte jedoch mehrfach Einspruch gegen die Urteile ein. Vergangenes Jahr weigerte sich der Oberste Gerichtshof der USA, über den Fall zu entscheiden (queer.de berichtete).

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Stutzman sieht sich als Opfer

Trotz ihrer erneuten Niederlage will Stutzman nicht aufgeben und für ihr Recht kämpfen, sexuelle Minderheiten zu diskriminieren. Sie sieht sich als Opfer von Christenverfolgung: "Die Feindschaft, die mein Heimatstaat mir und meinem Glauben gegenüber gezeigt hat, kann man nicht übersehen. Ich bin zuversichtlich, dass der US-Supreme-Court diesen Standpunkt anerkennt."

Sie macht sich Hoffnung, da die Höchstrichter in Washington, D.C. vergangenes Jahr einem homophoben Konditor Recht gegeben hatten, der keine Torten an Homo-Paaren verkaufen wollte (queer.de berichtete). Dabei handelte es sich aber ausdrücklich nicht um eine Grundsatzentscheidung. Homo-Gegner rechnen sich für die Zukunft allerdings gute Chancen aus, weil Präsident Donald Trump in seiner Amtszeit mit Neil Gorsuch und Brett Kavanaugh zwei erzkonservative Richter an das insgesamt neun Mitglieder zählende Gericht entsandt hatte. (dk)



#1 Alexander_FAnonym
  • 07.06.2019, 13:31h
  • Eine Runde Mitleid für die arme, verfolgte Blumenfrau! Selbst im tiefsten Süden, wo christliche Lynchmobs noch fröhliche Urständ feiern, ist ihr Glaube nicht sicher.
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#2 HirnschmeißerAnonym
  • 07.06.2019, 13:49h
  • Antwort auf #1 von Alexander_F
  • Der Bundesstaat Washington befindet sich nicht im tiefsten Süden, sondern im hohen Nordwesten der USA.

    Im von dir wohl vermuteten Bible Belt sind mittlerweile die Hassbotschaften der Christen so staatsfähig geworden, dass Frauen selbst nach einer Vergewaltigung nicht mehr abtreiben dürfen. So etwas wäre im Staat Washington, in dem diese Blumenchristin ihr Unwesen treiben will, noch undenkbar.
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#3 JasperAnonym
  • 07.06.2019, 14:59h
  • Solche Leute verwechseln immer etwas:
    Religionsfreiheit bedeutet, dass man seine eigene Religion leben kann, es bedeutet nicht, andere in ihren Freiheitsrechten einzuschränken.

    Das ergibt sich schon rein logisch:
    Schutz vor eigener Diskriminierung, gibt nicht das Recht zur Diskriminierung anderer, sonst dürften die anderen einen ja auch diskriminieren.
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#4 RyluriAnonym
  • 07.06.2019, 15:50h
  • An welcher Stelle in der Bibel steht, dass man keine Blumen an Schwule verkaufen darf? :D
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#5 Homonklin44Profil
  • 07.06.2019, 16:03hTauroa Point
  • Nun, Christenverfolgung ist es ja nicht gerade, wenn man vorurteile ablegen kann und einem Männerpaar die Blumen liefern könnte. Leider verhindert das die Glaubenskrankheit ja.

    Beziehung mit Jesus Christus? Also Vielmännerei in einer Weise, und dann noch Nekromancie, weil der Herr ja schon lange tot ist.
    Falls sie auch einen Psychiater als Kunden hat, wären intensive Gespräche da vielleicht angemessen. Glaube ist heilbar, und wenn nicht das, dann wenigstens die Homophobie.
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#6 Mr XAnonym
#7 Alexander_FAnonym
  • 07.06.2019, 16:20h
  • Antwort auf #2 von Hirnschmeißer
  • Stimmt, danke für deine Korrektur. Bei all dem, was man von der anderen Seite des großen Teichs so hört, vergisst man ja leider leicht, dass die USA sehr heterogen und manche Bundesstaaten so unterschiedlich sind, als wären sie gar nicht dasselbe Land.

    Und man vergisst auch leicht, dass nicht alle Amerikaner solche fanatischen Mimöschen sind, wie diese Dame.
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#8 Stefan84Anonym
  • 07.06.2019, 19:28h
  • Die Küste und Großstädte sind liberal. Das dort die meisten Leute wohnen dominiert der Westen die Politik. Der Osten ist ländlich und gehört kulturell eher zu Idaho. Also sehr rückständig.
    Ähnliches findest du in anderen Bundesstaaten.. Selbst Kalifornien hat ein paar extremst konservative Gegenden.
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#9 Patroklos
  • 08.06.2019, 00:20h
  • Ein anderes Urteil wäre in diesem Fall aber auch nicht nachvollziehbar gewesen und deshalb hat die Floristin auch eine absolut verdiente Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof des US-Bundesstaates Washington hinnehmen müssen!
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#10 Stefan84Anonym
  • 08.06.2019, 00:37h
  • Antwort auf #9 von Patroklos
  • Es geht hier um die USA. Da muss man bei sowas mit allem rechnen. In vielen Bundesstaaten sind die obersten Richtern direkt gewählt. Dadurch schwingt in vielen Urteilen sehr viel Populismus mit.
    Und auch rein rechtlich gibt es in Moment eine Welle ultrakonservativer Richter und "Gelehrte" die eine falsch verstandene Religionsfreiheit über alle andere Rechte stellen. Ideologie geht da fast immer vor Recht. Wenn so ein Fall mal vor das oberste Bundesgericht geht wird as wahrscheinlich ganz böse ausgehen
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