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TV-Tipp

Warum wurde der schwule Polizist ermordet?

Die "Tatort"-Kommissare Ballauf und Schenk müssen am Pfingstmontag den Tod eines Kollegen aufklären, der mit einem anderen Polizisten liiert war. Die Ermittlungen lösen auf der Dienststelle großen Unmut aus.


Die Anteilnahme für den getöteten Polzisten Frank Schneider ist groß – doch auf der Wache stoßen Ballauf und Schenk bei ihren Ermittlungen auf Widerstände (Bild: WDR / Thomas Kost)
  • 8. Juni 2019, 08:17h, noch kein Kommentar

Eigentlich ist es für die beiden Streifenpolizisten nur ein Routineeinsatz wegen Ruhestörung: Wegen einer lauten Feier haben Nachbarn die Polizei zu einem Wohnhaus gerufen. Doch wenig später liegt der Beamte Frank Schneider dort tot in einer Blutlache, seine Kollegin Melanie Sommer (Anna Brüggemann) wurde im Garten des Hauses niedergeschlagen.

Die Kölner "Tatort"-Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) stehen in der Folge "Kaputt" unter besonderem Druck. Denn der Mord an dem Polizisten löst natürlich im Kollegenkreis große Emotionen aus. Zu sehen ist die Folge am Pfingstmontag um 20.15 Uhr im Ersten.


Für Schneider kam jede Hilfe zu spät (Bild: WDR / Thomas Kost)

Homophobie als Tatmotiv

Das Haus, in dem die Tat passierte, gehört dem bekannten Gastronomen Thomas Theissen (Ronny Miersch). Seit einem schweren Verkehrsunfall seiner Eltern ist es unbewohnt. Theissens Bruder Ben (Hauke Diekamp) gerät schnell unter Verdacht, denn er hat mit Drogen zu tun und steckt immer wieder in Schwierigkeiten. Schon bald gibt es einen weiteren Toten.

Schnell stellen Ballauf und Schenk fest, dass auf Schneiders Dienststelle auch früher schon kein eitel Sonnenschein herrschte. Schneider war schwul und hatte eine Beziehung mit seinem Kollegen Stefan Pohl (Max Simonischek) – und das sah nicht nur Abteilungsleiter Bernd Schäfer (Götz Schubert) gar nicht gern. War Homophobie ein Tatmotiv? Schneiders traumatisierte Kollegin Melanie, die sich nur bruchstückhaft an die Tatnacht erinnern kann, erscheint unterdessen bereits wieder an ihrem Arbeitsplatz – denn dort zeigt man besser keine Schwäche.

Auflösung ist vorhersehbar

Dass Ballauf und Schenk in der Dienststelle unbequeme Fragen stellen, ist nicht nur Abteilungsleiter Schäfer ein Dorn im Auge. Auch Jütte (Roland Riebeling), der Assistent der Mordkommission, hat dafür kein Verständnis. Immer wieder muss Ballauf seine Kollegen zur Neutralität bei den Ermittlungen ermahnen. "Die Polizei ist eine Familie", sagt Schenk zu ihm. Ballaufs Antwort fällt nüchtern aus: "Nach außen hin vielleicht. Nach innen hin ist sie genauso kaputt wie viele andere Familien."

Mit der Gewalt gegen Polizisten stellt die "Tatort"-Folge unter Regie von Christine Hartmann zwar ein aktuelles Thema in den Mittelpunkt. Dass der Tat hier aber ein persönliches Motiv zugrunde liegt, wird dem Zuschauer sehr schnell klar. Welches das ist, bleibt zwar zunächst eine Weile offen. Die Auflösung ist allerdings leider recht vorhersehbar. Und dass zum Schluss ausgerechnet "Kommissar Zufall" Ballauf und Schenk noch auf die Sprünge helfen muss, ist ein bisschen enttäuschend.

Das tragische Ende des Falls bringt den altgedienten Ballauf an seine Grenzen. Man darf gespannt sein, inwieweit ihn das bei seinen künftigen Fällen beeinflussen wird. (cw/dpa)