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Parada Równości

Polen: Staatssender hetzt gegen CSD-Demonstration

Beim "Gleichheitsmarsch" in Warschau gingen am Samstag Zehntausende für LGBTI-Rechte auf die Straße – TVP Info berichtete empört über die Forderung nach einen Adoptionsrecht für homosexuelle Paare.


Parada Równości 2019: Warschau in einem Meer aus Regenbogenfahnen (Bild: OElika / twitter)

Unter der Parole "Freiheit, Gleichheit, Liebe" haben am Samstag Zehntausende in Warschau für die Gleichberechtigung von LGBTI demonstriert. Fernseh-Bilder zeigten ein Meer von Regenbogenfahnen, das durch das Stadtzentrum der polnischen Hauptstadt zog.

Die jährliche "Parada Równości" (Gleichheitsmarsch) stand unter der Schirmherrschaft des Warschauer Stadtpräsidenten Rafal Trzaskowski, der selbst bei der Demonstration mitging. "Mir liegt wirklich daran, dass Warschau eine offene und tolerante Stadt ist. Und heute ist genau das der Fall", betonte der zur polnischen Opposition gehörende Politiker. Ausdrücklich dankte er den Botschaften mehrerer westlicher Staaten, die die Veranstaltung unterstützten.

Die LGBTI-feindliche Regierung schlägt zurück

Die nationalkonservative Regierung des katholischen Landes lehnt die Gleichberechtigung homosexueller Partnerschaften ab und sieht die "traditionelle Familie" durch diese Forderung bedroht. Nachdem sich Trzaskowski in einer "Regenbogen-Erklärung" unter anderem für eine umfassende Sexualaufklärung, die auch queere Themen aufgreift, an Warschaus Schulen verpflichtete, verstärkte die Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) den Kampf gegen LGBTI-Rechte als Wahlkampfthema: "Die LGBT- und Gender-Bewegung bedroht unsere Identität und unsere Nation. Sie bedroht unseren polnischen Staat", meinte etwa der Parteivorsitzende Jaroslaw Kaczynski im April (queer.de berichtete).

Der regierungsnahe öffentlich-rechtliche Fernsehsender TVP Info berichtete am Samstag auf seiner Internetseite mit sichtlich empörtem Unterton, auf der Demonstration sei ein Transparent mitgetragen worden, das nicht nur die "Ehe für alle" forderte, sondern auch das Recht für homosexuelle Paare zur Adoption von Kindern.

Twitter / Kryska__ | Demonstranten forderten ein Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare

Auf den Onlinebericht von TVP Info reagierten Leser mit erbosten Kommentaren und dem Hinweis, dass die polnische Verfassung nur die aus Mann, Frau und Kindern bestehende Familie schütze. Erst vor wenigen Wochen hatte sich der Sender empört, dass bei einem queeren Sportturnier in einer Schule (außerhalb der Schulzeit) auch Werbung für eine Schwulensauna gemacht oder Erotikgegenstände wie Dildos verkauft wurden. (cw/AFP)



#1 AnonymAnonym
#2 Ralph
  • 09.06.2019, 11:37h
  • Schwule und Lesben sind immer eine Gefahr für rechte Politiker(innen). Man erinnere sich an AKK, für die unsere rechtliche Gleichstellung den gesellschaftlichen Zusammenhalt erodieren lässt. Freiheit und Vielfalt an Stelle von politischem und religiösem Extremismus - das ist das Schlimmste, was diese Leute sich vorstellen können.
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#3 steffdaAnonym
  • 09.06.2019, 12:42h
  • "...das nicht nur die "Ehe für alle" forderte, sondern auch das Recht für homosexuelle Paare zur Adoption von Kindern. "

    Nun... es werden die gleichen Kommunikationsfehler wie in Deutschland wiederholt und dem politischen Gegner damit viel Rückenwind generiert.

    "Ehe für alle": Nein! Es ist eben nicht eine Ehe für alle, sonder eine Ehe für zwei Menschen (beliebigen Geschlechts). Der Begriff "Ehe für alle" war die Steilvorlage für den politischen Gegner, der dann eben draus machte "...da kann man dann auch sein Haustier heiraten..." und dergleichen mehr.

    "Recht für homosexuelle Paare zur Adoption von Kindern": Nein, es gibt kein Recht zur Adoption. Auch nicht für heterosexuelle Paare. "Recht" würde bedeuten, man kann es ausüben, d.h. darüber (über die Adoption) entscheiden. Und das genau ist eben nicht der Fall (ich meine in Deutschland entscheiden Familiengerichte und Jugendämter).
    Was wir wollen ist ein diskriminierungsfreier Zugang zum Adoptionsverfahren, so wie den alle anderen auch haben.
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#4 TheDadProfil
  • 09.06.2019, 13:19hHannover
  • Antwort auf #3 von steffda
  • """Ehe für alle": Nein! Es ist eben nicht eine Ehe für alle, sonder eine Ehe für zwei Menschen (beliebigen Geschlechts). Der Begriff "Ehe für alle" war die Steilvorlage für den politischen Gegner, der dann eben draus machte "...da kann man dann auch sein Haustier heiraten..." und dergleichen mehr."..

    Ja und Nein gleichermaßen..
    Denn die Idee man könne dann ja auch seinen Hund ehelichen offenbart als "Argument" nicht nur die Denkweise dieser Gegner, es entlarvt sie auch als Idioten..
    Ähnliches haben wir in der Diskussion ja dann auch mit einer AKK erlebt, die ihre "Religion" zum Maßstab erhebt, und sich aus ihrer "Religion" vollständig gegen wissenschaftliche Fakten argumentierend gegen die Viel-Ehe ausspricht, und diese dann noch mit einer Ablehnung von "Inzest" garniert..

    Man muß hier gar nicht vollständig aufdröseln an wie vielen Stellen AKK hier nicht nur irrt, sondern einfach auch ungebildet, weil uninformiert argumentiert, denn genetisch betrachtet sind wir alle miteinander verwandt..
    Man muß nur 500 Generationen zurückgehen, bei einigen Menschen dann vielleicht 1.000 Generationen, und schon läßt sich nachweisen eine Verwandtschaft zu allen anderen Menschen zu haben..
    Die Definitions-Hoheit" dessen was "Inzest" dann sein soll hat aber nicht die "Religion", die liegt dann immer noch bei der Wissenschaft, und diese Erkenntnisse sagen dann immer noch nichts über "mögliche Schäden" aus, die immer dann als "Argument" herangezogen werden wenn man es ablehnt sich mit Fakten auseinandersetzen zu müssen..

    Bei der Viel-ehe ist es ähnlich..
    Selbst in der "Religion" in der eine AKK lebt war die Viel-Ehe Gang-und Gäbe, sie hat sich nur wie vieles andere im Verlauf der Zeit "selbst überlebt"..
    Hauptgrund dafür war die immer weiter zunehmende wirtschaftliche Unabhängigkeit der Menschen von ihren Clans und Großfamilien, die Herausbildung einer Gesellschafts-Form die nicht zuletzt selbst auf dieser "Religion" basiert..

    Gesellschaft ist immer einem Wandel unterlegen, und so wird sich auch diese Gesellschaft überleben..

    Grundsätzlich liegst du richtig hier anzumahnen die richtigen Formulierungen zu nutzen um überflüssige Diskussionen zu vermeiden..

    Der Begriff "Ehe für Alle" entstammt dem Gedanken eine Ehe für alle Bürger gleich welchen Geschlechtes und gleich welcher Sexuellen Identität zu ermöglichen, und beinhaltete damit AUCH die Möglichkeit der Ehe-Schließung von Trans*-Menschen in ihrer Geschlechts-Identität, und Intergeschlechtlichen Menschen in ihrer "Eigen-Definition" welchem Geschlecht, oder welchem auch nicht, sie sich zugehörig empfinden..

    Daraus hat die Politik in der Diskussion zunächst eine "Schwulen-Ehe" gebastelt, damit dann gleich den Hauptgedanken verdrängt, und die Lesben schon sprachlich segregiert, und im weiterem Verlauf die Pseudo-Diskussion angestoßen, die gäbe es ja schon über die ELP..

    Die Ignoranz in der Diskussion über die Ehe für Alle hat dann zu dem geführt, was wir heute vorfinden :
    Die Spaltung der Community, ausgelöst durch den berechtigten Vorwurf von Trans*-Menschen und Intergeschlechtlichen bei der Gleichstellung
    "vergessen worden zu sein"..

    Was nichts an der Richtigkeit der aufgestellten und formulierten Forderung der Ehe für Alle ändert..
    Denn das Ergebnis ist nicht Schuld an der Ausgangssituation..
    Anders herum wird das Ergebnis dann aber von genau dieser Ausgangs-Situation beeinflußt..
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#5 TheDadProfil
  • 09.06.2019, 13:22hHannover
  • Antwort auf #3 von steffda
  • Nachtrag..

    "" "Recht für homosexuelle Paare zur Adoption von Kindern": Nein, es gibt kein Recht zur Adoption. Auch nicht für heterosexuelle Paare. "Recht" würde bedeuten, man kann es ausüben, d.h. darüber (über die Adoption) entscheiden.""..

    Recht bedeutet zunächst "Zugang zu"..

    "ausüben und eigene Entscheidungsprozesse" sind nicht ausschließlicher Teil von Rechten..
    Sie darauf reduzieren zu wollen ist dem "Recht" als Begriff nicht angemessen..

    Nutzen und ausüben wollen sind nämlich auch keine "Vorschrift", auch dann nicht wenn man ein Recht besitzt..
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#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 10.06.2019, 06:48h
  • Die PiS zeigt mal wieder ihre nationalistische Fratze, bei der es darum geht, alles, was nicht weiß, polnisch und heterosexuell ist, Rechte zu verwehren. Wird Zeit, dass die EU und andere Nationen ihnen die Rote Karte zeigen, und an deren Geldbeutel gehen.
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#7 PeerAnonym
  • 10.06.2019, 09:20h
  • "[...] mit sichtlich empörtem Unterton, [...] sondern auch das Recht für homosexuelle Paare zur Adoption von Kindern. "

    Die sehen die Kinder wohl lieber in den Händen der katholischen Kirche...

    Fakt ist doch: es wachsen so oder so Kinder in Regenbogenfamilien auf. Aber durch ein Adoptionsrecht haben die eine rechtliche Absicherung, die sie sonst nicht hätten. Es geht also gerade um das Kindeswohl.
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#8 Ralph
  • 10.06.2019, 10:36h
  • Der Begriff "Ehe für alle" ist ein großer Wurf, denn mit ihm ist es gelungen, das blöde Wort "Homo-Ehe" zu verdrängen. Und es besagt lediglich, dass alle heiraten dürfen, nicht nur Heten. Wieso daraus ableitbar sein soll, dass man seinen Hund heiraten könne oder einen Harem oder die eigene Schwester, erschließt sich nicht und ist allenfalls Leuten wie Birgit Kelle oder Annegret Kramp-Karrenbauer nachvollziehbar.

    Natürlich gibt es kein Recht im Sinne eines Anspruchs auf Adoption von Kindern. Aber einen solchen Anspruch hat ja eh niemand. Gemeint ist selbstverständlich, dass man adoptieren darf und nicht auf Grund der sexuellen Orientierung einem Verbot unterliegt. Dass sogar hier Leute die Propaganda unserer Feinde nachplappern, ist mir unbegreiflich.
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#9 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 10.06.2019, 13:46h
  • Antwort auf #7 von Peer
  • Klar, die katholische Kirche weiß doch, dass ihren Kinderschändern nichts in Polen passieren wird. Dafür sorgt schon die PiS und die katholische Doppelmoral, die allen, nur nicht sich selbst die Schuld daran gibt.
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#10 ZenkimausAnonym