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Life Ball in Wien

Tanzen "bis ans Ende des Regenbogens"

Vom Zirkus-Glamour inspiriert, haben in Wien Promis, Politiker und Betuchte in grandiosen Kostümen den letzten Life Ball gefeiert. Die Show muss weitergehen, sagt einer, der es möglich machen kann.


Tom Neuwirth alias Conchita Wurst führte als gruseliger Zirkusdirektor durch den Abend (Bild: Life Ball / © Daniel Gossmann / 2019)

In rauschenden Roben und teils gewagten Kostümen haben die Wiener mit internationaler Prominenz den letzten Life Ball am Rathaus gefeiert. Passend zum Thema Zirkusspektakel ließen sich am Samstagabend mehrere tausend Gäste zu fantasievollen Kostümen mit Tüll oder Federn, groteskem Make-up oder XXL-Perücken inspirieren. "Bis ans Ende des Regenbogens" müsse an dem Abend getanzt werden, forderte Mitgründer Gery Keszler zum Auftakt.

"Die menschliche Spezies treibt wunderbare Blüten. Sehen Sie das Leben in all seiner Pracht", lud Tom Neuwirth die Gäste ein. Der Künstler, der als Dragqueen Conchita Wurst 2014 für Österreich den Eurovision Song Contest gewonnen hatte, führte als gruseliger Zirkusdirektor durch den Abend. Die "Rocky Horror Picture Show" ließ grüßen: Neuwirth trat mit schwarz geschminkten Augen, Zylinder, Netzstrümpfen und viel nackter Haut unter einem schwarzen Mantel auf. Motto des Balls war "United in Diversity" (In Vielfalt vereint).

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Europas größte Aids-Benefizveranstaltung

Den Life Ball gibt es seit 1993. Es war eine der größten Wohltätigkeitsveranstaltungen Europas zugunsten der Aidshilfe. In den vergangenen Jahren kamen jeweils mehr als zwei Millionen Euro Erlös für die Unterstützung von Menschen, die mit HIV infiziert sind, und zur Bekämpfung der Immunschwäche zusammen. Jedes Jahr nahmen daran viele Prominente, Models, Politiker und wohlhabende Spender teil.

Über einen großen weißen Teppich schritten Horrorclowns, Freaks, sexy Artisten und Paradiesvögel in Regenbogenfarben zum Rathaus. Unter den Promis waren die US-Schauspielerin Katie Holmes und die deutsche Schauspielerin Nastassja Kinski. Tänzerin Dita von Teese trat im rot- weißen Federkleid auf. Die US-Sängerin Keala Settle schmetterte den Song "This is me" über Toleranz und Gleichberechtigung, dann erinnerte der Ball an die Stonewall-Aufstände in New York vor 50 Jahren.


Die Ballgäste schritten auf einem weißen Teppich ins Wiener Rathaus (Bild: Life Ball / © Stephan Brückler / 2019)

Viele Prominente waren per Videobotschaft dabei, darunter der frühere US-Präsident Bill Clinton. Lorna Luft, die Tochter von Judy Garland, sang wie einst ihre Mutter im Film "Der Zauberer von Oz" aus dem Jahr 1939, und zum Schluss "Somewhere Over the Rainbow".

"Einen Leuchtturm der Lebensfreude gebaut"

Mitgründer Gery Keszler hatte zuvor angekündigt, es werde der letzte Life Ball sein. "Wir haben einen Leuchtturm der Lebensfreude gebaut", sagte er und musste sich zeitweise mit tränenerstickter Stimme durch seinen Text kämpfen. "Wir werden uns hier, am Wiener Rathausplatz, wiedersehen: wenn es das Ende von Aids zu feiern gibt. Das Leben darf siegen."

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) will das Ende des Fests nicht akzeptieren: "Ich bin ganz sicher, die Idee des Life Balls muss weiter bestehen, weil wir den Life Ball brauchen, auch in Zukunft. Ich bin bereit dazu, der Life Ball muss weitergehen", meinte er.

Organisator Keszler hatte im Mai mitgeteilt, das Event könne nicht mehr finanziert werden (queer.de berichtete). Es sei in letzter Zeit immer schwieriger geworden, Sponsoren und Spender für den Ball gewinnen zu können. (cw/dpa)



#1 Sr Agnetha MariaAnonym
  • 09.06.2019, 17:59h
  • Kleine Korrektur: Der LifeBall erwirtschaftete in seinen 26 Jahren über 30 Millionen und nicht nur 2 Millionen Reinerlös.
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#2 Patroklos
  • 09.06.2019, 20:58h
  • "Es sei in letzter Zeit immer schwieriger geworden, Sponsoren und Spender für den Ball gewinnen zu können."

    Sorry, aber diese Aussage ist doch an den Haaren herbeigezogen! Sponsoren und Spender gibt es in Unmengen und da werden sich doch in Zukunft welche zu finden sein!? Wenn Wien das nicht mehr stemmen kann, sollte man sich überlegen, ob das Event nicht in einer anderen Stadt ausgetragen werden sollte, z. B. Zürich oder München.
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#3 Sabelmann
#4 Sabelmann
#5 KetzerEhemaliges Profil
  • 10.06.2019, 01:53h
  • Antwort auf #4 von Sabelmann
  • Ich stimme Dir zu.

    Gery Keszler hat es in seiner Abschlussrede auf den Punkt gebracht: unsere Zeit ist kälter geworden. Wenn die Hand ausgestreckt wird, ist das nicht immer, um zu geben, sondern auch mit dem Kalkül verbunden, was man selbst davon hat.
    Im Prinzip hat er hier wunderbar den Grundsatz des Neoliberalismus benannt - eine generelle Entsolidarisierung und Fokussierung auf Partikularinteressen, vor allem natürlich die derjenigen, die eh' schon mehr als genug haben.

    Wir brauchen eine neue solidarische Politik. Wir brauchen keinen weiteren Rechts-, sondern einen gewaltigen Linksruck.

    Wenn der SPÖ-Bürgermeister dafür sorgen will, dass die Idee weiterlebt, sollte er sich doch gleich einmal an die Spitze einer echten, neuen, solidarischen Bewegung setzen.

    Im übrigen glaube ich auch, dass Wien genau die richtige und beste Stadt für eine solche Veranstaltung ist - keine deutsche Stadt hat auch nur annähernd so viel Charme, so viel Flair und so viel Glamour.

    In diesem Sinne, herzlichste Grüße von einem Piefke ins wunderschöne Wien. Mögen wir auch in den weiteren Jahren so Wunderbares von Euch hören und erleben. Herr Ludwig, geh'n Sie's an!
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#6 apo-Anonym
  • 10.06.2019, 06:06h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Also München wäre jetzt nicht unbedingt die Stadt, die mir spontan in den Sinn käme, wenn es für den Life Ball eine neue Stadt bräuchte. Hamburg, Köln, oder Berlin ließe ich mir noch einreden.
    Aber da es bestimmt nicht daran liegt, dass Wien den Lifeball nicht mehr stemmen kann, ist diese Überlegung sowieso obsolet.
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#7 Sabelmann