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Berlin

Lesbisches Paar vor Imbiss beleidigt und geschlagen

Zwei 18 und 21 Jahre alte Frauen wurden nach einem Beziehungsstreit im Berliner Stadtteil Tempelhof von einem 53-Jährigen homophob beschimpft und körperlich angegriffen.


Die Berliner Polizei informiert gezielt über mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

Am Sonntagvormittag soll es in Berlin-Tempelhof zu einem homophoben Angriff auf zwei junge Frauen gekommen sein. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Pfingstmontag.

Nach Zeugenangaben soll ein lesbisches Pärchen im Alter von 18 und 21 Jahren gegen 10.45 Uhr zunächst vor einem Imbiss am Tempelhofer Damm miteinander in Streit geraten sein. Auf diesen Streit wurde ein 53-jähriger Mann aus dem Imbiss aufmerksam, ging zu den beiden Frauen hin und fragte, was los sei. Hierbei bekam er mit, dass die beiden Frauen ein Paar sind, und soll sie homophob beschimpft haben. Zudem soll er die 21-Jährige an ihrem Revers gepackt und sie nach hinten gestoßen haben.

Die 18-Jährige griff daraufhin zum Schutz ihrer Freundin ein und stellte sich dazwischen. Daraufhin soll der Mann der jungen Frau ins Gesicht geschlagen haben. Die 21-Jährige versuchte nun wiederum ihrer Lebensgefährtin zu helfen, worauf der Mann sie an einem Handgelenk gepackt und ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll. Auf die Ankündigung hin, nun die Polizei zu alarmieren, ging der Mann in den Imbiss zurück.

Der 53-Jährige sieht sich als eigentliches Opfer

Den eintreffenden Polizisten erklärte der 53-Jährige, dass die Frauen ihn angegriffen hätten und er sich nur verteidigt habe. Zur weiteren Untermauerung deutete er dabei auf oberflächliche Kratzer auf seinem Kopf. Nach Feststellung ihrer Personalien wurden alle drei Beteiligten, die auf die ärztliche Versorgung ihrer Verletzungen verzichteten, am Ort entlassen. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Erst am Sonntagmorgen war es in Berlin zu zwei Reizgas-Attacken gegen schwule Männer gekommen (queer.de berichtete). Für internationale Schlagzeilen sorgte in den vergangenen Tagen ein Angriff auf ein lesbisches Paar in einem Londoner Bus (queer.de berichtete).

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI. (cw/pm)



#1 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 10.06.2019, 13:43h
  • Wird der Typ verurteilt? Nein, es wird alles im Sande verlaufen, weil Aussage gegen Aussage steht (außer, es finden sich noch weitere Zeugen).
    Es erfordert schon ein gewisses Maß an Unverfrorenheit, sich homophob und gewalttätig zu verhalten, und sich dann als Opfer der "bösen Lesben" zu sehen.
    Ich hoffe, es gibt viele Zeugen, so dass seine Opferthese sich als Schutzbehauptung herausstellt.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 10.06.2019, 17:21h
  • Es fällt auf, dass sich in letzter Zeit die Angriffe speziell gegen Lesben sehr häufen, siehe der Vorfall in London. Tatsächlich waren Schwule ja bislang vor allem diejenigen, die das "Privileg" hatten, wegen ihres Verrats an der Männlichkeit von ihren Geschlechtsgenossen Gewalt zu erfahren.
    Ich sehe hier eine weitere, beunruhigende Brutalisierung im homophoben Bodensatz der Gesellschaft aufkommen.

    Zum Vorfall kann ich nur sagen, dass es schon einer ziemlichen Chuzpe bedarf, um sich als Opfer zu sehen, weil man nach einem tätlichen Angriff unerwarteterweise doch einen abgekriegt hat, ähnlich wie ein Kind, das ständig Nachbars Fensterscheiben einwirft und dann losheult, wenn der Nachbar mal rauskommt und ihm eine schmiert.
    Unabhängig davon finde ich es echt gut, dass Lesben anfangen, sich zu wehren. Nur Mut, Schwestern, schlagt zurück!
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#3 sanscapote
  • 10.06.2019, 17:41h
  • Wäre es möglich, daß die Schwulen dortzulande (Deutschland, bei Queer.de schreibend) endlich aufhören, die ältere Generation (noch im Krieg und kurz danach Geborene) bei homophoben Ausfällen dergestalt zu verunglimpfen, als seien sie zu keiner homophilen Äußerung fähig?
    Jener 53jährige Genannte gehört einer viel jüngeren Generation an.
    Homophobie ist kein Ausdruck des Alters, sondern der Einstellungen bzw. des Charakters.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 10.06.2019, 17:55h
  • Antwort auf #3 von sanscapote
  • Könntest du bitte mal deinerseits anfangen, einen Beleg dafür zu finden, wo in diesem Artikel bzw. in einem der Kommentare irgendwo nahegelegt wurde, dass ausschließlich die ältere Generation homophob sei?

    Korrigiere mich, wenn ich mich irren sollte, aber in diesem Artikel wird lediglich erwähnt, dass der Angreifer 53 Jahre alt war. Das ist eine Tatsache. Sicher, man hätte noch zusätzlich erwähnen können, dass die meisten homophoben Angriffe eher von jüngeren Menschen ausgehen, allein schon deshalb, weil diese körperlich stärker sind, aber ansonsten sehe ich nicht einen einzigen Anhaltspunkt für eine solche Generationenpauschalisierung.
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#5 aveccapoteAnonym
#6 VeränderungAnonym
  • 11.06.2019, 00:46h
  • Antwort auf #4 von Alexander_F
  • Wundere dich nicht.
    Er hat immer ein Komplex, wenn ein Mann als Schuldiger dasteht, oder wenn das Thema plötzlich nicht mehr Männer sind. Da kommen dann die schrägsten Argumente, um abzulenken und um den Mann irgendwie doch als Gutmenschen darzustellen, obwohl er es möglicherweise nicht ist.

    ©BuntesUndSchönes
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#7 VeränderungAnonym
#8 VeränderungAnonym
  • 11.06.2019, 00:52h
  • Antwort auf #2 von Alexander_F
  • Danke für deine Solidarität :-)
    Da gehörst du hier zu den ganz seltenen positiven Beispielen.

    Es erschreckt mich auch, dass offensichtlich gerade vermehrt Frauen attackiert werden. Dem muss man auf den Grund gehen. Vielleicht ist es rechts motiviert. Was anderes fällt mir gerade nicht ein.

    ©BuntesUndSchönes
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#9 Homonklin44Profil
  • 11.06.2019, 08:35hTauroa Point
  • Antwort auf #8 von Veränderung
  • Dazu müsste man mal Statistiken oder reale Fallzahlen über einen längeren Zeitraum haben, um das sagen zu können.
    Denn durch die Berichterstattung kriegen wir immer nur einen kleinen Anteil dessen mit, was vorkommt, und überhaupt zur Anzeige gebracht wird. Die Dunkelziffer idt wahrscheinlich hoch, weil Viele gar nicht zur Polizei gehen, sich schämen, nicht bloßgestellt werden wollen oder nicht geouted leben oder wissen, meist folgt da nicht viel nach, man hat mehr Schererei oder muss sich noch Vorwürfe rein treten lassen, dazu, warum man auch provokant öffentlich küsst oder sonst siowas. Man hätte dann praktisch selber Schuld, wenn was passiert.

    Also das aus wenigen Meldungen erheben zu wollen, ist schwer möglich. Aber gefühlt habe ich den Eindruck auch, dass in letzter Zeit das asoziale Verhalten Frauen gegenüber zugenommen hat. :(
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#10 Alexander_FAnonym
  • 11.06.2019, 12:53h
  • Antwort auf #8 von Veränderung
  • Bitte, das ist doch selbstverständlich. Ich glaube ohnehin generell, dass Gewalt zwar wirklich scheiße ist, aber ein Pazifist bin ich nicht: wenn jemand anfängt, sie anzuwenden, muss er damit rechnen, sie zurückzubekommen, und dass unsereiner so häufig angegriffen wird, hat mit der gängigen Erwartung zu tun, wir seien schon so schwach und wehrlos, dass man uns ohne Folgen angreifen könne. Gerade Frauen werden ja allgemein gerne als solche "Opfer" gesehen, an denen man(n) sich folgenlos vergreifen könne. Diese Erwartungshaltung muss mit Gegenangriffen durchbrochen werden. Deswegen befürworte ich auch solche Vereinigungen wie die "Pink Pistols" in den USA.

    Die zunehmende Misogynie in der Gesellschaft hat sicherlich mit einem gewissen Rechtsruck bzw. gegenaufklärerischen Tendenzen zu tun. Einerseits ist da ein religiöser Backslash unter jungen Gläubigen zu nennen, dann die blöden Blauen, die Alt-Right und in aller Dunstkreis die Incel-Bewegung, die Gewalt gegen Frauen ganz gezielt fördert und feiert.
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