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Rechtsextremismus in den USA

Bewaffnete Neo-Nazis schwenken Hakenkreuzfahnen beim CSD Detroit

Rechtsextreme wollten beim Motor City Pride laut dem lokalen Polizeichef Rassenunruhen provozieren.


Beim CSD Detroit wehte die Nazi-Fahne über der Regenbogen­fahne – in den USA ist das völlig legal

  • 11. Juni 2019, 11:17h 13 2 Min.

Zehn bis 15 Neo-Nazis marschierten am Samstag in Detroit geschützt von einer Polizeieskorte am Rande der CSD-Parade mit und schwenkten dabei Hakenkreuzfahnen. Mehrere von ihnen trugen offen Handfeuerwaffen oder Gewehre und zeigten den Hitlergruß. Zudem zerrissen die Mitglieder eine Regenbogenfahne und urinierten auf eine israelische Flagge. Es kam zu keinerlei Verhaftungen, da keine Handlung der Neo-Nazis als gesetzeswidrig gewertet wurde. Die Rechtsextremen sind Mitglieder des National Socialist Movement (Nationalsozialistische Bewegung), einer der größten legalen weißen Rechtsaußen-Gruppen in den Vereinigten Staaten.

Bei einer Pressekonferenz am Montag erklärte de Detroiter Polizeichef James Craig, die Rechtsextremen hätten laut ihren Erkenntnissen rassistische Ausschreitungen angestrebt, die das Ausmaß von Charlottesville im Jahr 2017 übersteigen sollten. In der Stadt im Bundesstaat Virginia war es damals unter dem Motto "Unite the Right" (Vereinige die Rechte) zu Ausschreitungen gekommen, bei der eine Frau getötet und 28 Menschen verletzt wurden. Für Empörung hatte damals gesorgt, dass Präsident Donald Trump eine Verurteilung der Demonstration der Rechtsextremen ablehnte und attestierte, dass es auch unter ihnen "gute Menschen" gebe.

Craig sagte, dass die Polizei wegen der Bewaffnung der Neo-Nazis unbedingt einen Zusammenstoß verhindern wollte und die Gruppe daher abschirmte. Sorgen hätten ihnen auch 15 bis 20 teils vermummte Gegendemonstranten gemacht, die die "afro-amerikanischen Beamten" hätten provozieren wollen. Die Polizisten hätten sich nicht mit den Rechtsextremen gemein gemacht, sondern hätten nur dafür Sorge tragen wollen, dass es zu keinem "Aufstand" kommen würde.

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Kritik an Polizei in sozialen Netzwerken, Lob von CSD-Organisatoren

Die CSD-Organisatoren begrüßten auf der Pressekonferenz der Polizei, dass die Beamten die Pride-Besucher geschützt hatte. In sozialen Netzwerken gab es aber teils scharfe Kritik an dem Einsatz, weil die Polizei auch bei rassistischen oder homophoben Beleidigungen nicht eingeschritten sei. Laut Polizeichef Craig habe man den Rechtsextremen aber Grenzen gesetzt: So sei ihnen gesagt worden, dass es zu Verhaftungen komme, wenn eine Regenbogenfahne verbrannt werde – daraufhin zerrissen die Neo-Nazis die Fahne öffentlich.

Direktlink | Bericht in den Lokalnachrichten zur Pressekonferenz der Polizei
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Craig erklärte auch, dass unter den Rechtsextremen Anwälte mit Kameras mitgelaufen seien. Daher habe man nicht eingegriffen. Hintergrund ist auch, dass es in Detroit ausdrücklich erlaubt ist, offen mit einer geladenen Waffe durch die Stadt zu laufen. Wenn dieses "Grundrecht" gebrochen wird, könnten hohe Schadensersatzforderungen auf die Stadt zukommen.

Beim CSD in der US-Hauptstadt Washington D.C. war es am selben Tag zu einer Massenpanik gekommen, weil ein Mann eine Luftpistole gezogen hatte (queer.de berichtete). Anders als in Detroit ist es in Washington verboten, in der Öffentlichkeit mit einer Waffe herumzulaufen. (dk)

/ HRC_MI | Mehr als 40.000 CSD-Teilnehmer ließen sich von den Neo-Nazis nicht aufhalten
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#1 PetterAnonym
  • 11.06.2019, 13:30h
  • Dass überhaupt schon das Zeigen solch widerlicher Flaggen in den USA unter "freier Rede" fällt, ist eine Pervertierung der Idee von Freiheitsrechten. Denn diese finden eigentlich ihre Grenzen genau dort, wo andere in ihren Freiheiten eingeschränkt werden.
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#2 LordWilliamByronAnonym
  • 11.06.2019, 14:07h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Da kann ich Dir nur Recht geben. Das ist nicht nur unglaublich, sonder in größter Weise unverständlich ! Ich finde es aber schon lächerlich, daß man in diesem Land auf fremde Fahnen urinieren darf oder sie zerstören und andersrum, wehe jemand achtet Ihre Fahne zu wenig oder stellt damit was an. Wie schön das es immer zweierlei Recht gibt !
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#3 Alexander_FAnonym
  • 11.06.2019, 16:58h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Wo ist das eine Pervertierung? Wenn diese Leute klar und deutlich sagen, was für Arschlöcher sie sind und wen sie toll finden, wissen wir es wenigstens genau.
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