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Rechtsextremismus in den USA

Bewaffnete Neo-Nazis schwenken Hakenkreuzfahnen beim CSD Detroit

Rechtsextreme wollten beim Motor City Pride laut dem lokalen Polizeichef Rassenunruhen provozieren.


Beim CSD Detroit wehte die Nazi-Fahne über der Regenbogenfahne – in den USA ist das völlig legal

Zehn bis 15 Neo-Nazis marschierten am Samstag in Detroit geschützt von einer Polizeieskorte am Rande der CSD-Parade mit und schwenkten dabei Hakenkreuzfahnen. Mehrere von ihnen trugen offen Handfeuerwaffen oder Gewehre und zeigten den Hitlergruß. Zudem zerrissen die Mitglieder eine Regenbogenfahne und urinierten auf eine israelische Flagge. Es kam zu keinerlei Verhaftungen, da keine Handlung der Neo-Nazis als gesetzeswidrig gewertet wurde. Die Rechtsextremen sind Mitglieder des National Socialist Movement (Nationalsozialistische Bewegung), einer der größten legalen weißen Rechtsaußen-Gruppen in den Vereinigten Staaten.

Bei einer Pressekonferenz am Montag erklärte de Detroiter Polizeichef James Craig, die Rechtsextremen hätten laut ihren Erkenntnissen rassistische Ausschreitungen angestrebt, die das Ausmaß von Charlottesville im Jahr 2017 übersteigen sollten. In der Stadt im Bundesstaat Virginia war es damals unter dem Motto "Unite the Right" (Vereinige die Rechte) zu Ausschreitungen gekommen, bei der eine Frau getötet und 28 Menschen verletzt wurden. Für Empörung hatte damals gesorgt, dass Präsident Donald Trump eine Verurteilung der Demonstration der Rechtsextremen ablehnte und attestierte, dass es auch unter ihnen "gute Menschen" gebe.

Craig sagte, dass die Polizei wegen der Bewaffnung der Neo-Nazis unbedingt einen Zusammenstoß verhindern wollte und die Gruppe daher abschirmte. Sorgen hätten ihnen auch 15 bis 20 teils vermummte Gegendemonstranten gemacht, die die "afro-amerikanischen Beamten" hätten provozieren wollen. Die Polizisten hätten sich nicht mit den Rechtsextremen gemein gemacht, sondern hätten nur dafür Sorge tragen wollen, dass es zu keinem "Aufstand" kommen würde.

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Kritik an Polizei in sozialen Netzwerken, Lob von CSD-Organisatoren

Die CSD-Organisatoren begrüßten auf der Pressekonferenz der Polizei, dass die Beamten die Pride-Besucher geschützt hatte. In sozialen Netzwerken gab es aber teils scharfe Kritik an dem Einsatz, weil die Polizei auch bei rassistischen oder homophoben Beleidigungen nicht eingeschritten sei. Laut Polizeichef Craig habe man den Rechtsextremen aber Grenzen gesetzt: So sei ihnen gesagt worden, dass es zu Verhaftungen komme, wenn eine Regenbogenfahne verbrannt werde – daraufhin zerrissen die Neo-Nazis die Fahne öffentlich.

Direktlink | Bericht in den Lokalnachrichten zur Pressekonferenz der Polizei

Craig erklärte auch, dass unter den Rechtsextremen Anwälte mit Kameras mitgelaufen seien. Daher habe man nicht eingegriffen. Hintergrund ist auch, dass es in Detroit ausdrücklich erlaubt ist, offen mit einer geladenen Waffe durch die Stadt zu laufen. Wenn dieses "Grundrecht" gebrochen wird, könnten hohe Schadensersatzforderungen auf die Stadt zukommen.

Beim CSD in der US-Hauptstadt Washington D.C. war es am selben Tag zu einer Massenpanik gekommen, weil ein Mann eine Luftpistole gezogen hatte (queer.de berichtete). Anders als in Detroit ist es in Washington verboten, in der Öffentlichkeit mit einer Waffe herumzulaufen. (dk)

Twitter / HRC_MI | Mehr als 40.000 CSD-Teilnehmer ließen sich von den Neo-Nazis nicht aufhalten



#1 PetterAnonym
  • 11.06.2019, 13:30h
  • Dass überhaupt schon das Zeigen solch widerlicher Flaggen in den USA unter "freier Rede" fällt, ist eine Pervertierung der Idee von Freiheitsrechten. Denn diese finden eigentlich ihre Grenzen genau dort, wo andere in ihren Freiheiten eingeschränkt werden.
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#2 LordWilliamByronAnonym
  • 11.06.2019, 14:07h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Da kann ich Dir nur Recht geben. Das ist nicht nur unglaublich, sonder in größter Weise unverständlich ! Ich finde es aber schon lächerlich, daß man in diesem Land auf fremde Fahnen urinieren darf oder sie zerstören und andersrum, wehe jemand achtet Ihre Fahne zu wenig oder stellt damit was an. Wie schön das es immer zweierlei Recht gibt !
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#3 Alexander_FAnonym
#4 zundermxeAnonym
  • 11.06.2019, 20:53h
  • Antwort auf #3 von Alexander_F
  • Is ne klare Pervertierung von Meinungsfreiheit wenn Geschichte, Ideologie und beispielloser Horror mit Hackenkreuz und Hilter-Gruß propagiert werden dürfen in direkter Nähe zur ehemaligen und aktuell potentiellen Opfergruppe.

    Stell Dir einfach vor, dass da welche statt Hackenkreuz-Fahne eine IS-Fahne gehabt hätten. Glaubst wirklich die Polizei hätte das als freie Meinungsäußerung zugelassen?!
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#5 Alexander_FAnonym
  • 11.06.2019, 22:55h
  • Antwort auf #4 von zundermxe
  • Es wäre nach amerikanischem Recht immer noch von der Meinungsfreiheit gedeckt. Ich will nicht sagen, dass ich es damit in irgendeiner Weise gutheiße, dass diese Fahne gezeigt wird. Auch bedeutet Meinungsfreiheit keineswegs, dass man nicht die Folgen dafür in Kauf nehmen muss, die es mit sich bringt, solch eine Meinung kundzugeben, wie beispielsweise dieser Braunauer-Postkartenmaler-Fanclub vielleicht in einer dunklen Seitengasse von ein paar freundlichen Afroamerikanern oder Latinos ein paar sehr ernste Worte zu hören bekommen werden.

    Wir Deutschen haben immer einen gewissen Hang zur Zensur und meinen, indem man das Zeichen verbiete, verschwinde auch die Meinung, die dahinter steckt. Dem ist aber nicht so, wie man in Sachsen beispielsweise sehr gut beobachten kann. Ich bin deshalb dafür, solche Zeichen ungestraft zeigen zu dürfen. Ungestraft im Sinne von ohne juristische Konsequenzen. Die sozialen sind eine andere Sache, und ich glaube sogar, dass die Strafe genug sind, wenn nicht sogar mehr, als ein paar Tagessätze wegen einem Fähnchen.

    Und zu deinem Beipiel mit der IS-Fahne kann ich auch nur dasselbe sagen: wer damit wedelt, zeigt nur, was für ein großes Arschloch er ist und diskreditiert sich in erster Linie selbst und gibt sich ohne Mummenschanz als Sympathisant von Mörderbanden zu erkennen, und das mit gutem, verfassungsmäßig garantiertem Recht. Es gibt eben ein Recht auf Selbstmord, auch auf gesellschaftlichen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 12.06.2019, 06:10h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Was erwartest Du von einem so "zivilisiertem" Land wie den USA? Da galt bis vor wenigen Jahrzehnten die Ermordung von Afroamerikanern als "Freizeitbeschäftigung", die in einigen Staaten nicht verfolgt wurden. Kinder dürfen heute noch mit der Bibel in Hausschulen indoktriniert werden, und legal homosexuelle und transsexuelle Jugendliche von den Eltern auf die Straße geworfen oder verprügelt werden (bis hin zu Mord), und selten greift jemand ein, weil es als "natürliches Elternrecht" angesehen wird, die eigenen Kinder zu disziplinieren.
    Und warum das alles?
    Weil Fernsehprediger und Nazis (überspitzt gesagt, der politische Arm der Religioten) erlaubt gegen uns hetzen dürfen.
    Jimmy Swaggard, ein bekannter Fernsehprediger mit eigenem Fernsehkanal, sagte einmal in einer Predigt, dass er einen Mann erschießen würde, der ihn küssen würde.
    Dr. Dobson, der von "Focus on the Family", sagt in seinen Büchern und Radiosendungen, dass laut Bibel Homosexuelle den Tod verdient haben.
    Mel White, der Gründer von Soulforce, einer queerfreundlichen christlichen Organisation, und selber schwul, erzählte einmal, wie bei einer Fernsehshow in Seattle, Washington, ein Prediger vor der Aufzeichnung ihm sagte, dass er den Tod laut Leviticus verdient hat. Als Mr. White ihn fragte, ob er den Job (ihn zu töten) übernehmen will, sagte der Prediger, dass man dazu "gottgefällige Männer" in Regierungen wählen soll.
    So, wie eine Warnung auf Zigarettenpackungen, so sollte man auch Warntafeln vor jeder Kirche aufstellen: "Vorsicht! Beim Betreten dieses Gebäudes laufen Sie Gefahr, den Verstand zu verlieren!"
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#7 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 12.06.2019, 06:12h
  • Antwort auf #2 von LordWilliamByron
  • Die Nazis wollten provozieren, wollten sich als Opfer hinstellen, die von den bösen Schwulen attackiert wurden. Oder was glaubst Du, warum deren Anwälte mit Kameras unterwegs bei der Demo waren?
    Wäre ihr Kalkül aufgegangen, hätten Stadt, Staat und Initiatoren des CSD sich mit hohen Geldforderungen der Nazis beschäftigen müssen.
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#8 Lukas9117Anonym
  • 12.06.2019, 09:14h
  • Einfach wiederlich,noch dazu hat dieses land im 2 WK gegen die menschen die diese Flagge erfunden haben gekämpft
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#9 LotiAnonym
#10 LotiAnonym