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Österreich

Junge Konservative dürfen nicht an Europride-Parade teilnehmen

Streit vor der großen Europride-Parade am Samstag in Wien: Weil die Partei von Altkanzler Sebastian Kurz LGBTI-feindlich regierte, darf die Jugendorganisation der ÖVP nicht teilnehmen.


Die Regenbogenparade findet am 15. Juni statt

Die CSD-Veranstalter in Wien haben die erstmalige Teilnahme der Jungen Volkspartei (JVP), der Jugendorganisation der christsozialen ÖVP, bei der Parade des CSDs in Wien abgelehnt. Die dieses Jahr zum 24. Mal stattfindende "Regenbogenparade" trägt zum zweiten Mal den vom Verband europäischer CSD-Organisationen vergebenen Titel "Europride", der viele internationale Besucher anlockt.

Grund für das Nein der Organisatoren ist die ablehnende Haltung innerhalb der ÖVP und der JVP zu LGBTI-Rechten. So stimmten im Gemeinderat JVP-Vertreter dagegen, dass der Euro-CSD wie auch andere Festivals städtische Subventionen erhält. "Wenn es nach der JVP gegangen wäre, gäbe es heute keine Europride in Wien", erklärte Europride-Veranstalterin Katharina Kacerovsky, die Geschäftsführerin der Stonewall GmbH.

Moritz Yvon, der Co-Chef der LGBTI-Organisation HOSI Wien, ergänzte: "Man kann nicht 364 Tage im Jahr Politik gegen Akzeptanz und gleiche Rechte machen, und sich dann am 365. Tag unterm Regenbogen abfeiern lassen. Werbung ohne Substanz wird der Wahlkampf genug bieten – man sollte die Ziele einer Demo, an der man teilnehmen will, schon glaubhaft unterstützen." Hintergrund: Nach dem Ende der Koalition zwischen Volkspartei und der rechtspopulistischen FPÖ müssen die Österreicher voraussichtlich im September ein neues Parlament wählen – der nach einem Misstrauensantrag abgewählte ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz gilt als hoher Favorit auf eine weitere Amtszeit.

Die HOSI Wien wies auch darauf hin, dass der ÖVP im kürzlich obsolet gewordenen Regierungsprogramm LGBTI-Personen "keine einzige Silbe" wert gewesen sei, wie Co-Chefin Lui Fidelsberger erklärte. "Von der JVP wurde dazu geschwiegen", so ihr Vorwurf. Auch die "schikanöse Umsetzung" eines Urteils zum Dritten Geschlecht "kritisierte niemand in der JVP".

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JVP: Entscheidung ist "schlicht falsch"

Die Wiener JVP kann die Ablehnung nicht nachvollziehen: Schließlich sei der CSD ein "überparteilicher Schulterschluss für die Sache", so Landeschef Nico Marchetti. Daher sei die Entscheidung "keine die meiner Auffassung nach dem Charakter dieser Veranstaltung entspricht" und "somit schlicht falsch". Der Jungpolitiker gab aber zu, dass sich seine Partei bei LGBTI-Rechte in der Vergangenheit "nicht mit Ruhm bekleckert" habe.

Vor sechs Jahren hatte es einen ähnlichen CSD-Streit in der deutschen Bundeshauptstadt gegeben: Damals wollten die Berliner Pride-Organisatoren die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) von der Parade ausschließen (queer.de berichtete). Auch damals fand der Streit im Vorfeld einer Wahl statt. Am Ende durfte der LSU-Wagen doch an der Parade teilnehmen – Teilnehmer trugen damals T-Shirts mit dem Aufdruck: "Muttis gayle Truppe" (queer.de berichtete). (dk)



#1 PetterAnonym
  • 11.06.2019, 15:38h
  • Finde ich vollkommen richtig.

    Wäre die JVP fortschrittlicher als der Rest ihrer Partei und würde sich vielleicht sogar in ihrer Partei dafür einsetzen, sähe das anders aus. Aber da die JVP ja selbst das Stattfinden der Veranstaltung torpediert haben, sollten sie das jetzt wo es (entgegen deren Willen) stattfindet, nicht für ihre Werbung missbrauchen dürfen...
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 11.06.2019, 15:56h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Hier geht es auch nicht um irgendwelche konservative Fortschrittsbremsen.

    Hier geht es um eine Partei, die fanatisch homophobe Nazis wie Strache zum Vizekanzler gemacht hat.

    Weshalb deren Jungtruppe sich auf dem CSD tummeln will, ist mir sowieso schleierhaft.
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#3 Ralph
  • 11.06.2019, 19:54h
  • Natürlich ist eine solche Veranstaltung überparteilich - aber das bedeutet nicht, dass sie Vertreter einer Partei zulassen müsste, die fanatisch homofeindliche Politik macht. Ich habe vorgestern mit Missvergnügen gesehen, wie die Feigenblätter von CDU und FDP in Saarbrücken am CSD teilgenommen haben. Wenn es nach mir ginge, blieben die draußen. Insbesondere eine Partei, die sich eine Vorsitzende leistet, welche in unserer rechtlichen Gleichstellung eine Gefahr für Staat und Gesellschaft sieht, hat auf einem CSD nichts zu suchen.
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#4 hugogeraldAnonym
  • 12.06.2019, 06:45h
  • Typisch für diese LeutInnen - die Anderen den Kopf hinhalten lassen, die Anderen arbeiten lassen ..., und wenn es funktioniert so tun als ob Mann/Frau dazugehört, so machen es viele PolitikerInnen
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