Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33818

Ende der Homo-"Heilung" in Deutschland?

Breiter Zuspruch für Spahns Pläne für Verbot von Konversionstherapien

Gesundheitsminister Spahn will sogenannte Konversionstherapien zur "Umpolung" von Homosexuellen verbieten. Und rennt damit offene Türen ein.


Als zweites EU-Land nach Malta will Deutschland Homo-"Heilung" generell verbieten

Für seinen Vorstoß, sogenannte Konversionstherapien zur "Umpolung" von Homosexuellen zu verbieten, bekommt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag breite Unterstützung. "Es ist gut, dass die Vorbereitung eines Verbots der menschenverachtenden Umpolungstherapien nun endlich Fahrt aufnimmt", sagte der für Lesben- und Schwulenpolitik zuständige FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) lobte das Vorhaben als überfälligen Schritt. In der "Augsburger Allgemeinen" sagte LSVD-Sprecher Markus Ulrich: "Wir fordern eine umfassende Ächtung dieser Angebote – insbesondere junge Lesben, Schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen brauchen diesen Schutz".

Twitter / fdpbt

Die SPD-Abgeordnete Hilde Mattheis rechnet im Bundestag mit einer breiten Zustimmung für die Verbotspläne. "Die meisten Abgeordneten sind sich im Ziel einig: Wir wollen, dass kein Mensch mehr hierzulande unter Konversionsmaßnahmen zu leiden hat", erklärte sie am Dienstag. Man hoffe, dass der Gesundheitsminister jetzt Wort halte und die Koalition schnell einen Gesetzentwurf vorlege, sagte Ulle Schauws von der Grünen-Bundestagsfraktion. "Es ist ein Skandal, dass im Jahr 2019 Pseudotherapien, die darauf abzielen, die homosexuelle Orientierung zu ändern, nach wie vor in Deutschland stattfinden". Die Politikerin betonte zugleich, dass auch "trans- und intergeschlechtliche Menschen davor geschützt werden" müssten, "Objekt ähnlicher Pseudotherapien" zu werden.

Kein Widerstand aus dem Bundesrat

Auch im Bundesrat droht kein Widerstand, denn die Länderkammer selbst hatte schon im Mai die Bundesregierung aufgefordert, ein Verbot solcher Therapien zu prüfen (queer.de berichtete). Ärzte, Therapeuten und Heilpraktiker, die Konversionstherapien "anbieten oder empfehlen", sollen ihre Berufe nicht mehr ausüben dürfen, forderte damals die Länderkammer.

Spahn hatte am Dienstagmorgen in einer Pressekonferenz die Ergebnisse von zwei Gutachten zum Thema vorgestellt und angekündigt, ein Verbot der Homo-"Heilung" noch in diesem Jahr auf den Weg bringen zu wollen (queer.de berichtete). Viele Details sind aber noch unklar, auch ein Abschlussbericht von einer Expertenkommission wird erst noch veröffentlicht.

Direktlink | Die NDR-Dokumentation "Die Schwulenheiler" erzählt, wie homophobe "Therapeuten" arbeiten

Zu dem Gesetzentwurf werde er jetzt Gespräche aufnehmen mit dem SPD-geführten Bundesjustizministerium, sagte Spahn. Es gehe seinen Angaben nach dabei um strafrechtliche Aspekte, um berufsrechtliche Aspekte für Therapeuten oder Ärzte, die solche Behandlungen anbieten, und um sozialrechtliche Aspekte, damit verhindert wird, dass die Behandlungen über die Krankenkassen abgerechnet werden.

Zahlen liegen nicht vor, aber die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld geht von Tausenden Fällen pro Jahr in Deutschland aus, in denen versucht wird, Homosexuelle mit fragwürdigen Therapien zu "heilen". Das reiche vom familiären Umfeld, Coaches und Therapeuten über Gebete bis hin zu Exorzismus, sagte der geschäftsführende Vorstand Jörg Litwinschuh-Barthel.

Ablehnung gegen die Reform kam von christlichen Fundamentalisten, die Homosexualität als minderwertige Orientierung ansehen. Die Evangelische Allianz argumentiere etwa, dass es gegen grundlegende Freiheits- und Persönlichkeitsrechte verstoße, die "Heilung" von Homosexuellen zu verbieten (queer.de berichtete). Der Bibelbund warnte, dass ein derartiges Verbot den christlichen Konsens kriminalisiere (queer.de berichtete). (dpa/cw)

Twitter / extra3 | Selbst Satire-Magazine klären auf, was heilbar ist und was nicht



#1 Ralph
  • 11.06.2019, 19:48h
  • Den christlichen Konsens kriminalisieren? Aber hallo! Was kriminell ist, muss auch kriminell genannt werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 easykeyProfil
  • 11.06.2019, 20:16hLudwigsburg
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Stimmt. Ich bin aber eher auf die Bundestagsdiskussionen mit der AfD und den zu erwartenden, neuerlichen Kreuzzügen der Klerikalnazis gespannt. Das kann nur Eiter werden.
  • Antworten » | Direktlink »