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Polizeibericht

Berliner Homo-Mahnmal erneut beschmiert

Zum vierten Mal in wenigen Monaten wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Tiergarten mit Farbe beschädigt.


Das Mahnmal mit seiner Video-Installation zieht leider nicht nur interessierte Besucher an (Bild: Sabine Hauke)

Die Berliner Polizei berichtet am Dienstag von einer erneuten Sachbeschädigung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Eine entsprechende Tat sei über die Internetwache der Polizei angezeigt worden.

Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes habe demnach bereits am Sonntag gegen 23 Uhr die Beschädigung an dem Denkmal im Tiergarten schräg gegenüber dem Holocaust-Mahnmal festgestellt. Mit schwarzer Farbe hätten Unbekannte das Sichtfenster zu der Video-Installation des Denkmals beschmiert.

Die Beschädigung wurde bereits beseitigt. Der für Hasskriminalität zuständige Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernahm die weiteren Ermittlungen.

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Vandalismus ohne Ende?

Erst im Januar hatte ebenfalls ein Sicherheitsdienst eine Beschädigung mit schwarzer Farbe an dem Denkmal festgestellt – wenige Stunden nach einer dortigen Gedenkfeier für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes (queer.de berichtete). Auch im Dezember und Oktober 2018 war die Stele mit schwarzer Farbe beschmiert worden (queer.de berichtete). Einmal war das Sichtfenster übermalt worden, ein anderes Mal hatte jemand "HIV" darunter geschrieben.

Das Denkmal war im Mai 2008 eingeweiht worden, errichtet auf Beschluss des Deutschen Bundestages nach einem Entwurf des Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Es soll die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus ehren und zugleich "ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen". Zum zehnten Jahrestag des Denkmals hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Denkmal vor einem Jahr besucht und eine viel beachtete Rede gehalten (queer.de berichtete).

Im Laufe seines noch kurzen Bestehens war das Mahnmal mehrfach beschädigt worden, vor allem im ersten Jahr wurde die Scheibe zur Videoprojektion mehrfach zerschlagen oder zerkratzt. Auch an anderen Orten Berlins war es immer wieder zu Vandalismus an LGBTI-Gedenkorten gekommen, etwa an der Gedenktafel für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am U-Bahnhof Nollendorfplatz. Auch Infotafeln und eine Kunstinstallation, die am Magnus-Hirschfeld-Ufer in der Nähe des Bundeskanzleramts an die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung und ihren Vorkämpfer erinnern sollen, wurden mehrfach willentlich beschädigt – zuletzt im Oktober (queer.de berichtete). (nb/pm)