Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33821

Nach Sieg in Frankreich

Semenya kritisiert Weltverband: "Sie sollten sich auf Doping konzentrieren, nicht auf uns"

Die Athletin mit intersexuellen Anlagen wehrt sich weiter dagegen, ihre Testosteron-Werte durch Medikamente künstlich zu drosseln.


Caster Semenya will weiter darum kämpfen, ohne leistungssenkende Medikamente am Leichathletik-Wettkämpfen teilnehmen zu können (Bild: Yann Caradec / flickr)

Olympiasiegerin Caster Semenya hat den Leichtathletik- Weltverband mit drastischen Worten kritisiert. Statt sich in den Streit um erhöhte Testosteronwerte von Läuferinnen zu verbeißen, sollte sich die IAAF vielmehr um das akute Dopingproblem kümmern. "Ich bin doch keine Idiotin. Warum sollte ich Medikamente einnehmen? Ich bin eine saubere Athletin. Ich betrüge nicht", sagte die 28 Jahre alte Südafrikanerin nach ihrem Sieg in einem 2.000-Meter-Rennen am Dienstagabend in der Nähe von Paris. "Sie sollten sich auf Doping konzentrieren, nicht auf uns", schimpfte Semenya über die Funktionäre des Verbands. Sie werde niemals verbotene Substanzen nehmen.

Die IAAF hatte eine Regel eingeführt, mit der Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen festgesetzt wurden. Gegen die Bestätigung dieser Regel durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS war die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin und dreimalige Weltmeisterin beim Schweizerischen Bundesgericht – der letzten Instanz – vorgegangen. Semenya errang einen Teilerfolg und darf aufgrund einer einstweiligen Anordnung bis auf weiteres wieder auf Strecken zwischen 400 Metern und einer Meile (1.609 Meter) antreten (queer.de berichtete). Nach dem Rennen in Montreuil bekräftigte die Weltklasse-Läuferin, sich keinesfalls einer Hormonbehandlung zu unterziehen.

Am Montag hatte Südafrika Semenya für den vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaften nominiert, die im Herbst in Doha stattfinden werden. Die Läuferin soll auf der 800-Meter-Strecke um Gold kämpfen. Ob sie wirklich an der WM teilnehmen darf, hängt von der endgültigen Entscheidung des Schweizerischen Bundesgerichts ab. (dpa/cw)