Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33827

Ein "Fuck you" in Richtung Regierung

WM: Lesbische US-Kapitänin singt wegen Trump keine Nationalhymne mehr

In deutschen Nationalteams ist es Sportlern freigestellt, die Hymne mitzusingen. In den USA gilt dies als ungehörig – Megan Rapinoe nutzte diese Methode, um Kritik an der Politik Trumps gegenüber Minderheiten zu üben.


Megan Rapinoe könnte das neue Gesicht gegen diskriminierende Politik der aktuellen US-Regierung werden

Beim ersten Spiel des US-Teams bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Reims sorgte am Dienstagabend nicht nur das rekordträchtige 13:0 gegen völlig überforderte Thailänderinnen für internationales Aufsehen – die offen lesbische Spielführerin und LGBTI-Aktivistin Megan Rapinoe protestierte durch Nichtsingen der Nationalhymne gegen die Trump-Regierung und ihre Behandlung von Minderheiten.

Die 33-Jährige legte als einzige Spielerin nicht – wie beim Singen des "Star-Spangled Banner" üblich – die rechte Hand aufs Herz. Außerdem stand sie schweigend da, während ihre Mitspielerinnen das Lied intonierten.

Ihren Protest hatte sie bereits vergangenen Monat gegenüber "Yahoo Sports" angekündigt. "Ich werde wohl nie wieder meine Hand aufs Herz legen. Ich werde wohl auch nicht wieder die Nationalhymne singen", erklärte die Mittelfeldspielerin damals. "Das ist so etwas wie ein 'Fuck you' gegen Ungleichbehandlung und Gefühle, die die Regierung gegen Leute hat, die nicht genau wie er [Trump] aussehen. Gott helfe uns, wenn wir alle wie er aussehen. Das ist angsteinflößend."

- Werbung - Video - BEAUTIFUL DESTINATION MALTA

Twitter-Nutzer: Protest ist unpatriotisch

In sozialen Netzwerken führte die Protestaktion Rapinoes zu gemischten Reaktionen. Viele verärgerte Nutzer erklärten, die Spielerin sei unpatriotisch und solle gefälligst Fußball spielen statt sich über Politik Gedanken zu machen. Einer von ihnen schrieb etwa auf Twitter: "Megan Rapinoe muss wegen ihres fehlenden Patriotismus aus dem Kader geworfen werden. Warum spielt man für ein Land, das man hasst?"

Eine derartige Aktion kann im US-Sport die Karriere beenden, wie der Footballspieler Colin Kaepernick 2016 erfahren musste. Der Afroamerikaner kniete als Protest gegen Polizeigewalt in den USA bei der Nationalhymne, statt mit der Hand auf der Brust zu stehen. Daraufhin verlor er seinen Job und ist seit mehr als zwei Jahren vereinslos.

Rapinoe ist für mehrere LGBTI-Organisationen aktiv, etwa für das Gay, Lesbian & Straight Education Network (GLSEN), das sich gegen Mobbing an Schulen engagiert, oder die Gruppe Athlete Ally, die sich für LGBTI-Akzeptanz im Sport einsetzt. Immer wieder kritisierte sie offen Homophobie, etwa auch bei den Olympischen Spielen 2016 (queer.de berichtete).

Sportlich ist die Kalifornierin sehr erfolgreich: Seit 2006 absolvierte sie 152 Spiele für das US-Team und wurde 2015 Weltmeisterin. Bei der letzten WM wurde sie außerdem als eine von fünf Amerikanerinnen ins All-Star-Team gewählt. Auch in diesem Jahr ist das Team der Vereinigten Staaten laut Buchmachern Favorit auf den Weltmeisterinnentitel – noch vor Frankreich, England und Deutschland.

Twitter / SkySport | Die USA sind gut ins Turnier gestartet – Rapinoe (re.) erzielte beim Schützinnenfest das 9:0

Das deutsche Team wird sein zweites WM-Gruppenspiel am Mittwochabend um 18.00 Uhr gegen Spanien absolvieren. Das ZDF zeigt die Begegnung live. Das erste Spiel konnte die "Frauen-Nationalmannschaft" (offizielle DFB-Bezeichnung) vergangenen Samstag mit 1:0 gegen China gewinnen. (dk)



#1 KetzerEhemaliges Profil
  • 12.06.2019, 17:04h
  • Großen Respekt und vollste Zustimmung zu dieser wichtigen symbolhaften Aktion!

    Mich hat das auch gleich an das Niederknien während der Nationalhymne erinnert, das vor einiger Zeit nicht nur der genannte Sportler praktizierte, sondern das noch weitere Kreise zog (siehe z.B. hier):

    www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/protest-gegen-trum
    p-bei-der-hymne-auf-die-knie/20380504.html


    All diese Männer mit der starken Geste, jetzt diese Frau mit der offensichtlichen und offensiven Ablehnung eines gleichgeschalteten Patriotismus - das zeigt wahre Stärke und wahre persönliche Größe.

    Mögen diesen Beispielen noch viele weitere folgen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 12.06.2019, 21:22hHannover
  • DAS nenne ich dann mal eine HALTUNG die meinen vollen Respekt verdient hat..

    Chapeau..
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 13.06.2019, 06:28h
  • Gut gemacht (Well done)! Ich an ihrer Stelle hätte stattdessen die Faust zum Widerstand gezeigt. So, wie damals bei der Olympiade bei einigen schwarzen US-Athleten, die den "Black Panther Gruß" zeigten.
    Sie ist Patriotin, die Leute, die Trump in den Hintern kriechen, nicht!!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FinnAnonym
#5 Mister XAnonym
  • 13.06.2019, 22:36h
  • Und wieder gibt es minderwertige Kommentare über Twitter. Ob sie das Land hasst, für das sie spielt. weiß nur die Spielerin allein. Doch davon war nie die Rede. Bekämpft wird einzig die Haltung des Präsidenten und seine merkwürdigen diffamierenden Handlungen. Kein Grund den Kader zu verlassen. Und spielen wird sie trotzdem mit Herz
  • Antworten » | Direktlink »