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Hamburg

Dutzende Unternehmen unterzeichnen Deklaration gegen Diskriminierung HIV-Positiver

Noch immer werden Menschen mit HIV im Berufsleben diskriminiert. Mehr als 50 deutsche Firmen haben nun in Hamburg eine Deklaration unterzeichnet, in der sie sich für Gleichbehandlung einsetzen.


Unternehmen wollen gemeinsam mit der Deutschen Aidshilfe die Diskriminierung HIV-Positiver im Job beenden (Bild: Deutsche Aidshilfe)

Mehr als 50 namhafte Unternehmen und Organisationen haben am Mittwoch in Hamburg eine Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben unterzeichnet. Am Vortag des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK) sollte so öffentlich ein Zeichen gesetzt werden, damit ein zeitgemäßes Bild vom Leben mit HIV und ein respektvoller und selbstverständlicher Umgang mit HIV-positiven Kolleginnen und Kollegen zur Normalität wird.

Die Arbeitgeber-Deklaration ist auf Initiative der Deutschen Aidshilfe (DAH) entstanden. Die Liste der Unterzeichnenden reicht von weltweit tätigen Großunternehmen wie der Deutschen Bank oder Daimler bis zu Einzelhandelsgeschäften, von Verbänden über Städte bis zu lokalen Einrichtungen.

"Alle gemeinsam machen wir deutlich: HIV braucht im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle zu spielen", erklärte DAH-Vorstand Winfried Holz. "Einem ganz normalen kollegialen Umgang steht nichts im Wege. Wir appellieren an alle Menschen in der Arbeitswelt: Tragen Sie dieses Wissen auch in Ihr Umfeld! Es schafft Erleichterung für alle Beteiligten."

Die Deklaration soll darauf hinweisen, dass bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung Menschen mit HIV heute leben und arbeiten können wie alle anderen. Sie seien laut Gesundheitsexperten genauso leistungsfähig und könnten jeden Beruf ausüben.

"Die Infektion muss keine Einschränkung mehr bedeuten"

"Die Medizin hat HIV heute gut im Griff", erklärte dazu Prof. Dr. Hans-Jürgen Stellbrink, der Präsident des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses. "Die Infektion muss keine Einschränkung mehr bedeuten. Ängste vor einer Übertragung bei der Zusammenarbeit waren schon immer unbegründet. Unter Therapie ist eine Übertragung von HIV prinzipiell nicht mehr möglich. Im Arbeitsalltag ist HIV irrelevant."

Bereits im letzten Jahr hatte die DAH das Portal hiv-diskriminierung.de gestartet, um Betroffenen von Ungleichbehandlung das Rüstzeug zu geben, sich dagegen zu wehren (queer.de berichtete). Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 haben auch noch viele Deutsche Vorbehalte gegen HIV-Positive (queer.de berichtete). In einigen Unternehmen – vor allem im Gesundheitswesen – gehört sogar der HIV-Test immer noch zur Einstellungsuntersuchung, obwohl er rechtlich unzulässig und das Ergebnis für die Arbeit unerheblich ist.

"Wir haben keine Angst vor Vielfalt"

Viele der unterzeichnenden Unternehmen gaben eigene Statements ab, warum sie gegen die Diskriminierung HIV-Positiver kämpfen wollen (PDF). "Wir haben keine Angst vor Vielfalt. Vielfalt ist für uns wichtig, denn Vielfalt bedeutet Innovation. HIV ist für uns eine von zahlreichen Facetten", erklärte etwa Dr. Ernesto Marinelli vom badischen Software-Riesen SAP. "HIV spielt bei der DB keine Rolle", sagte auch Dr. Christian Gravert, der Leiter Gesundheitsmanagement der Deutschen Bahn. "Wir fragen nicht danach, und wenn sich HIV-positive Menschen dazu outen, sind sie uns genauso willkommen wie solche ohne HIV."

Twitter / MarinaKleinHR | Auf Twitter und anderen sozialen Medien wird für die Aktion der Hashtag #positivarbeiten verwendet

Auch der katholische Caritasverband für das Erzbistum Berlin versprach: "Wir wenden uns gegen jede Diskriminierung und akzeptieren unterschiedliche Lebenswelten. Das gilt selbstverständlich auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Verbandsdirektorin Prof. Dr. Ulrike Kostka. "Es ist schon auffällig, dass unsere Gesellschaft nach so vielen Jahren der Aufklärung immer noch eine solche Deklaration braucht. Natürlich wollen wir dabei sein, ein Zeichen für Menschen mit HIV zu setzen!" (dk)

Erstunterzeichnende der Deklaration "Für Respekt und Selbstverständlichkeit: Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben"

Accenture • Aperto • Agentur für Arbeit Hamburg • Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf e.V. • Architekturbüro Silke Anna Linnemann • art*design • Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg • Bochum • Bosch • Caritas Berlin • Daimler • DAK-Gesundheit • Deutsche Bahn • Deutsche Bank • Deutsche Druck und Verlagsgesellschaft • Deutsche Eiche / Joseph Sattler GmbH • Dortmund • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK) • DRK Kreisverband Wolfenbüttel • DRK-Landesverband Hamburg • DRK-Landesverband Niedersachsen • Drogenhilfe Schwaben • Elsevier • Flughafen Dortmund • Gasteig München GmbH • Fürth • GEW NRW • GSK • GLS Bank • IBM • IMAGE Ident GmbH • IT-Lorenz • Kare Design • Lyra Apotheke • Münchener Kammerorchester • Norddeutscher Rundfunk (NDR) • Der Paritätische Berlin • Der Paritätische Gesamtverband • Der Paritätische Hamburg • PwC • Reichshof Hamburg Curio Collection by Hilton • SAP • Schön Klinik Bad Bramststedt • Techniker Krankenkasse • Mannheim • Megaherz GmbH Film und Fernsehen • München • Nürnberg • Die Piratenpartei • Staatstheater am Gärtnerplatz, München • Stadtreklame Nürnberg • Tech Data • Vivantes • zahlreiche Aidshilfe-Organisationen


#1 FloskelwachtAnonym
  • 13.06.2019, 12:10h
  • "Auch der katholische Caritasverband für das Erzbistum Berlin versprach: "Wir wenden uns gegen jede Diskriminierung und akzeptieren unterschiedliche Lebenswelten."

    Das wäre was ganz Neues.

    "Bei der Einstellung von Personal legen die christlichen Kirchen und den ihnen zugeordneten Wohlfahrtsverbänden und nachgeordneten Einrichtungen durch ihr Selbstbestimmungsrecht fest, dass sie von ihren Mitarbeiter_innen eine Kirchenzugehörigkeit zu einer christlichen Kirche erwarten. In Stellenausschreibungen der konfessionellen Wohlfahrtsverbände ist zumeist die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche als Anforderung an eine Bewerbung formuliert. Für konfessionslose oder andersgläubige Arbeitssuchende scheiden diese Stellenangebote somit aus. Die fachliche Eignung wird nicht mehr berücksichtigt. ... Die Caritas und die Diakonie ... verlangen von ihren Arbeitnehmer_innen eine bestimmte Lebensführung. Somit greifen die Caritas und die Diakonie als Arbeitgeberinnen in das Privatleben ihrer Angestellten ein. ... Ein Kirchenaustritt, eine Scheidung oder Zweitehe, nichtehelichen Lebensgemeinschaft oder Homosexualität und einer eingetragenen Lebenspartnerschaft können ein Arbeitsverhältnis in Frage stellen und es kommt vor, dass dieses dann beendet wird."

    www.bug-ev.org/themen/schwerpunkte/dossiers/religioese-diskr
    iminierung/bereiche-religioeser-diskriminierung/religioese-d
    iskriminierung-durch-kircheninterne-richtlinien.html
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#2 Dennis00600Anonym
#3 IronikerAnonym
  • 13.06.2019, 16:00h
  • Dann brauchen wir ja jetzt nur noch einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-Positiven in der Community...
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#4 Patroklos