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Einzelkommentar zu:
Wilhelm Wieben ist tot


#46 zundermxeAnonym
  • 14.06.2019, 14:30h
  • Wilhelm Wieben gehört für mich zu den Menschen, die ohne lautes Geschrei und Aufsehen um seine Person authentisch waren.
    Für mich persönlich auch aber nicht nur jenseits vom Thema Homosexualität.
    Ein Mensch, der mit und durch seine persönliche Art zur Farbe im Leben beigetragen hat.
    Danke dafür!

    Bitte hier nicht den billigen Umkehrschluss zu ziehen, dass ich damit laute oder extrovertierte Menschen weniger mag oder abwerten wollen würde.
    Vielfalt!

    Sicher wäre es seiner Person entsprechend passender und auch für ihn persönlich würdiger gewesen seine Homosexualität in einer zu seinem Leben und seiner Person passenden Form zu erwähnen.
    Wie hätte er selbst es formuliert, dass es klar ist aber nicht als platte Information in den Vordergrund gedrückt würde?

    @Ketzer
    Nicht wenige deiner Einstellungen und Erfahrungen kann bzw. muss ich für meine Person teilen.
    Generell kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wie wer ernsthaft wiederholt betont, dass sich doch schon so viel geändert hat und wir doch mittlerweile einen zufriedenstellend nachhaltigen Zustand hätten was Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Diskriminierungsfreiheit angeht.
    Sicher hat es auch gute Entwicklungen gegeben.
    Wer aber ständig so tut als wären wir schon fast am Ziel und hätten eine breite und nachhaltige Unterstützung in der Gesellschaft hat nach meiner Meinung eine extrem große rosa Brille und verhindert so eher zumindest indirekt einen nachhaltigen Fortschritt und die dafür nötige Auseinandersetzung.

    Kann zwar menschlich verstehen, dass es persönlich angenehmer, positiver und einfacher ist alles tendenziell so empfinden und darstellen zu wollen. Irgendwann kommt vielleicht auch eine gewisse Ermüdung an Auseinandersetzungwillen und Konfliktbereitschaft auf.
    Auch mögen manche ihr eigenes persönliches Umfeld vielleicht tatsächlich als so fortschrittlich empfinden.
    Doch an dieser Stelle bitte ich ganz platt darum die Brille abzulegen, die Augen zu öffnen und das eigene persönliche Umfeld auch mal wieder kritischer zu betrachten. Nur weil eine Diskriminierung persönlich vielleicht nicht als solche empfunden wird, bedeutet es nicht, dass diese nicht vorhanden ist. Im Zweifelsfall zumindest für andere Menschen.
    Solidarität?!

    Die weiterhin weit verbreitete Diskriminierung inner- und außerhalb Deutschlands durch die Gesellschaft als Ganzes möchte hoffentlich niemand ernsthaft in Frage stellen. Die aktuellen Ereignisse und Themen wären öffentlich nicht vorhanden und als solches ein Ereignis oder ein Thema wenn es eben die berühmte Normalität bereits gäbe.
    Sorry, wer das wegdiskutieren will, ignoriert es oder ist nicht der Empathie fähig. Andere Motivationen dazu lass ich einfach mal weg.

    Wer dies nicht glauben oder gar bestreiten will, dem empfehle ich mal als Experiment in eine kleinere Stadt oder aufs Land zu ziehen. Oder einfach die Arbeitsstelle zu wechseln.

    Egal ob ich persönlich oder allgemein dafür oder dagegen bin.
    Die erste Diskriminierung besteht doch schon alleine in der Erwartungshaltung sich erklären zu müssen.
    Kaum ein Problem für eher extrovertierte Menschen. Dennoch sollten queere Menschen auch selbstverständlich introvertiert sein dürfen.
    Kaum ein Problem für selbstbewusste Menschen. Darf wirklich erwartet werden, dass queere Menschen nicht auch mal ganz normal weniger selbstbewusst oder gar krank sind (wobei beides ausdrücklich nicht bedingend in Verbindung zueinander gebracht werden soll)?

    Hab ja kein Problem mit Schwulen - aber die sollten schon dazu stehen.
    Hab ja kein Problem mit Schwulen - solange sie mich nicht anmachen.
    Hab ja kein Problem mit Schwulen -
    aber schon eine Vergeudung keine Kinder zu haben.
    Hab ja kein Problem mit Schwulen -
    aber Sie stehen unter Beobachtung!
    ...
    Ein paar spontane Beispiele aus dem Leben.
    Wer hier keine weiterhin vorhandene Diskriminierung erkennen und benennen will oder kann (von Menschen, die nicht müde werden zu betonen sie wären nicht homophob), hat ein von meinem völlig abweichendes Verständnis vom Begriff der Diskriminierung.

    Weglassen oder Verschweigen ist natürlich in den meisten Fällen zumindest eine indirekte Form der Diskriminierung und jenseits aller zumindest von mir gewünschter Normalität im Sinne von selbstverständlicher Gleichberechtigung.
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