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Kommentare zu:
Wilhelm Wieben ist tot


#31 stromboliProfil
  • 14.06.2019, 03:09hberlin
  • Antwort auf #17 von tchantches
  • >> Er hat nie Aufhebens darum gemacht - auch so ein altmodisches Wort - es aber in seinem späteren Leben auch nicht mehr versteckt. Ist nicht genau das ein Stück Normalität? Ich frage nur. <<

    Als antwort kann nur gelten: es ist die "normalität der unterdrückten !
    Im " nie aufhebens machen", liegt das sich bedeckt halten, die unsichtbarkait dem grossteil seiner umgebung gegenüber. Mag ja ein "privater raum" die möglichkeit des "nicht mehr versteckt seins" ausdrücken. Im umgang und sozialen verhältnis zur restgesellschaft ist/war es kein NORMALER umgang.

    Hier wird noch mal spürbar, was 14jahre ( ich 70.) zeitunterschied ausmachen können, um lebensbiographien ein anderes ende zu gönnen.
    Insofern gehört meine anteilnahme auch diesem umstand. Und es spricht für ihn, nie den "riwa" gemacht zu haben; auch unter den damals, denunziativ herrschenden umständen.

    Der schale trost später normalität sei jenen gegönnt.
    Es ersetzt aber weder ihnen, noch ihren zeitgenossenInnen, den unermesslichen verlusst an integrität, glaubwürdigkeit und vorbildhaftigkeit, auf das eine jede emanzipation fußt.
    Hier entzog er sich gänzlich.
    Für die nunmehr nachwachsende generation allenfalls ein abbild der zerstörung , welche gesellschaften, mit feindlicher kondition gegenüber abweichendem, hervorrufen können.
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#32 MarkKerzmanProfil
  • 14.06.2019, 07:02hPrinceton
  • Antwort auf #20 von TheDad
  • >>> Sich zu outen und dann dazu zu stehen Schwul zu sein, ist etwas vollständig anderes als
    "sich zu bekennen".. <<<

    ... etwas vollständig anderes? Tatsächlich? Gelegentlich kann ein Blick in die Lateinfibel hilfreich sein, denn als erster (uns heute bekannter) Redner gebrauchte Marcus Cicero im Jahre 66 v. Chr. in seinen mündlichen Ausführungen vor dem römischen Senat mit dem Titel >De imperio Pompei< die Formulierung >Orator profiteor, et manifeste profiteor< (ich stehe dazu, Redner zu sein, und dazu bekenne ich mich mit vollem Herzen; Übersetzung von Friedrich-Wilhelm Semper, Wien 1873). Aus dem Perfekt von profiteri (professus sum) und dem Suppinum auf u (professuru) bildete Dante Alighieri fast 1500 Jahre später das lateinische Wort professore (einer, der sich ohne Mentalreservation zu dem Ergebnis seiner Forschungsarbeit bekennt und sie in der peer review verteidigt und somit dazu steht. Auch die Aussage eines Römers >Se amicum profiteri< (jemanden seinen Freund nennen) umfaßt beide Komponente: ich betrachte dich als meinen Freund, ich stehe zu dir, ich halte zu dir (z.B. gegen Anfeindungen) und ich bekenne mich (nicht nur in pectore, also nur zwischen uns beiden, sondern in foro, also öffentlich) zu unserer Freundschaft. Ob das auch im Fall zweier Schwulen so ausgesprochen wurde, weiß ich nicht. Dann gab es während der Nazizeit in Deutschland und Österreich die Widerstandsbewegung >Die bekennende Kirche< unter Pastor Martin Niemöller et al. Da wurde vermutlich auch nicht großartig zwischen >dazu stehenhier: >dagegen stehen< und >bekennen< unterschieden. Was also sind die Unterscheidungskriterien, aufgrund deren Du zu dem Urteil >völlig anderes< gelangt bist?
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#33 niccinicciAnonym
  • 14.06.2019, 07:31h
  • rip, und wenn man die kommentare hier so liest von den ganzen politisch überkorrekten polittrinen, kann man echt gut verstehen, das er nie viel mit der szene zu tun haben wollte. völlig unverständlich auch, warum sein arbeitgeber sein schwulsein erwähnen sollte.
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#34 LotiAnonym
  • 14.06.2019, 07:49h
  • Antwort auf #12 von tchantches
  • Eben. Ich habe mich nie versteckt und mein Schwulsein auch nie verheimlicht. Schon im Kinderheim nicht. Zudem steckte man mich mit 16 nur wegen meiner Überzeugung und Offenheit mir nichts, dir nichts von einen Tag auf den anderen ins Erziehungsheim. Hätte ich nicht weiter gekämpft, mich nicht gewehrt gegenüber Gewalttätigkeiten von Seiten einiger Erzieher, hätte man mich bis zur Volljährigkeit dort dabelassen. Mein großes Glück war, dass der Pater Direktor des Erziehungsheims selber schwul war und dieser zügig dafür gesorgt hatte, dass ich mit der Begründung als unerziehbar entlassen wurde. Mit damals 18 Jahren gab das Jugendamt Münster meiner Bitte nach, meinen eigenen Weg gehen zu dürfen. Somit war ich endlich frei. Habe mich auch später nicht gescheut, als Schwuler Stricher in der besagten Ilona Christen Sendung aufzutreten. Alle Diskussionsteilnehmer trugen Sonnenbrillen um nicht erkannt zu werden. Nur ich nicht. Was auch später zum ständigen Mobbing auf mein Arbeitsplatz b.d.Post geführt hatte. Doch ich hielt durch bis zum Eintritt in die Altersrente. Auch hier hatte ich das große Glück von Seiten meines Hausarztes und der Betriebsärzte. Ich kann jeden nur wünschen, niemals klein beizugeben und zu kämpfen für seine Rechte. Ob als Lesbe, Trans oder als Schwuler.
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#35 LotiAnonym
  • 14.06.2019, 08:11h
  • Antwort auf #15 von Faktencheck
  • Na dann eben nicht. Ich muß, will und kann hier auch nicht ellenlange Ausätze über Wortbedeutungen oder andere wichtigen Faktoren schreiben. Dazu bin ich zu einfach gestrickt. Arbeiterkind eben. Dies überlasse ich sehr gerne unseren intelligenten, mit Uniabschluß erfahrenen Usern hier. Was auch wichtig und dringend notwendig ist. Dafür lese ich Sie aber gerne und informiere mich. Ich bin ein Gefühlsmensch und schreibe wie mir der Schnabel gewachsen ist. Lasse mich auch gerne belehren, falls notwendig. Ist das nun für Dich verständlich genug. Es zwingt Dich auch niemand über meine, wie Du es ausdrückst, unverständlichen Kommentare zu antworten. Ich respektiere andere, die nicht den Wunsch haben, Ihr Schwulsein groß an die Glocke zu hängen. So sehe ich es auch bei Wilhelm Wieben Punkt.
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#36 LotiAnonym
#37 KetzerEhemaliges Profil
#38 stromboliProfil
  • 14.06.2019, 09:22hberlin
  • Antwort auf #33 von niccinicci
  • guter rat von erfahrener polittrine an zeitgeistzugaufspringer:
    beim standhaft "im schrank sich verstecken", immer dran denken, die tür auch richtig zu verschließen! Es könnten dich ja doch welches "sehen".
    Bei richtiger handhabung besteht sogar die chance auf eine selbstmumifizierung.
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#39 BLSJAnonym
#40 LotiAnonym
  • 14.06.2019, 10:21h
  • Antwort auf #37 von Ketzer
  • Auch für Dich zum Mitschreiben. Ich bin schon mit meinem Partner händchenhaltend übern Kuhdamm in Berlin gelaufen, da war das noch gar nicht selbstverständlich. Zudem haben ich mich mit Partner ins Café Kranzler gesetzt, auch am Kuhdamm, uns demonstrativ innig geküsst vor all den Omis und Muttis beim Kaffeekränzchen. Oder in der U-Bahn. Unterstelle Du mir hier keinen Stuss. Ich befand mich illegal in den Vereinigten Staaten, in San Francisco, wo ich dafür auf die Straße ging, um für die Gleichstellung von Polizistinnen und Polizisten im ganzen Land zu demonstrieren. Am nächsten Tag war ausgerechnet mein Konterfei auf der Titelseite vom San Francisco Chroniken zu sehen. Und zu guter letzt noch was zur Anmerkung. Als der Film Christiane F. Gedreht wurde in Berlin, hatte ich das Vergnügen eine Rolle spielen zu dürfen, den des Rolf. Als es um eine Bettszene ging, stand im Drehbuch wortwörtlich geschrieben: Hallo Detlef, wach auf. Ich bin sogleich zum Regisseur Ulli Edel gegangen und habe laut protestiert über diesen homophoben Satz. Sofort wurde das HALLO aus dem Drehbuch gestrichen. Nochmal, Du und so manch anderer müssen mich hier nicht belehren, was überzeugtes Handeln im Umgang mit Gleichberechtigung und richtig handeln bedeutet. Aber ich hatte schon immer auch ein sehr gespaltenes Verhältnis zu den Polittrinen der Schwulenorganisation in Berlin. Leider. Das, obwohl ich eher, auch heute noch, dem politisch linken Spektrum zugehörig bin. Reicht Dir das, oder willste noch mehr wissen?
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