Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33833

Nach Maas-Besuch

Grenell kritisiert iranische Minister-Äußerung zu Homosexuellen

Nachdem der iranische Außenminister die Todesstrafe für sexuelle Minderheiten verteidigte, gab es scharfe Kritik vom offen schwulen US-Botschafter in Deutschland.


Richard Grenell bei seinem Antrittsbesuch im Bundesverkehrsministerium (Bild: BM für Verkehr und digitale Infrastruktur / flickr)

Der offen schwule US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif für Äußerungen zur Todesstrafe für Homosexuelle scharf kritisiert. Damit habe "das iranische Regime gegen Grundprinzipien der Vereinten Nationen verstoßen", sagte Grenell der Deutschen Presse-Agentur.

Sarif hatte am Montag auf einer Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Teheran auf eine Frage nach der Todesstrafe für Homosexuelle gesagt, es gebe "moralische Prinzipien" in der iranischen Gesellschaft, die für die Menschen eine entscheidende Rolle spielten. "Manche dieser Prinzipien sind auch Gesetze, die halt eingehalten und befolgt werden müssen – besonders an öffentlichen Orten."

Die Frage war von Paul Ronzheimer, dem offen schwulen Politik-Chefreporter der "Bild"-Zeitung", gestellt worden. Darüber wurde auch international berichtet – die "Washington Post" interviewte Ronzheimer dazu.

Twitter / ronzheimer

Grenell: UN verbietet Kriminalisierung von Homosexualität

Der in der deutschen LGBTI-Szene wegen seiner bedingungslosen Treue zu US-Präsident Donald Trump umstrittene Grenell warf dem Iran vor, damit gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen zu verstoßen. "UN-Mitglieder sollten diese Erklärung achten, um überhaupt Mitglied sein zu können. Die Kriminalisierung von Homosexualität verletzt schlicht und ergreifend diese Erklärung."

Grenell hatte bereits im Februar den Iran wegen der Hinrichtung Homosexueller scharf angegriffen (queer.de berichtete). Allerdings werden die Attacken oft als politisch motiviert angesehen, da die USA gerne den geostrategischen Rivalen Iran kritisieren, aber den Verbündeten Saudi-Arabien nicht, obwohl auch dort Menschen wegen mutmaßlicher Homosexualität hingerichtet werden. Erst im April berichtete CNN, dass später hingerichtete Männer vor ihrem Tod zum "Geständnis" ihrer Homosexualität gezwungen worden seien (queer.de berichtete).

In der "Bild" kritisierten auch deutsche Politiker die Äußerungen des iranischen Außenministers scharf, darunter der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff und der frühere Grünen-Abgeordnete Volker Beck.

Im Iran wird Homosexualität als Sünde oder gar Krankheit angesehen. Das islamische Strafrecht enthält die Todesstrafe für Sex zwischen Männern, die auch angewandt wird – wobei das Regime in den letzten Jahren betonte, die Strafe nur zu vollstrecken, wenn Vergehen wie Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch hinzukämen. Im Januar gab in westlichen Medien Berichte über die öffentliche Hinrichtung eines Homosexuellen im Iran. Offiziellen Angaben zufolge wurde der Mann in dem Prozess, zu dem kaum gesicherte Informationen vorliegen, aber auch wegen der Entführung Minderjähriger verurteilt (queer.de berichtete). (dpa/cw)

Twitter / IsraelMFA | US-Botschafter Grenell teilte auf Twitter auch einen Eintrag des israelischen Außenministeriums, in dem die Todesstrafe für Homosexuelle im Iran scharf kritisiert wird



#1 stromboliProfil
  • 13.06.2019, 14:17hberlin
  • ich bin es leid, im manipulationkrieg zweier reaktionärer denkmodelle aufgerieben zu werden.

    Und schon gar nicht in einem widerwärtigen geopolitischen gerangel, wo "homosexualität" en passant, innen wie aussenpolitisch, als waffe benutzt werden kann.
    So am "beispiel" homosexualität die "unterschiedliochkeiten der jeweiligen systeme verdeutlicht werden sollen siehe, "dekadenter westen, versus "rückständiger osten.

    Unbestreitbar ist bei genauem hinsehen:
    Was bei dem einen staat barbarisch, ist bei dem anderen staat mit "seidenhandschuhen" getätigt.
    Beider im staatlichen gemeinwesen verankerten religionswahnsinn, liegt die selbe amoralisch-menschenfeindliche denkstruktur zugrunde.

    Und nur weil "zufällig" die usa einen uns gegenüber gemäßigten druck auszuüben in der lage ist, sagt dies nichts über die innere zerrissenheit uns gegenüber.
    Wir sehen dies in den usa am stetig ansteigenden versuch, über "religiöse denkfreiheit" , menschenrechte wieder in 1te&2te klassen zu teilen.

    Und Grenell sollte erst mal gegenüber seinem sexistischen übertrampel donald den mund voll nehmen.
    Wer handlanger seines herrn ist, hat das anrecht auf duldung und verständnis verwirkt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LotiAnonym
  • 13.06.2019, 14:28h
  • Mich würde hier zum Thema sehr interessieren, ob es stimmt, was ich vor langer Zeit mal irgendwo aufgefangen hatte, ob es tatsächlich ausgerechnet im Iran eine führende spezielle Klinik für Geschlechtsumwandlungen gibt? Oder wurde diese abgeschafft?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Bonifatius49Anonym
  • 13.06.2019, 15:08h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Die Kritik am Iran durch Grenell ist berechtigt. ABER in gleicher Weise müßte er auch Saudi-Arabien, Katar und Vereinigte Arabische Emirate kritisieren, weil auch dort hohe Haftstrafen bis hin zur Todestrafe verhängt werden, keine Demokratie besteht, Presse- und Meinungsfreiheit eingeschränkt ist und Frauenrechte unterdrückt werden. Im Thema "`Menschenrechte" sind beide Staaten Saudi-Arabien und Iran gleichermaßen scharf zu kritisieren und das wiederum macht Grenell nur in Bezug auf den Iran.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 globoProfil
  • 13.06.2019, 17:23hBerlin
  • Hat der deutsche Außenminister auf die Antwort seines iranischen Kollegen reagiert?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FinnAnonym
  • 13.06.2019, 18:55h
  • So deutliche Worte würde ich mir auch von unserer schwarz-roten Bundesregierung wünschen.

    Aber die sind wohl zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

    Wenn sie nicht regierungsfähig sind, sollten Union und SPD aber so fair sein, die Regierung zu beenden und Platz für andere zu machen, die fähiger und williger sind.

    Denn alles andere macht Populisten stark. Wenn Union und SPD schon immer weiter sinken wollen, sollten sie sich fragen, ob ihr Vermächtnis wirklich sein soll, die Populisten stark gemacht zu haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AndyAnonym
  • 13.06.2019, 22:09h
  • Warum lässt der sich denn nicht in den Iran versetzen.... Das wäre doch mal ein Zeichen.... Ok, geht wohl nicht, da es da immer noch keine diplomatischen Beziehungen gibt.... Aber dann evt. Ein anderes islamisches Land....
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDadProfil
  • 13.06.2019, 23:11hHannover
  • Auch dieser erneute scharfe Angriff Grenells gegen die Iranische Position ist NICHTS wert so lange er sich nicht auch ebenso scharf gegen die Todesstrafe im eigenem Land einsetzt !

    Denn die "doppelzüngigkeit" die er im Iran kritisiert hat er bezüglich der angewendeten Todesstrafe in etlichen US-Bundesstaaten selbst im Repertoire..
  • Antworten » | Direktlink »
#8 TheDadProfil
#9 stromboliProfil
  • 14.06.2019, 01:38hberlin
  • Antwort auf #2 von Loti
  • nach meinem derzeitigen informationsstand existiert das noch.
    Hat auch etwas damit zu tun, dass man mit der operativen transistion von einem geschlecht ins andere, dass unerwünschte homosexuelle vermeintlich überwunden glaubt.
    Siehe auch parkistanische und jüngst indische ansichten hierzu.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 stromboliProfil