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Urteilsvollstreckung nach 25 Jahren

USA: Sechsfacher Schwulenkiller soll im August hingerichtet werden

Der Gouverneur von Florida hat das Todesurteil gegen Gary Ray Bowles unterzeichnet, der in den Neunzigerjahren aus Homo-Hass sechs Schwule umgebracht hatte.


Serienkiller Gary Ray Bowles soll am 22. August in einem Gefängnis umgerbacht werden

Auge um Auge, Zahn und Zahn: Serienkiller Gary Ray Bowles soll nach dem Willen des Gouverneurs Ron DeSantis am 22. August um 18.00 Uhr im Todestrakt eines Gefängnisses im US-Bundesstaat Florida getötet werden. Der republikanische Regierungschef unterzeichnete diese Woche das "Death Warrant"-Dokument (Todesurteil) gegen den 57-jährigen, der zugegeben hatte, vor 25 Jahren sechs schwule Männer brutal umgebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass er aus Hass auf Homosexuelle handelte. Der Täter war während seiner Verhaftung auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher der Vereinigten Staaten gewesen.

Bowles war 1994 und erneut 1999 wegen Mordes an Walter Hinton, eines seiner Opfer, zum Tode verurteilt worden. Alle seine juristischen Einsprüche waren in den letzten Jahrzehnten gescheitert. Wie in Florida üblich, soll er mit einer Todesspritze hingerichtet werden – Menschenrechtler betrachten diese Hinrichtungsmethode als brutale Folter, da die Gefangenen oft nur schwach betäubt werden, wenn sie die tödlichen Medikamente injiziert bekommen, und dann bei vollem Bewusstsein ihren teils bis zu einer Dreiviertelstunde dauernden Todeskampf miterleben.

Direktlink | Bericht in den Lokalnachrichten

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Der Täter war im Oktober 1994 verhaftet worden, kurz nachdem er Walter Hinton getötet hatte. Er gab zu, den schwulen Bekannten im Schlaf einen 20 Kilogramm schweren Stein auf den Kopf geschleudert zu haben. Das Opfer überlebte zunächst schwer verletzt mit einem Schädelbruch, wurde dann aber umgehend von Bowles erwürgt. Wegen dieses Mordes erhielt er die Höchststrafe, gab dann aber fünf weitere Morde in Florida, Georgia und Maryland zu.

Sein typisches Vorgehen war, dass er gegen Geld mit den Männern Sex hatte, um sie dann im Schlaf zu töten. Daraufhin klaute er von seinen Opfern Geld und Kreditkarten.

Bereits vor seiner Mordserie war Bowles mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. 1982 wurde er etwa verhaftet, weil er seine Freundin sexuell genötigt hatte. Dafür erhielt er sechs Jahre Haft. 1991 musste er erneut vor Gericht erscheinen, weil er einer Rentnerin die Handtasche geklaut hatte. Dafür erhielt er vier Jahre Haft, kam aber bereits nach zwei Jahren wieder in Freiheit. (cw)

Direktlink | Die Schwester eines der Opfer spricht über den Mörder, den sie zunächst für "charmant" und "gut aussehend" hielt



#1 LedErich
  • 13.06.2019, 17:51h
  • Hinrichtungen sind nicht in Ordnung sondern eine primitive und verbrecherische Antwort auf ein Verbrechen.
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#2 daVinci6667
  • 13.06.2019, 18:10h
  • Antwort auf #1 von LedErich
  • An und für sich hast du sehr recht. Doch die USA sind diesbezüglich halt leider ein zurückgebliebenes Land.

    Es wäre unrecht und homophob wenn ein Mörder in den USA nur deswegen nicht hingerichtet würde, weil seine Opfer schwul sind.

    Solange die Todesstrafe leider dort existiert, ist dieses Strafmass für seine grässlichen Taten richtig.
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#3 NX-01Anonym
  • 13.06.2019, 19:22h
  • Antwort auf #2 von daVinci6667
  • Dieses Strafmaß ist nie richtig. Niemals. Nie. Nie. Nie. Nie. Nie.

    Das blöde ist ja, dass, wenn man sich aktivistisch gegen die Todesstrafe einsetzt, hat man es eigentlich fast immer (oder zumindest sehr oft) mit Leuten zu tun die halt Verbrecher*innen sind. Es geht aber darum klar zu machen, dass absolut JEDER Mensch das Recht auf Leben hat. Jetzt hinzugehen und zu sagen "In dem Fall ist das aber gerecht und der muss hingerichtet werden, weil das sonst homophob wäre, wenn andere nicht hingerichtet werden" spielt die Dinge gegeneinander aus.

    Absolut jeder Mensch der hingerichtet wird ist ein Mensch zuviel. Egal was für Verbrechen sie oder er begangen hat. Jeder Mensch der irgendwie davor bewahrt werden kann, indem halt eben eine Gouvernourin oder ein Gouvernour seine Zustimmung verweigert ist ein Mensch der davor gerettet wurde.

    Nichts und niemand hat jemals den Tod verdient. Egaaaaal was die Person getan hat.
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#4 Ralph
#5 NX-01Anonym
  • 13.06.2019, 21:29h
  • Antwort auf #4 von Ralph
  • Jede*r ermordete Person ist eine zuviel.

    Durch seinen Tod werden seine Opfer nicht wieder lebendigt. Es geht einzig und allein um Rache und eines der Grundprinzipien der Rechtstaatlichkeit ist es Rache zu verhindern.

    Wenn er ermordet wird legitimiert das andere Menschen zu ermorden.
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#6 TheDadProfil
  • 13.06.2019, 23:26hHannover
  • Antwort auf #2 von daVinci6667
  • ""Es wäre unrecht und homophob wenn ein Mörder in den USA nur deswegen nicht hingerichtet würde, weil seine Opfer schwul sind.""..

    Ein bemerkenswertes und bedenkenswertes Argument..

    Da aber schon das Urteil einfach falsch war, denn NIEMAND hat das Recht einen anderen Menschen zu töten, ist auch hier die Tötung einfach Menschenrechts-widrig..
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDadProfil
  • 13.06.2019, 23:29hHannover
  • Antwort auf #5 von NX-01
  • ""Wenn er ermordet wird legitimiert das andere Menschen zu ermorden.""..

    Nöö..
    Das ist keine "Legitimation"..

    Aber der Staat handelt dann über die Justiz exakt so, wie der Täter gehandelt hat..
    Damit setzt er automatisch seine "moralische Kompetenz" außer Kraft, denn er soielt (wie schon im Artikel erwähnt) das alte Spiel
    "auge um auge, zahn um zahn"..

    Rache kann nicht Teil einer demokratischen Justiz sein..
  • Antworten » | Direktlink »
#8 tchantchesProfil
  • 13.06.2019, 23:31hSonstwo
  • Antwort auf #5 von NX-01
  • "Es geht einzig und allein um Rache und eines der Grundprinzipien der Rechtstaatlichkeit ist es Rache zu verhindern."

    Das sehen sie im angelsächsischen Rechtssystem mit seiner stark protestantischen Prägung leider anders. Die gehen davon aus, dass jeder gut sein kann, wenn er nur will. Also hat der Verbrecher einfach nicht gewollt.

    Und deshalb muss er auch richtig einen drauf kriegen. Das *ist* Rache. Mit unserer Vorstellung von Recht oder gar Resozialisierung hat das nichts zu tun.

    Man sehe sich nur das alberne Missverhältnis bei den Strafmaßen für verschiedene Arten von Verbrechen an, wo ein paar Gramm Rauschgift einen für 30 Jahre hinter Gitter bringen und Sex schlimmer bestraft wird als Mord.

    Und bevor einer unserer dauererregten Querleser hier gleich vom Leder zieht, ich hätte die Todessstrafe verteidigt: Nein und nochmals nein! Unter keinen Umständen.
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#9 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 14.06.2019, 04:16h
  • Ich weiß nicht, wie es bei den anderen ist, aber ich kann gut schlafen, weil ich weiß, dass es bald einen Widerling weniger auf der Erde geben wird.
    Prinzipiell bin ich gegen die Todesstrafe, weil oft unschuldige Menschen hingerichtet wurden. Bei dem hier ist die Schuld jedoch erwiesen. Es hat nichts mit Rache, sondern mit Gerechtigkeit zu tun, wenn in den USA es für Mord die Todesstrafe geben kann.
    Opfer und deren Angehörige mögen Rachegefühle haben, was verständlich ist, Juristen urteilen nach den Beweisen. Und, bis vor wenigen Jahrzehnten gab es auch in diesem Land, sowie vielen anderen europäischen Ländern die Todesstrafe.
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#10 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 14.06.2019, 04:19h
  • Antwort auf #1 von LedErich
  • Ach, würdest Du diesem Killer einen Klaps auf dem Po geben, und ihm nach wenigen Jahren die Freiheit schenken? Sechs Menschen sind seinetwegen tot. Menschen, die ein langes, schönes Leben haben könnten. In den USA gibt es den Gedanken der Gerechtigkeit nicht nur für den Täter, sondern auch deren Opfer und Angehörigen der Opfer.
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