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Kommentare zu:
LGBTI-Gegner wollen queer.de zum Schweigen bringen


#1 MichaelTh
  • 13.06.2019, 16:50h
  • Ich unterstütze Euch schon seit Jahren mit einem Abo. Nicht aufgeben, nicht unterkriegen laasen! Und vielen, vielen Dank für Eure tolle Arbeit!
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#2 Bonifatius49Anonym
  • 13.06.2019, 17:18h
  • Bedauerlich das ich nicht in Köln/Düsseldorf wohne, ansonsten würde ich Euch kostenlos vor den Gerichten vertreten, aber der Fahrtweg ist zu weit nach Köln. Aber es gibt doch auch genügend schwule Rechtsanwälte in Köln/in Düsseldorf und in Berlin sowieso ("fragt doch einfach einmal bei der Arbeitsgemeinschaft schwuler Juristen nach, die sich im Waldschlösschen in Göttingen triff: BASJ").

    Ansonsten wenn ich der Queer,de etwas auf jeden Fall über alle Jahre attestiere, dann ist es sorgfältige und genaue journalistische Recherche. Oftmals seit Ihr auch viel schneller in der Berichterstattung als Siegesaeule Berln, EnoughIsEnough, Nollendorfblog, blu.fm, Maenner.de oder auch LSVD-Internetportal.

    Nicht ganz gefällt mir immer bei Euch, die politische Ausrichtung manches Artikels, wo ich eine Bevorzugung der Linkspartei/Grünen erkenne, die gegenüber der FDP und SPD nicht ganz gerechtfertigt ist, da ich persönlich diesen vier Parteien allesamt gute und sehr gute Noten bei LSBTI-Themen ausstelle: mir sind FDP, Grüne, Linkspartei und SPD alle willkommen, wobei ich aber die FDP präferiere.

    Auch teile ich nicht ganz Eure Haltung aber auch des LSVD in der Migrationspolitik, weil ich doch eher hier eine "Überforderung" der deutschen Gesellschaft beobachte, die leider als Gegenreaktion in bedeutenden Teile der Gesellschaft zum Aufstieg der AfD führt. Davor hatte ich bereits 2015 gewarnt, aber wollte bekanntlich im LSVD kaum einer glauben, wie hoch die Gefahr des Aufstiegs der AfD sein wird.

    Was ich aber sehr gut bei Euch wiederum finde, das ihr in einem sehr wichtigen Kampf Euch gegen die Partei AfD befindet und rechte/rechtsradikale Blogger enttarnt und das ist bei den Wahlerfolgen der AfD dringend notwendig.

    Es ist auch gut, das Ihr mittlerweile David Berger als rechten Blogger enttarnt habt, was anfangs bei Ihm nicht erkennbar war, als er sein Buch "Heiliger Schein" veröffentlicht hat. Bei keinem anderen LSBTI-Aktivisten durfte ich eine solche Wandlung im Laufe der letzten Jahre so massiv beobachten. Ich persönlich erachte diesen Kampf gegen die Partei AfD als prägend in der LSBTI-Szene für die kommenden Jahrzehnte in Deutschland, weil wir die AfD leider so schnell nicht mehr in Deutschland wieder los werden. Und es ist bekanntlich die AfD, die als einzige Partei im Bundestag die Ehe für alle wieder rückgängig machen will, was alle anderen Parteien im Bundestag (auch CDU/CSU) ablehnen.

    Fazit: Auch wenn mir nicht "alles" bei der Queer gefällt, insgesamt aber in der Abwägung macht ihr sehr gute Arbeit.
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#3 GrüzefixAnonym
  • 13.06.2019, 17:48h
  • Antwort auf #2 von Bonifatius49
  • Die afd will die ehe für alle rückgängig machen., kann sie aber nicht , weil kein Gericht in Deutschland dem zustimmen würde und das weiß die afd ganz genau und darum ist es nur ein dummes respektloses verhalten um gegen LGBTI Stimmung zu machen.
    Im übrigen hat die CSU 2018 2 Gutachten in Auftrag gegeben um zu überprüfen ob sie vor Gericht eine Chance hätten die Ehe für alle zu kippen. Beide Gutachten sagten Nein keine Chanche.
    Ihrer Ansicht nach ist die FDP LGBTI freundlich, ja Sie haben recht, immer dann wenn Landtags/ Bundestagswahlen,Europawahlen. sind.
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#4 MedmanAnonym
  • 13.06.2019, 18:13h
  • Gerade gespendet... ihr seit mir zwar auch etwas zu links aber die Strategie der Rechten und Prominenten darf nicht aufgehen Euch Mundtot zu machen.
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#5 FredericAnonym
  • 13.06.2019, 18:35h
  • Leider berichtet ihr oft nicht ausgewogen und politisch nicht neutral. Aber dennoch ist das Verhalten von Jens Riewa unmöglich, ich hoffe dass ihr durch die Klage nicht in den Ruin getrieben werdet. Dennoch würde ich mir eine neutralere und differenziertere Berichterstattung wünschen.
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#6 KetzerEhemaliges Profil
  • 13.06.2019, 18:54h
  • Antwort auf #5 von Frederic
  • Ich lese und kommentiere bei Queer.de genau WEGEN der politischen Haltung.

    "Politisch neutrale" Medien haben wir schon mehr als genug. Einfach alles als "gleichwertige Meinungen" darstellen, ohne politisch einzuordnen, ist aus meiner Sicht kein verantwortungsvoller Journalismus. Und ein solches Verhalten der öffentlich-rechtlichen Medien hat zum rasanten Aufstieg der AfD beigetragen. Es IST nicht alles gleichwertig, und politische Neutralität hilft gerade der Queer Community am allerwenigsten weiter.

    Wir brauchen eine klare Haltung gegen jede Art gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
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#7 DMKPAnonym
#8 GrüzefixAnonym
#9 Ralph
  • 13.06.2019, 20:34h
  • Jens Riewa und seine Spezis sind sicher der übelsten Schwulenhasser Deutschlands welche. Man stelle sich vor, ein Jude zitiert eine Pressemeldung, irgendeine Person sei auch Jude. Diese Person erklärt das für ehrenrührig und geht - nicht etwa gegen das Presseorgan, das es behauptet hatte, sondern gegen denjenigen, der es zitiert hat, vor Gericht, und die Richter verbieten jede weitere Äußerung des Zitierenden zum Thema, weil es zum Kernbereich der Persönlichkeit gehöre, Jude zu sein oder nicht, und schon der Verdacht, es zu sein, dem Ansehen schweren Schaden zufüge. Die deutsche Justiz ist massiv schwulenfeindlich. Wer wie ich erlebt hat, mich welchen Worten ein Schwuler, der nach seiner Verpartnerung gleiche Bezahlung wie verheiratete Heten verlangt und sich durch die Instanzen klagt, von deutschen Richtern herabgewürdigt, beleidigt und verächtlich gemacht wird, kann davon ein Lied singen. - Ich werde in den nächsten Tagen mal wieder eine Überweisung an Euch veranlassen.
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#10 FaktencheckAnonym
  • 13.06.2019, 21:53h
  • Antwort auf #2 von Bonifatius49
  • "ansonsten würde ich Euch kostenlos vor den Gerichten vertreten, "

    Ich vermute, dass auch die Redaktion auf eine Rechtsvertretung Wert legt, die zumindest der deutschen Sprache mächtig ist. Bei deinem Satzbau rollen sich einem die Fußnägel regelmäßig bis zum Anschlag hoch. Kaum zu glauben, dass du es mit diesem Stammel-Stil durch ein Studium geschafft hast.

    ---

    Kleine Spende ist unterwegs.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#11 Yuna675Anonym
  • 13.06.2019, 23:34h
  • Liebes queer.de Team es tut mir leid, dass ich nicht mit einem Abo unterstützen kann, aber ich bin leider noch minderjährig und kann dies somit nicht. Ich hoffe, dass ihr es schafft weiterzumachen und nicht aufgeben zu müssen. Ich wünsche noch viel Glück!
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#12 SXMPiratProfil
#13 lindener1966Profil
  • 13.06.2019, 23:39hHannover
  • Von mir gibt es 10 pro Monat seit zwei Jahren. Ihr seid es mir Wert!!!!!

    Und diejenigen, die am lautesten von Beschränkungen der Meinungsfreiheit faseln, nämlich die Rechten und "Religiösen" wollen eben diese am heftigsten bekämpfen. Wenn die an der Macht wären, gäbe es nur noch genehme Presse.

    Weitermachen!!
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#14 ja ja jaAnonym
  • 14.06.2019, 00:08h
  • Liebe Leute spendet ! Ich habs auch getan. Queer.de ist zu wichtig für unsere Community als das wir zulassen können das die Rechten gewinnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#15 Bonifatius49Anonym
  • 14.06.2019, 04:24h
  • Antwort auf #7 von DMKP
  • "vertreten?"
    Doch bin ich mit zwei abgeschlossenen Staatsexamen, Erstes Stastsexamen an der Uni Münster und Zweites Staatsexamen in Düsseldorf am Justizministerium Ende der 1990er... habe ich aber im Laufe der Jahre nie hier im Queer-Forum zum Thema gemacht. Und evangelische Theologie habe ich zudem studiert, bin halt seit Abiturzeiten mehrfach interessiert... Einser-Abitur und habe nur Sport und Physik damals zu Schulzeiten gehaßt. Biologie, Erdkunde, Geschichte, Latein, Musik, Kunst, Sozialkunde oder Religion alles Eins im Abitur. Klar könnte ich vor Gericht vertreten und war auch schon als Zuhörer bei der BASJ in Göttingen Anfang der 2000er, wo es mir aber nicht "so gut gefallen hat", weil das dort ein sehr geschlossener "Zirkel" im Waldschlösschen ist. Das hat dort fast etwas von einem Verbindungstreffen in Göttingen; ist aber auch schon wieder Jahre her. Zeit vergeht.

    Und was glaubst Du wohl, welche Berufe am Meisten Zeit vor dem Bildschirm verbringen? Neben Informatiker sind es Journalisten, Steuerberater, Steuerprüfer , Mathematiker, Bänker und halt Juristen.
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#16 hartzmitherzAnonym
#17 Patroklos
  • 14.06.2019, 09:20h
  • Antwort auf #16 von hartzmitherz
  • Natürlich, das Klischee vom faulen Hartz-IV-ler, der den ganzen Tag vor der Glotze oder dem PC oder dem Notebook abhängt, statt einer geregelten und bezahlbaren Arbeit nachzugehen!

    Es gibt Menschen, die haben zwei oder drei Jobs, um sich über Wasser zu halten und scheuen den Weg zum Jobcenter, um ALG-2 zu beantragen, weil sie sich dafür schämen!

    Ich habe auch mal ALG-2 bezogen, aber nebenbei noch als Zeitungs- und Postzusteller gearbeitet! Da ich nun in beiden Jobs auf 800--Basis arbeite, bin ich nicht mehr auf ALG-2 angewiesen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#18 LotiAnonym
#19 LotiAnonym
#20 LotiAnonym
  • 14.06.2019, 10:49h
  • Antwort auf #17 von Patroklos
  • Sehr gute Replik übrigens. Soso ein ehem. Postzusteller. Dann waren wir ja sicherlich mal Arbeitskollegen. Nur das ich an der Basis im Nachtdienst beim Briefeingang im alten Postamt 11 und später im BZ10 gearbeitet hatte. Wir haben für Euch die Post vorsortiert;-)
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#21 TheDadProfil
  • 14.06.2019, 11:59hHannover
  • Antwort auf #15 von Bonifatius49
  • "" "vertreten?"
    Doch bin ich""..

    Schön für Dich..
    Ein abgeschlossenes Jura-Studium, und die Zulassung als Rechtsanwalt mit Vertretungsrechten vor ordentlichen Gerichten sind immer noch 2 unterschiedliche Sachen..

    Insofern sind die Macher*innen von Queer genauso gut beraten und vertreten sich weiterhin an ihre Rechtsberatung zu wenden..
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#22 UnfugAnonym
#23 Bonifatius49Anonym
  • 14.06.2019, 13:31h
  • Antwort auf #21 von TheDad
  • Mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen, über das ich verfüge, hat man die Berechtigung zum Richteramt, zum Staatsanwalt oder auch zum Rechtsanwalt, das ist dann "alles" nur noch eine Frage, wie gut man im Zweiten Staatsexamen abgeschlossen hat oder ob man dann in der Wirtschaft oder über Daddy in die gut laufende Kanzlei einsteigt. Der Antrag auf Zulassung Zum Rechtsanwalt nach bestandenen Zweiten Staatsexamen ist dann eher eine Formalie. Die Berechtigung zu allen diesen Berufen besteht und gerade bei Personen mit Zweiten Juristischen Staatsexamen ist das Tätigkeitsfeld sehr weitläufig und wie meine weitere berufliche Spezialisierung aussieht, werde ich sicherlich nicht hier ausbreiten, da so Typen wie Ketzer und Sie, TheDad, hier ständig auf die persönliche Ebene gehen und nicht sachorientiert argumentieren können.
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#24 Patroklos
#25 HjjdKAnonym
#26 Bonifatius49Anonym
  • 14.06.2019, 14:51h
  • Antwort auf #25 von HjjdK
  • "Als Du noch unter einem anderen Pseudonym (TJ) hier gepostet hast, hast Du mal erklärt, dass Du in Münster BWL studiert hast."

    --> Sicherlich nicht !

    Habe aber auch nicht hier noch weiter Lust und Interesse, dies zu vertiefen, weil es im Artikel echt um ein anderes Anliegen der Queerredaktion geht und nicht darum, welche Berufe wir hier alle ausüben.

    Die Queerredaktion sollte sich jedenfalls, falls sie keinen guten Rechtsanwalt in Köln haben, der dies umsonst erledigt, einfach einmal bei der BASJ in Göttingen am Waldschlösschen "vorstellen", und ob dort sich schwule Juristen finden, die vor Ort wohnen und tätig sind. Ich kann mir gut vorstellen, das es dort gute Kontakte gibt, und der Queer geholfen wird.
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#27 Ralph
#28 Ralph
  • 14.06.2019, 14:57h
  • Bitte die Diskussion nicht auf Zweifel an des einen oder anderen Beruf ablenken. Das Thema Krieg gegen Queer.de ist dafür zu ernst. - Wer es sich leisten kann, gehe zur Bank und überweise. Ich hab es gerade getan.
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#29 WiderspruchAnonym
#30 der SupporterAnonym
  • 14.06.2019, 16:50h
  • So ein Schwachsinn, ganz ehrlich. Wieder mal versucht man mit Rechtswegen gegen objetkive Berichterstattung vorzugehen. Klar verklagt man da lieber euch, anstatt Neo Magazin Royal, das Medien Echo würde der gute Mann nicht vertragen.
    Keine Ahnung ob das im Nachinein hilft, aber vielleicht mal in eine Rechtsschutsversicherung investieren? Ich werde euch auf jeden fall weiter unterstützen! <3
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#31 dellbronx51069Anonym
  • 14.06.2019, 23:42h
  • Ihr haltet den Kopf für uns Alle hin. Alle die offen Queer leben wissen wie es ist wenn Dreck über einen ausgekübelt wird.
    Wir dürfen nicht zulassen dass das Rad der Geschichte zurückgedreht wird. Wenn das Faschopack damit durchkommt folgen bald noch ganz andere Sachen . Ich habe gespendet !!
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#32 NotallAnonym
  • 15.06.2019, 06:04h
  • "Wir sind jedoch überzeugt, dass wir ihn stellvertretend für alle Lesben und Schwulen in Deutschland führen müssen."
    Bitte den Ball etwas flacher halten. Masst Euch nicht an für ALLE Schwulen und Lesben zu sprechen oder zu handeln. Für mich müsst ihr nicht weiter prozessieren. Kennt Ihr nicht das Sprichwort "Der Klügere gibt nach"?
    Ihr wisst selbst wie unterschiedlich die LGBT Gemeinde ist. Von links bis rechts von queer.de bis David Berger.
    Also vielleicht spart Ihr Euch Geld, Energie und Nerven.
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#33 KetzerEhemaliges Profil
  • 15.06.2019, 06:31h
  • Antwort auf #32 von Notall
  • Das Sprichwort "Der Klügere gibt nach" kann manchmal ganz schön dumm sein.

    Hier wird es gerade als anti-emanzipatorisches Totschlagargument verwendet.

    Emanzipatorische Kämpfe müssen ausgefochten werden. Hier geht es um die Frage, ob Homosexualität als ehrenrührig einzustufen ist.
    Was selbstverständlich mit einem klaren Nein zu beantworten ist. Eine Antwort, für die wir ständig aufs Neue aktiv eintreten müssen.

    Solidarität ist gefragt - und nicht Entsolidarisierung.
    Danke, Queer.de!
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#34 Alexander_FAnonym
  • 15.06.2019, 11:33h
  • Antwort auf #32 von Notall
  • Der Klügere gibt bekanntlich so lange nach, bis er der Dumme ist. Und auch wenn die LGBTI-Gemeinde auch zweifellos mitunter aus Hohlköpfen und Arschlöchern besteht, deren ein Herr Berger sicher einer ist, ist es dennoch wichtig, dass es Plattformen gibt, die uns alle vertreten, auch und ausdrücklich dann, wenn sie Tinnef reden oder sich sogar gegen gleiches Recht für alle sträuben.

    Außerdem habe ich jetzt auch gespendet.
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#35 tiberioAnonym
#36 Ralph
#37 Ralph
  • 15.06.2019, 12:40h
  • Antwort auf #35 von tiberio
  • Das Interview ist so satirisch, dass es echt echt erscheint. - Gestern Abend um acht hab ich den Fernseher angemacht und in der Tageschau J.R. gesehen - und sofort weggeschaltet. Ich frage mich, wie es sein kann, dass ein solcher Kämpfer wider die Pressefreiheit ("wahrheitsgemäße Berichterstattung bleibt von jeder Verantwortlichkeit frei") noch immer im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als Nachrichtensprecher beschäftigt wird.
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#38 Ralph
#39 Jens vom ReweAnonym
  • 15.06.2019, 14:33h
  • Auf Wikipedia steht, dass Jens R. behauptet hat, dass er mal eine Affäre mit der Sängerin Michelle hatte. Diese wiederum bestreitet das, bei J.R. scheint wohl in der Hinsicht so einiges nicht ganz koscher.
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#40 Der liebe MichelAnonym
  • 15.06.2019, 15:28h
  • 50 Euro von mir.

    Ging mit ein paar Klicks, wunderbar schnell und einfach.

    Ihr macht das super, Jungs (und Mädels?)!
  • Antworten » | Direktlink »
#41 alsoneAnonym
  • 15.06.2019, 15:40h
  • Antwort auf #32 von Notall
  • Danke Notall! Schön, dass hier auch mal eine emotionslose Äußerung getätigt wird!

    Ich denke, Ihr geht da wirklich falsch mit um. Eine Rechtsanwältin wollte mich auch mal so unter Druck setzen. Ein Vordruck zur Unterlassungserklärung und Rechnung flatterten mir ins Haus, weil ich vor Zeugen die Wahrheit sagte - und das sollte ich nicht mehr.
    Von einem befreundeten Jurist erhielt ich folgenden Rat: Eine schriftliche Ablehnung formulieren und das möglichst lang. Ich schrieb 4 Seiten Rechtfertigung und Angebot von Zeugenaussagen. Sie ließ nicht locker und ich tippselte 5 Seiten, wobei ich sogar noch eine größere Schriftgröße wählte, damit es nach mehr aussah - da gab sie auf, immerhin hatte sie besseres zu tun, als sich durch unzählige Seiten zu kämpfen. Diese Methode hielft auch bei Behörden und besonders gut beim Job-Center. Die wollen ja schnell die Akte vom Tisch haben.

    Zum Fall Riewa: Meint Ihr wirklich, dass Befangenheitsanträge jemals etwas gebracht haben? Meint Ihr wirklich, dass ein Richter sich dahinsetzt und freimütig zugibt: Ja, ich bin befangen und voreingenommen?
    Was kümmert mich dieser Schwätzer Riewa? Ich denke da an ein chinesisches Sprichwort: "Nur ein Narr hört, was er hört." Wenn ich mich über dumme Kommentare ärgere, verhelfe ich dem Beleidiger zu mehr Bedeutung.

    Abschließend möchte ich behaupten, das Sexualität wirklich zum innersten Teil der Persönlichkeit gehört. In den 70er Jahren forderten Frauen die Abschaffung des § 218 mit dem Schlagwort:"Mein Bauch gehört mir!"
    Analog dazu meine Bemerkung: "Mein Schwanz gehört mir!" Er ist nicht Gegenstand öffentlichen Interesses
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#42 KetzerEhemaliges Profil
  • 15.06.2019, 16:30h
  • Antwort auf #41 von alsone
  • Nicht sonderlich gut durchdacht, Deine Argumentation. "Mein Bauch gehört mir!" bedeutete damals (und bedeutet heute) eine klare und öffentliche Auflehnung gegen Unterdrückung.

    Dein analoges "Mein Schwanz geht Euch nichts an" (ich habe das sinngemäß adaptiert) bedeutet genau das Gegenteil - die Förderung des Unterdrückungsmechanismus Nr. 1 - der Unsichtbarmachung. Indem Du sexuelle Orientierung (interssant übrigens, dass Du diese bei Dir im Schwanz und nicht etwa im Hirn lokalisierst) zur reinen Privatsache erklärst und tabuisierst, öffnest Du den Duckmäusertaktiken der letzten Jahrzehnte, derer freilich auch heute immer noch viele frönen, weit Tür und Tor.

    Ich höre noch meine Mutter: "Sag' bloß nichts" (einer der meist gehörten Sätze in meinem Leben) - "wenn das die Nachbarn erfahren" - "Wenn du es jetzt der Verwandtschaft sagst, versaust du der Oma die ganze Geburtstagsfeier". (Übrigens, meine Oma hatte nie Probleme mit meiner Homosexualität - ganz im Gegensatz zu meiner logischerweise viel jüngeren Mutter.)

    Oder eine allgemein bekanntere Person im Jahre 1971:

    "Schwule wollen nicht schwul sein, sondern so spießig und kitschig leben wie der Durchschnittsbürger. [...] Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie, noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden. Ihre politische Passivität und ihr konservatives Verhalten sind der Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden."

    (Martin Dannecker, in "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt")

    Dieses "Sag' bloß nichts" ist einer der Sätze, die mich am schnellsten zum Kochen bringen. Dienen sie doch dazu, uns dazu zu drängen, unsere Persönlichkeit gänzlich hinter nichtssagenden, vor allem aber schwer drückenden und unterdrückenden Masken verschwinden zu lassen.

    Nicht mit mir, so lange ich lebe!
    Sexuelle Orientierung ist eben NICHTS rein Privates, sondern etwas hoch Politisches.

    Wer aus der Community oder in der Community dagegen ankämpft, ist für mich nichts Anderes als ein feiger Duckmäuser, der sich mit den Unterdrückern verbündet, um uns totzuschweigen.
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#43 NotallAnonym
  • 15.06.2019, 16:35h
  • Antwort auf #36 von Ralph
  • Ich habe noch nie einen Menschen auf einem Grab tanzen sehen.
    Ein "verdruckster Homophiler" - es ist erschreckend dass "wir" uns gegenseitig verunglimpfen.
    Manchmal muss man nicht bis zur letzten Instanz klagen. Es gibt wirkliche Grundsatzfragen die bereits vom BvfG entschieden würden und auch noch entschieden werden müssten. Der Streit zwischen queer.de und J. Riewa gehört eben für mich nicht dazu. Diese Energie und Kosten wären bei manchen anderen queeren Angelegenheiten angebracht.
    Nur weil ich anderer Meinung bin, heißt das nicht, daß ich die Arbeit der Redaktion nicht schätze.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#44 alsoneAnonym
  • 15.06.2019, 16:52h
  • Antwort auf #42 von Ketzer
  • Geschlechtsverkehr wird auch als "Intimverkehr" bezeichnet. Der Intimus ist bekanntlich der "Vertraute".

    Erinnerst Du Dich noch an die Manta-Fahrer um 1990, der wegen seines Bunny-Aufkleber (das Playboy-Häschen) immer wieder aufgezogen wurde?
    Öffentliches Präsentieren von Sexualität wird in unserer Gesellschaft nicht gerne gesehen - egal welche Richtung. Was soll Dir "Sichtbarkeit" also bringen?

    Gegen den Vorwurf des "Duckmäusertums" verfahre ich mich hiermit!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#45 nervAnonym
  • 15.06.2019, 17:01h
  • Antwort auf #43 von Notall
  • >Manchmal muss man nicht bis zur letzten Instanz klagen

    Jens Riewa klagt, queer.de wehrt sich

    >Diese Energie und Kosten wären bei manchen anderen queeren Angelegenheiten angebracht.

    Hätte sich queer.de nicht gegen die Abmahnung gewehrt, müsste es deren Kostennote zahlen. Da reichen schon ein paar Abmahnungen, und das Medium wäre platt, von der Unmöglichkeit redaktioneller Arbeit gar nicht zu reden. Würde es jetzt im laufenden Verfahren nachgeben, müsste es alle bisherigen Kosten zahlen

    >Es gibt wirkliche Grundsatzfragen

    Ich sehe hier Grundsatzfragen (wobei ich denken würde, die müssten eigentlich zugunsten von queer.de geklärt sein, aber Hamburger Pressekammern halt). Wenn ein Bericht über Riewas Umgang mit Gerüchten zu seiner Homosexualität verboten werden kann, können queer.de und andere Medien eigentlich kaum noch über Homosexualität rechtssicher schreiben
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#46 LotiAnonym
#47 Still_Ith
  • 15.06.2019, 17:28h
  • Antwort auf #43 von Notall
  • Noch nie jemanden auf Gräbern tanzen aka einen Tod feiern sehen? Lieber mal die Nachrichten verfolgen, siehe Mord an Lübcke.

    www.volksverpetzer.de/social-media/luebcke-nazis/

    Ist jetzt nicht so, dass wir in Deutschland nicht Leute hätten, die drüber jubeln, wenn bestimmte Menschen getötet werden.

    Und freut mich ja, dass es hier Leute gibt, die pro Out-Sein sind, und das mit dem Verstecken und Unsichtbarmachen als das Gegenteil von hilfreich und progressiv erkennen, als das auch ich das beurteile. Don't ask, don't tell funktioniert in Teilen auch in Russland, so ist das jetzt nicht.
    Bloß, dass das halt dann schon die ideale Umgebung ist, in der Andersartigkeit auch Erpressungsgrundlage ist und letztlich zu kompletter Rechtlosigkeit führt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #43 springen »
#48 BewegungsschwesterAnonym
  • 15.06.2019, 18:40h
  • Antwort auf #44 von alsone
  • Schatzi, mit Sichtbarkeit ist auch nicht gemeint, dass Du in der Öffentlichkeit kopulieren sollst, sondern in diesem Land als Schwuler frei und offen leben kannst.
    Beispiel:
    Dein heterosexueller Arbeitskollege erzählt Dir, dass er bald mit seiner Frau und den beiden Kindern Urlaub auf Malle macht und wie sehr er sich darauf freut.

    Würdest Du dem Arbeitskollegen antworten, er möge seine Heterosexualität und seine Virilität bitte nicht so vor sich hertragen?

    Umgekehrt passiert das leider immer noch viel zu häufig. Wenn ein Schwuler erklärt, dass er sich auf den gemeinsamen Urlaub mit seinem Mann freut, heißt es dann, er soll aus seiner (Homo-)Sexualität nicht so ein Ding machen.
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#49 alsoneAnonym
  • 15.06.2019, 20:11h
  • Antwort auf #48 von Bewegungsschwester
  • Da ich keinen Mann habe (und auch nie haben wollte) brauche ich nie von meinem gemeinsamen Urlaub erzählen.

    Ich wurde schon einmal von einem ehemaligen Arbeitskollegen bei einem Umtrunk schon darauf angesprochen, nach dem Motto: Du bist sicher kein passiver Schwuler. Da wurde mir klar, dass man hinter meinem Rücken über mich spricht. Trotzdem werde ich geachtet und respektiert.
    Der gleiche Kollege brach den Kontakt ab, als ich mir ein Ferienhaus zulegte.
    Ich lebe schon seit gut 45 Jahren nach dem Prinzip:
    "Don't ask, don't tell" sehr gut!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #48 springen »
#50 michaalbertAnonym
  • 15.06.2019, 20:40h
  • Juristischer Laie sinniert:

    Der Nachrichtenableser Jens Riewa prostituiert sich öffentlich liebend gerne als "Promi" (und mit "Promis"), und gleichermaßen "promimässig" mit privaten Details auch in den Medien, z.B. 2015 im "Spiegel" - Jens Riewas private Handyfotos -

    ... wo er erzählt, wie er sich in einen schönen 18jährigen * verguckt hat ("der perfekte Hinterkopf"), sich das (kleine?) Hirn zerbricht, wie er sich ihm "nähern" soll ... um ihn (Aleksandar Rusic) dann zum Modeln (auf'm Laufsteg stolzieren / vor der Kamera posieren) zu überreden ... "Wenn er Zeit hatte, übten wir lässig gehen und den gewissen Blick" - "da der Junge mir vertraute, handelte ich über drei Stunden einen maßgeschneiderten Vertrag für ihn aus" - "Ich hoffte, dass Aleksandar es einmal bis zu Giorgio Armani (offen schwul) oder Karl Lagerfeld (ziemlich offen schwul) vor die Linse schafft" - "Mein Bauchgefühl sagt mir, da geht noch was".

    Wer wie Riewa (nicht nur in TV-Nachrichten) selbstverliebt zauberhaft Privates in die Öffentlichkeit ausposaunt, und ausgerechnet in der journalistischen Halbwertpostille, der Burda-Markwort-Illu (Fakten, Fakten, Fakten - hat seit 1982 52,2% der verkaufte Auflage verloren) wütet, "Die organisierte Schwulenbewegung will mich als Spielball ihrer Machtkämpfe instrumentalisieren. Ihre Strategie leuchtet mir schon ein: Sie wollten sich gern mit einem Prominenten schmücken" ...

    ....der muß dann auch schlucken, wenn man sich in (anderen) Medien mit (allerlei anderem) Privatem des schillernd-fragwürdigen Herrn Riewa beschäftigt.

    * nein, nicht in EINE 18JÄHRIGE !
  • Antworten » | Direktlink »
#51 BewegungsschwesterAnonym
  • 15.06.2019, 21:03h
  • Antwort auf #49 von alsone
  • Wie Du leben willst, das bestimmst Du selbst. Wenn Du damit glücklich geworden bist, dann ist es doch gut.

    Meine Vorstellungen von einem freien Leben als schwuler Mann sind andere, aber ich bin auch nicht das Maß aller Dinge. Allerdings finde ich es wichtig, dass diejenigen, die offen leben wollen, das auch ohne Diskriminierung können.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #49 springen »
#52 alsoneAnonym
#53 Ralph
  • 15.06.2019, 21:50h
  • Antwort auf #41 von alsone
  • In einem Land, in dem es bis 1994 ein Sonderstrafgesetz gegen Schwule gab, in dem bis vor wenigen Jahren schwule und lesbische Paare höher besteuert wurden als heterosexuelle, in dem junge Schwule in den Selbstmord getrieben, in dem Schwule und Lesben von religiösen und politischen Extremisten verächtlich gemacht, beleidigt und bedroht, in dem sie zu Zielen von Gewalttaten werden usw. usw. usw. das Schwul- oder Lesbischsein zur Privatangelegenheit zu erklären, erfordert ein außergewöhnliches Maß als Realitätsverleugnung.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #41 springen »
#54 Ralph
#55 TheDadProfil
  • 16.06.2019, 13:39hHannover
  • Antwort auf #49 von alsone
  • ""Da ich keinen Mann habe (und auch nie haben wollte) brauche ich nie von meinem gemeinsamen Urlaub erzählen.""..

    Du beantwortest die Frage nicht !
    Du weichst nur aus..

    ""Ich lebe schon seit gut 45 Jahren nach dem Prinzip:
    "Don't ask, don't tell" sehr gut!""..

    Wie Dein Beispiel aufzeigt ist das nicht der Fall..
    Es WURDE ja gefragt..
    Du hast nur nicht geantwortet..
    "Don't ask, don't tell"
    würde dann funktionieren, wenn sich ALLE daran hielten..
    Dann dürften Heteros WEDER fragen NOCH ihre eigenen Bedürfnisse einfach ausplaudern..
    Findet aber nicht statt, und so bleibt
    "Don't ask, don't tell"
    nichts weiter als eine Unterdrückung und Diskriminierung..

    Was mit dem Artikel in Bezug auf Riewa nichts zu tun hat..

    Natürlich darfst Du hier FÜR DICH alles entscheiden, und das dann auch durchsetzen..
    Was immer noch nichts daran ändert, daß andere Menschen diesen Entscheidungen nicht folgen müssen !
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#56 AltoAnonym
  • 16.06.2019, 15:30h
  • Antwort auf #51 von Bewegungsschwester
  • Das ist die Frage hier. Wenn du immer und überall von deiner Homosexualität redest, wirst du auch immer nur als "der Schwule" wahrgenommen und nicht der Mensch, den du als ganzes bildest.

    Das andere extrem ist dann "bloß nichts sagen", wo man seine HS geheim hält, aus Scham, Angst vor Ablehnung oder warum auch immer. Und dann gibt es immer die Gefahr, dass es irgendwann rauskommt und das Kartenhaus der Lügen einfällt.

    Wie für alles braucht man ein gesundes Mittelmaß. Homosexualität ist ein (An-)Teil der Persönlichkeit. Er dominiert nicht den Charakter, ist aber auch nicht unbedeutend.
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#57 LinksschlägtdasHerzAnonym
  • 18.06.2019, 14:27h
  • Antwort auf #6 von Ketzer
  • du hast vergessen, dass es nicht nur mehr "neutrale" also rechts/konservativ-tolerierende, sondern auch rechts/konservativ- fördernde Seiten, Zeitschriften, Artikel und Beiträg etc. gibt die locker mehr als 1 mal von der Erde bis zum Mond reichen. Dagegen gibt es nur wenige linke und linksradikale Ausnahmen, die Mühe haben über den Kölner Dom zu gelangen. Ausserdem sehe ich selbst in diesen linkeren Beiträge noch etwas was da gar nicht hingehört: Feministenfeindlichkeit und Speziesismus. Und was mich zwar nur persönlich, aber immerhin, stört, dass der Lookismus und Ableismus nicht mehr berücksichtigt wird. Hier bei queer.de sollte auch mehr darauf aufmerksam gemacht werden, dass es behinderte (Trans)Männer, (Trans)Frauen, wie Intersexuelle gibt, die sich nicht als heterosexuell empfinden und es schwer haben bei der Partnersuche. Übrigens eine Emfpehlung: Ein besonderes Leben Netflixserie 2019. Ein Schwuler mit Kinderlähmung ist in der Hauptrolle und er führte sogar Regie. Bislang eine der progressivsten und menschlichsten Serien überhaupt.
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#58 Homonklin44Profil
  • 21.06.2019, 10:43hTauroa Point
  • Antwort auf #49 von alsone
  • Ich finde, man braucht das auch keinem auf die Nase binden, selbst wenn einen Leute fragen. Niemand ist zum Antworten verpflichtet, der Genießer schweigt.

    Man wird mit der anderen Auffassung ja regelmäßig angefeindet, wenn man sich in der beinahe schon aggressiven Pro-Outing-Welt bewegt. Aber auf das Private hat man sogar gesetzlich eine Art Recht.

    Ob Vermutungen über Jemands sexuelle Orientierung nun strafbar sein sollen, das kann man trotzdem bezweifeln. Wenn das so wäre, müsste man Klatsch, Tratsch und Gossip landesweit verbieten. Ich denke, dass auch ein Presseclub oder ein Landgericht das nicht hinkriegt. Wenn in irgend einem Klatschmagazin oder in BLÖD gedruckt würde, dass Herr Riewa eigentlich ein Reptilienmensch sei und eine heftige Verschwörung gegen LGBTIQ* angezettelt hätte, würde das vermutlich keine solche Klage nach sich ziehen, weil BLÖD ect. alles schreiben dürfen. Die sind schließlich nicht Queer. Hier macht man aber unverhältnismäßige Unterschiede, weil der Herr Riewa wohl meint, das sei sowas wie üble Nachrede oder Ehrenkränkung, wenn Leute denken, er könnte möglicherweise schwul sein.

    Normalerweise würde man auch nicht Leute verklagen, die andere zitieren, sondern die Urheber des zitierten Textes. Irgendwie steige ich nicht hinter die Logik dieser eifrigen gerichtlichen Anstrengung des Herrn Riewa.

    Dass man vor Gericht Recht bekommt, je nachdem, ob man Geld hat, und wie viel Geld man hat, und welche soziale Stellung oder welche Bekanntschaften/Seilschaften in elitäre Szenen man hat oder nicht, das ist ein schwärendes Leiden unseres Landes. Je nach Auslegung kann man fast alles erklagen, wenn die finanzielle Ressource stimmt, und die richtigen Kontakte da sind.

    Anmerkung: Ich glaube nicht, dass Herr Riewa wirklich ein Reptiloider aus dem Weltall ist, der eine Verschwörung gegen LGBTIQ* anzetteln will. Es hätte ja bloß seine seltsame Schminke erklärt, oder was das eigentlich ist, was die ihm da aufs Gesicht auftragen, bevor er irgendwo sprechen tut. Er wirkt so blass und hat so rote Lippen, dass man manchmal denken könnte, er sei eine versteckte.... aber ach so, das darf man nicht sagen. Vielleicht ist er nur sehr feminin, tief drin im Herzen.
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#59 stromboliProfil
  • 27.06.2019, 18:19hberlin
  • lieber micha, offener brief in deiner/eurer, eigener und unsere sachen:
    Wie schon von mir erwähnt, wird offensichtlich in der rubrik "presseschau" seit geraumer zeit auf die verlinkung von beiträgen aus der überregionalen zeitung " junge welt" "verzichtet".

    Meine frag: ist dies ABSICHT?
    Wie schon erwähnt, sind dort auch schwule beiträge für interessierte zu lesen, die sich in keiner weise hinter den beiträgen der thüringer apothekenrundschau oder dem gastrop rauxel'er postboten zurückstehen.

    Einerseits sollen WIR uns soldarisieren und euren zwist mit schrankheten und anderm gewächs, mit emphatie und lockerm geldsäckel unterstützen, auch auf dass ihr uns weiterhin über den reaktionären müllauswurf unserer uns umgebenden mitwelten berichten könnt.
    Andererseits wird uns lesenswertes vorenthalten.
    Solidarisch sein aber heist auch, auf allen kanälen informiert zu sein. Nicht selektiv!

    Ich nehme mir mal die freiheit als erklärter mitleser und unterstützer eurer interssen, mich hier solidarisch einzumischen!

    www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/357628.sexuell
    e-gleichberechtigung-was-vom-aufstand-%C3%BCbrig-blieb.html


    www.jungewelt.de/artikel/357618.schwulengewegung-immer-diese
    -widerspr%C3%BCche.html


    www.jungewelt.de/artikel/357382.erinnerungen-an-hiv-epidemie
    -dunkle-zeit-unvergessen.html
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Ach Stromboli, nein, wir diskriminieren die "junge Welt" nicht in unserer Presseschau, den ersten Text haben wir doch sogar heute früh schon verlinkt. Bei unserer Auswahl bevorzugen wir zum einen Artikel, die ohne Paywall für alle zugänglich sind, zum anderen vermeiden wir Doppelungen - die beiden Bücher hatten wir ja selbst auf queer.de ausführlich besprochen.
#60 stromboliProfil
  • 27.06.2019, 18:54hberlin
  • Antwort auf #59 von stromboli
  • Sicher ist eine widerholung nur dann von nutzen deckt man da widersprüchliches auf.
    Aber auch der hinweis auf lesbares sollte dem nutzer selbst überlassen bleiben.
    Und vielleicht gibt es ja den einen oder anderen hier , der zugang zum abo hat und gern mal teilt...

    >> Gleich mehrere historische Ereignisse prägen die diesjährigen Paraden und Demonstrationen, die in den kommenden Wochen in allen größeren bundesdeutschen Städten anlässlich des Christopher Street Days (CSD) stattfinden werden. So jährte sich erst kürzlich die am 11. Juni 1994 erfolgte ersatzlose Streichung des bis dahin gültigen Strafrechtsparagraphen 175, der Sexualität zwischen Männern in der BRD unter Strafe stellte. Und am 28. Juni 1969, vor 50 Jahren, begann in den frühen Morgenstunden der sogenannte Stonewall-Aufstand, der zur Geburtsstunde des CSD geriet.

    Damals setzten sich Lesben, Schwule und Drag Queens erstmals gemeinsam und zugleich militant gegen eine anhaltende Serie brutaler Übergriffe durch die New Yorker Polizei zur Wehr. Als wieder einmal Beamte die in der Christopher Street gelegene Bar »Stonewall Inn« angriffen, war es genug: Sie wollten nicht mehr länger Repressionsopfer sein. Die Angegriffenen wehrten sich, leisteten den Polizisten über Tage hinweg in Straßenschlachten Widerstand. Mit der Entschlossenheit und Wucht der Gegenwehr der sogenannten sexuellen Minderheiten hatten die vermeintlichen Ordnungshüter ganz offensichtlich nicht gerechnet. Trotz der zu Hilfe gerufenen Verstärkung gelang es den Beamten nicht, den Aufstand zu stoppen. Der Grundstein für die schwul-lesbische Emanzipationsbewegung war gelegt.

    Erst jüngst sah sich die New Yorker Polizei veranlasst, sich für ihre damalige Zermürbungs- und Repressionsstrategie, für die brutalen Übergriffen zu entschuldigen. »Die durchgeführten Maßnahmen der New Yorker Polizei waren falsch ganz einfach. Die Maßnahmen und die Gesetze waren diskriminierend und unterdrückend. Und dafür entschuldige ich mich«, konstatierte James ONeill, Chef des New York Police Department (NYPD), Anfang dieses Monats.
    Ums Ganze?

    Während einige Aktivisten die Entschuldigung akzeptierten, lehnten andere sie erwartungsgemäß ab. »Entschuldigungen bedeuten die Absicht, sich zu ändern. Und das NYPD hat nicht die Absicht, sich zu ändern. Das NYPD bleibt der repressive Arm des kapitalistischen Staates und exekutiert die gesamte Unterdrückung und Ausbeutung dieses verfaulten Systems«, kritisierte Tatiana Cozzarelli, Redakteurin des US-amerikanischen Magazins und Blogs Left Voice.¹ Es gehe darum, »eine klare Botschaft« an das NYPD zu senden: »Die Entschuldigung wird nicht akzeptiert. Unsere Schicksale sind verbunden mit den schwarzen Jugendlichen, die ihr anlasslos durchsucht, mit dem Latino-Typ, den ihr nach seinen Papieren fragt, und der Transfrau, die ihr belästigt und verspottet«, stellte Cozzarelli klar.

    Ähnlich äußerte sich Leon Hamacher kürzlich im linksradikalen Blog Perspektive online.² Er wolle »nicht in den guten alten Zeiten schwelgen, in denen der CSD noch ein Kampftag war, sondern rufe alle Queerpersonen dazu auf, ihn wieder zu einem zu machen! Wir müssen uns selbstorganisiert zusammenschließen, wir müssen unsere Probleme analysieren und ihre Ursachen benennen, wir müssen uns wehren«. Seine Schlussfolgerung: »Stonewall was a riot! Es ist Zeit für neue Aufstände!«

    Man kann, ja man muss derlei Forderungen mit viel Sympathie begegnen. Auch der Autor dieser Zeilen hat das über lange Jahre hinweg getan. Und doch verfliegen sie ungehört im Wind. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass der Stonewall-Aufstand eben kein antikapitalistischer Aufstand war. Es ging den Beteiligten maßgeblich um eigene Freiräume, Freiheiten und ihre ganz konkrete Wehrhaftigkeit gegen anhaltende Polizeiübergriffe. Um nicht mehr, aber auch nicht um weniger. Das politische System der USA stellten sie jedoch keineswegs in Frage. Die radikale Linke hat das bis heute nicht verstanden. Und darin liegt die erste grundfalsche Annahme ihrer Analyse der damaligen Ereignisse von Stonewall.

    Hinzu kommt: Es will der radikalen Linken zumindest dieses Landes einfach nicht einleuchten, warum sich die potentiellen Subjekte der Gesellschaftsveränderung nicht mit der eigenen vermeintlich integren Politik gemein machen wollen. Das mag manchen Linken zu Recht schmerzen, hat aber gute, und ja, sogar hausgemachte Gründe: Moralvorstellungen biederster Art, Selbstbeweihräucherung und intellektuelle Defizite bestimmen solche »innerlinken Diskurse«, die heutzutage unter der Selbstbezeichnung des »Queerfeminismus« in diesem Milieu die politische Deutungshoheit erlangt haben. Viele gute, ernstzunehmende und bedenkenswerte politische Ansätze in Sachen Lebensweisen und Sexualität, die zuvor expliziter Teil der politischen Linken waren, wurden entwertet und ins Abseits befördert. Tatsächlich handelt es sich beim Gebaren der »Queerfeministen« um einen Angriff auf die linke, homosexuelle Emanzipationsbewegung. Wer ernsthaft der Überzeugung ist, als heterosexueller Mann und davon gibt es in dieser selbstgefälligen Szene bemerkenswert viele, schlimmstenfalls kostümiert mit Haarspange und lackierten Fingernägeln Menschen zu belehren, die teils schwerwiegende Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen machen mussten, beweist sowohl geistige wie ästhetische Dürftigkeit.
    Perfider Angriff

    So gilt den »Queerfeministinnen und Queerfeministen« das real vorhandene körperliche Geschlecht keineswegs als Gegebenheit, sondern einzig als Konstrukt. Auf dem vergangenen Europaparteitag der Partei Die Linke in Bonn zum Beispiel bewarb sich ein äußerlich männlicher Kandidat auf Listenplätze, die für Frauen reserviert waren. Nicht weil er eine Geschlechtsumwandlung begonnen hätte oder sie wenigstens plante, sondern einzig weil er sich zum Zeitpunkt der Aufstellung als Frau fühlte.

    Die »queerfeministische Fantifa« Frankfurt am Main wiederum behauptet, »queer« bedeute einen »Aufbruch der Vorstellung, dass Geschlecht, Geschlechtsidentität und Begehren eine normativ zusammenpassende Einheit darstellen würden, müssten oder überhaupt könnten«. Selbst die vor allem in den 1980er und 1990er Jahren aktiven »Fantifa«-Gruppen, in denen sich feministische Antifaschistinnen zusammengeschlossen hatten, kommen bei den Gesinnungswächtern des besagten »queerfeministischen« Zusammenschlusses nicht gut weg: »Mit und über die Kritik der alten Fantifa-Strukturen hinaus, dass eine radikale Linke, die sich nicht mit den Geschlechterverhältnissen als konstitutives Moment des falschen Ganzen befasst, weder radikal noch links ist, ergibt sich für uns auch weiterhin die Notwendigkeit, die linksradikale Szene, in der wir uns verorten, zu kritisieren«.
    Sagen wird man

    Politische Auseinandersetzungen besonders heiterer Natur ergaben sich beim letzten Frauenstreik am 8. März dieses Jahres. So kam es bei den Vorbereitungstreffen zu aggressiv ausgetragenen Verwerfungen bezüglich der Frage, wer eigentlich genau als Frau gelte und sich überhaupt beteiligen dürfte. In anderen Ländern ist die Linke noch mit deutlich mehr Realitätssinn ausgestattet und kämpft gegen Kapitalismus, Ausbeutung und Krieg.

    Vielleicht ist derlei Unfug, der von den randständigen »Queerfeministen« praktiziert wird, auch ein Grund dafür, warum sich immer mehr politisch aufgeschlossene Lesben und Schwule in den letzten Jahren von linken Positionen abgewandt haben, denn solche Debatten haben nicht das geringste mit ihrer Lebenswelt und ihrem Alltag zu tun. Vielleicht besitzen sie ja auch einfach nur zu wenig Phantasie. Der entstandene politische Schaden könnte jedenfalls größer kaum sein.

    Um nicht missverstanden zu werden: Jede und jeder hat die Freiheit, über sein Geschlecht zu denken, was er oder sie will. Es sollte jedoch kein auf die gesamte Menschheit allgemeingültiges Politikmuster daraus entworfen werden. Es wäre sicherlich zu begrüßen, wenn viele Schwule, Lesben, Trans-, Bi- und Intersexuelle individuelle Diskriminierungs-, Gewalt- und Ausgrenzungserfahrungen stärker als bisher in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext einordnen würden. Tun sie aber mehrheitlich nicht, weil diese negativen Erfahrungen von ihnen zuallererst als individuell und eben nicht als strukturell wahrgenommen werden. Warum sollte das auch anders sein? Oder sollte vielleicht dem im ländlichen Raum lebenden schwulen Jugendlichen, etwa im sächsischen Plauen, im nordrhein-westfälischen Castrop-Rauxel oder im baden-württembergischen Emmendingen, der im Gegensatz zu den Schwulen in Metropolen wie Berlin oder Köln noch immer ganz banal damit zu kämpfen hat, sich vor Ausgrenzung, Hass und schlimmstenfalls Gewalt zu schützen, nun erklärt werden, dass er schon überleben werde, wenn er sich nur ganz »der Revolution« verschriebe?

    Wer persönlich niemals um Existentielles und Konkretes zu kämpfen hatte, hatte schon immer leicht reden. Ja, Ausgrenzung kann zu Widerstand führen. Jedoch auch zu extremen Formen von Anpassung. Um keinen Preis auffallen zu wollen, kann ein Weg sein, für den sich sexuell Marginalisierte durchaus entscheiden dürfen. All das hat auch etwas mit dem jedem Menschen innewohnenden Wunsch nach Geborgenheit und Akzeptanz zu tun. Nicht jeder Mensch vermag so stark und widerstandsfähig zu sein, wie es sich manch ein selbsternannter Revolutionär wünschen würde. Anstatt Menschen vor den Kopf zu stoßen, zu belächeln oder abzulehnen, könnten Argumente der Aufklärung, der sich die politische Linke vor gefühlten Jahrhunderten einmal verpflichtet sah, hilfreicher und zugleich auch erfolgreicher sein. Selbst Organisationen, die sich zur sogenannten Zivilgesellschaft zählen, sind diesbezüglich deutlich weiter und beziehen zugleich zum Stonewall-Aufstand klare Positionen, ohne sektiererisch zu werden und so zu tun, als hätten sie die historische Wahrheit für sich gepachtet.

    Welche politische Bedeutung die damaligen Ereignisse für das Heute haben, wird schließlich nicht ohne Grund auch anhand der Auswahl der Motti der beiden größten bundesdeutschen CSD-Paraden klar. So steht der CSD Berlin, zu dem am 27. Juli erneut Zehntausende Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle samt ihren Freunden und Unterstützern erwartetet werden, in diesem Jahr unter dem geschichtsträchtigen Motto »50 Jahre Stonewall Jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme«. Bereits am 7. Juli finden die europaweit größten Proteste anlässlich des CSD in Köln statt. Auch dort nehmen die Veranstalterinnen und Veranstalter auf die Ereignisse von Stonewall Bezug. »50 years of pride. Viele. Gemeinsam. Stark!« lautet das Motto in der Domstadt. Politischer und geschichtsbewusster hätte die thematische Schwerpunktsetzung der Proteste in Köln und in Berlin, kaum ausfallen können. Oder will ausgerechnet die politische Linke Kritik an mehreren zehntausend Menschen üben, die sich unter diesen klaren Statements versammeln und für Gleichberechtigung, gegen Ausgrenzung und rechte und religiöse Hetze protestieren?
    Verschiedene Deutungen

    Was hat es wohlgemerkt aus heutiger Sicht mit dem Aufstand von Stonewall auf sich und welche Lehren ergeben sich daraus? Dazu gibt es auch 50 Jahre später unterschiedliche Deutungsmuster. Als unumstritten dürfte zumindest für die Bürgerrechts- und Emanzipationsbewegung gelten, dass sich Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle in Folge von Stonewall nicht mehr als »Opfer« wahrnahmen, nicht mehr um die Toleranz der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft bettelten, sondern von dieser die kompromisslose Akzeptanz ihrer Lebensweise einforderten. Davon sollte auch heutzutage keineswegs abgerückt werden. Mit Bittstellerei, Unterwürfigkeit und Anbiederung lassen sich weder Emanzipation noch Akzeptanz, weder gesellschaftliche noch rechtliche Gleichstellung erreichen. Doch bereits an diesem Punkt endet vielfach die Gemeinsamkeit. Auch unter jenen, die sich der politischen Linken zugehörig fühlen.

    Bemerkenswert in diesem Zusammenhang dürfte die Sicht des linken Schwulenaktivisten Gottfried Ensslin sein. Der Bruder der RAF-Mitbegründerin Gudrun Ensslin, der sich am 6. Dezember 2013 das Leben nahm, hatte bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im März des gleichen Jahres in seinem Vortrag »Das Märchen vom hässlichen jungen Entlein Schwules Coming-out gestern und heute«³ dessen Geschichte in der BRD wie folgt skizziert: »Die Situation der Homosexuellen in der Nachkriegszeit bis 1970 war geprägt von Kriminalisierung, Tabuisierung und dem sehr vorsichtigen Stigmamanagement von Verfolgten und Traumatisierten. Treffpunkte waren ständig von polizeilichen Razzien bedroht, Begegnungsorte waren ins Rotlichtmilieu integrierte Lokale. Sichtbar gemacht wurden nur die Opfer, die vor Gericht gestellt, verurteilt und öffentlich bloßgestellt wurden. Die schwulen Studenten von 1968 hatten durch die Internalisierung kleinbürgerlicher Normen meist ein langwieriges Coming-out in der Vereinzelung. Für sie war die schwule Subkultur zunächst einmal Ort vieler positiver Erfahrungen. Der Neuling wurde freundlich aufgenommen, Sexualpartner waren leicht zu finden, Gespräche waren möglich, ohne viel erklären zu müssen. Es war ein Kollektiv aus allen Gesellschaftsschichten, das dem starken Außendruck Solidarität entgegensetzte.«

    Und doch verwies Ensslin, der sich in den 1970er Jahren in Frankfurt am Main in der antikapitalistischen Homogruppe »Rote Zelle Schwul« (RotZSchwul) engagiert, bis zu seinem Tod als Teil der linken Lesben- und Schwulenbewegung verstanden und an deren Diskussionen und Debatten beteiligt hatte, auch auf die andere Seite der Medaille. So sei zugleich deutlich geworden, »dass die schwule Subkultur keineswegs eine Exklave der Gesellschaft war, sondern die herrschende Kommerzialität und Warenform in augenfälliger Weise reproduzierte«. »Sie war ein Ort von Dressur zu einem diskreten Doppelleben und der Weitergabe von Diskriminierung an die eigene Minderheit der Tunten«, bilanzierte er.

    Ähnliches hatte bereits der Filmemacher Rosa von Praunheim in seinem 1971 bei den Berliner Filmfestspielen uraufgeführten Film »Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt« ausgemacht, der bis heute erschreckend wenig von seiner Aktualität eingebüßt hat. »Die Mehrzahl der Homosexuellen gleicht dem Typ des unauffälligen Sohnes aus gutem Hause, der den größten Wert darauf legt, männlich zu erscheinen. Sein größter Feind ist die auffällige Tunte. Tunten sind nicht so verlogen wie der spießige Schwule. Tunten übertreiben ihre schwulen Eigenschaften und machen sich über sie lustig. Sie stellen damit die Normen unserer Gesellschaft in Frage und zeigen, was es bedeutet, schwul zu sein«, hieß es darin.

    Aus dem eigenen »Ghetto wollten die schwulen 68er ausbrechen und in die Öffentlichkeit gehen«, erinnerte sich Ensslin. »Anstoß war zum einen der Stonewall-Aufstand 1969 in New York, aber auch die Frauenbewegung, die in die Umwälzung der Verhältnisse auch die Veränderung der herrschenden Sexualität und Geschlechterrollen mit einbinden wollte. Weil die Frauen in ganz eigenem Interesse auf dem politischen Charakter des Privaten bestanden, traten sie auch couragiert dem Gelächter und dem Spott entgegen, die der Bruch mit sexuellen Tabus hervorrief. Das war Vorbild und Mutmacher für die beginnende Schwulenbewegung. Diese durchbrach das durch gesellschaftliche Beschweigung besonders wirkmächtige Tabu Homosexualität, indem sie sich öffentlich sichtbar machte und mit der Selbstbezeichnung durch das Schimpfwort schwul offensiv die Auseinandersetzung suchte«, so der linke Schwulenaktivist weiter. »Homosexuelle haben miteinander nichts gemeinsam als den starken Wunsch, mit einem Mann zu schlafen. () In der Gemeinschaft der Schwulen können sie für kurze Zeit vergessen, dass sie Aussätzige und Verstoßene sind«, hieß es auch in von Praunheims Film. Und eben aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte die einst stolze linke Lesben- und Schwulenbewegung ihre damalige Politik.

    Heutzutage ist es hingegen zumindest in einem Punkt nur von verhältnismäßig geringer Bedeutung, ob es die »Ehe für alle« gibt, oder ob Schwule Gesundheits-, Wirtschaftsminister oder Regierender Bürgermeister werden können. Und auch, ob sie vordergründig vom Mainstream toleriert werden. Am Ende bleiben sie doch noch immer einzig »die Schwulen«. An dieser mehrheitsgesellschaftlichen Sicht, die auch unter Linken erstaunlich weit verbreitet ist, wird sich so schnell nichts ändern. Da helfen weder fromme Appelle, noch die besten Gesetze.
    Neuformierung notwendig

    Es gibt aber politische Schnittmengen zwischen den verschiedenen Flügeln der übriggebliebenen Reste der Lesben- und Schwulenbewegung sowie der Emanzipationsbewegung der Trans- und Intersexuellen. Und diese sollten vor allem in Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks und des für jedermann spürbaren reaktionären Rollbacks genutzt werden, um gemeinsam zu neuer Stärke und Widerstandskraft zurückzufinden: »Die Erfahrung, sich im Coming-out gegen alle gesellschaftlichen Instanzen durchgesetzt zu haben, die dieses Tabu nach wie vor wirksam transportieren, kann dazu führen, dass sich ein starkes Gerechtigkeitsgefühl ausbildet. Gerade wenn die einzelnen Schritte des Coming-out genau in der Erinnerung festgehalten werden, bleibt der Blick auf gesellschaftliche Mechanismen und Machtwirkungen geschärft«, resümierte Ensslin 2013. Daran gilt es politisch anzuknüpfen. Verbindendes sollte gesucht und Kämpfe gegen alte und teils besiegt geglaubte Gegner sollten wieder aufgenommen werden. In einer zunehmend feindseligen Welt, in der religiöse Fundamentalisten, selbsternannte Lebensschützer, Rassisten, Neonazis und andere extreme Rechte verschiedener Couleur, bürgerrechtliche Errungenschaften schleifen wollen, Menschen terrorisieren und ermorden, kann verantwortungsvolle Politik nur darin liegen, bisher Erreichtes entschieden zu verteidigen und den Kampf um gesellschaftliche Verbesserungen unter welchem Label auch immer der oder die einzelne sie führen mag entschlossen fortzusetzen. Alles andere widerspräche dem Geist und der daraus entstandenen politischen Verpflichtung von Stonewall und all den zu führenden Auseinandersetzungen, vor denen nicht nur Lesben und Schwule, sondern auch Linke und glaubwürdige Demokraten dieser Tage stehen.

    Anmerkungen

    1
    www.leftvoice.org/nypd-apology-for-stonewall-not-accepted

    2
    perspektive-online.net/2019/06/queer-befreiung-statt-regenbo
    gen-kapitalismus


    3
    blogs.taz.de/schroederkalender/2013/12/10/in-memoriam-gottfr
    ied-ensslin/


    na dann haben wir uns ja mal ausgesprochen...!
    Die herzen sind leichter, und wir blicken frohgemut in die zukunft...
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