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Blutspendeverbot
LSVD beklagt zum Weltblutspendentag "sachwidrige Diskriminierung von Schwulen"
Zum Weltblutspendentag beschweren sich Rotes Kreuz und Co. wieder einmal über die mangelnde Spendenbereitschaft der Deutschen. Schwules Blut gilt aber trotzdem fast immer als nicht akzeptabel.

Wenn ein Mann einen Mann liebt, darf er kein Blutspender mehr sein
- 14. Juni 2019, 09:01h 2 Min.
Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland hat am Freitag anlässlich des Weltblutspendentages kritisiert, dass schwule und bisexuelle Männer unabhängig von ihrem Risikoverhalten vom Blutspenden praktisch ausgeschlossen sind. Seit 2017 dürfen Männer in Deutschland nur Blut spenden, wenn sie zwölf Monate lang keinen gleichgeschlechtlichen Sex gehabt haben – selbst dann nicht, wenn es sich um den eigenen Ehemann handelt. Als Grund nennt die Bundesärztekammer, dass Schwule generell ein höheres HIV-Risiko hätten. Die aktuelle Regelung bedeutet laut Deutscher Aidshilfe in der Realität praktisch ein Komplettverbot aufgrund der sexuellen Orientierung (queer.de berichtete).
"Mit den bestehenden Regelungen in der Hämotherapie-Richtlinie und der Forderung nach zwölfmonatiger sexueller Enthaltsamkeit besteht die sachwidrige Diskriminierung von Schwulen, bisexuellen Männern bzw. MSM [Männer, die Sex mit Männern haben] weiter fort", so LSVD-Bundesvorstandsmitglied Axel Hochrein. "Statt sich auf das Risikoverhalten und die Frage nach geschütztem oder ungeschütztem Sex zu konzentrieren, schließt die bestehende Regelung weiter Personengruppen von der Blutspende aus. Die Frage nach einer sicheren Blutspende lässt sich jedoch nicht an der bloßen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personengruppe bemessen, sondern an dem jeweiligen individuellen Verhalten." Das müsse die Bundesärztekammer künftig berücksichtigen, forderte der Aktivist.
Schließlich unterlägen Männer, die geschützten Sex mit Männern haben, einem deutlich niedrigeren Risiko von HIV und anderen Geschlechtskrankheiten als Männer, die ungeschützten Sex haben. "Die Bundesärztekammer sollte homo, bi- und heterosexuelle Männer bei der Blutspende gleich behandeln und nur das individuelle Risikoverhalten berücksichtigen und nicht deren sexuelle Orientierung", so Hochrein. Diese Gleichbehandlung ist bereits in sechs der 28 EU-Staaten Gesetz (Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien). In diesem Ländern wird nur das individuelle Risikoverhalten der Spender abgefragt, aber nicht ihre sexuelle Orientierung.
"Es ist ironisch, dass nicht mal Gesundheitsminister Spahn spenden darf"
Das Deutsche Rote Kreuz erklärte anlässlich des Weltblutspendentages, dass nur drei Prozent der Deutschen Spender seien und das solidarische System an seine Grenzen gerate. Auch Wohlfahrtsverbände beklagen inzwischen, dass das Spendeverbot aufgrund der sexuellen Orientierung "überholt und diskriminierend" sei, wie etwa Leonhard Stärk, der langjährige Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes gegenüber der Münchner "Abendzeitung" beklagte. "Es ist zum Beispiel ironisch, dass nicht mal Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spenden darf", so Stärk. "Persönlich glaube ich, dass monogam lebende Paare besser als Blutspender geeignet sind als etwa ein heterosexueller Mann mit ständig wechselnden Partnerinnen." (dk)















Da sind die doch selbst dran Schuld, Anreize wollen sie nicht setzen aber die Konserven für teures Geld verhökern. Wenn man diese Leute fragt, warum sie nicht ein paar Euro als Anreiz springen lassen, dann heißt es das sei unmoralisch. Aber auf der Straße die Passanten bedrängen und vollpöbeln wenn sie ihnen beim Spendensammeln nicht zuhören wollen. Ich habe schon mehrfach schlechte Erfahrungen mit diesen Altruistenvereinen gemacht. So führt man kein Gesundheitssystem, indem man sich auf Vereine von Leuten verlässt die die Befriedigung ihres Bedürfnis für Mitleid über alles stellen. Man organisiert auch nicht den Erwerb und die Verteilung lebensnotwendiger Ressourcen wie Blutkonserven auf Grundlage von Solidarität. In welchem Bereich hätte das jemals funktioniert? Bezahl die Abgabe von Blut und es kommt genug zusammen. Erhöhe die Mittel zur Kranken- und Pflegeversorgung und dann brauchen die uns nicht beim Spazierengehen ihr Schockbilder von dahinsiechenden Omis vors Gesicht halten. Diese Vereine behandeln nur die Symptome. Das Problem ist das schwache Gesundheitssystem selbst und das kann nur politisch gelöst werden.