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Richterschelte
Bolsonaro kritisiert Kriminalisierung von Homo- und Transphobie
Die Entscheidung des Obersten Gerichts sei "komplettes Unrecht", empörte sich Brasiliens rechtsradikaler Staatschef Jair Bolsonaro. Er warnte, sie könne Lesben, Schwulen und trans Menschen "wehtun".

Seit Anfang des Jahres regiert in Brasilien der Rechtsaußen-Politiker Jair Bolsonaro (Bild: Senado Federal / flickr)
- 15. Juni 2019, 04:26h 2 Min.
Brasiliens rechtsradikaler Staatschef Jair Bolsonaro hat die Kriminalisierung von Homo- und Transphobie durch das Oberste Gericht des Landes scharf kritisiert. Die Entscheidung könne LGBTI-Menschen "wehtun", weil Unternehmen es sich aus Angst, der Homo- und Transfeindlichkeit beschuldigt zu werden "zweimal überlegen" würden, sie einzustellen, sagte Bolsonaro Journalisten am Freitag.
Zudem argumentierte er, das Gericht habe "komplett Unrecht", weil es sich in die Gesetzgebung eingemischt habe. Bereits im Vorfeld hatte er Entscheidungen die Gerichte kritisiert, die sich mit Homophobie beschäftigten. Er kündigte an, er wolle künftig evangelikale Christen als Richter berufen
Das Oberste Gericht Brasiliens hatte Homo- und Transphobie am Donnerstag offiziell als Verbrechen eingestuft (queer.de berichtete). Acht von elf Richtern sprachen sich dafür aus, Anfeindungen aufgrund der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität analog zu rassistischen Verbrechen künftig als Straftat zu werten. Rassistische Straftaten können in Brasilien mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bestraft werden.
Der Staatschef äußerte sich wiederholt homophob
Bolsonaro hat in der Vergangenheit mehrfach selbst mit homophoben Aussagen Aufsehen erregt. Unter anderem hatte er erklärt, es wäre ihm lieber, sein Sohn wäre tot als schwul (queer.de berichtete).
In Brasilien hatten Anfeindungen gegen LGBTI in den vergangenen Jahren zugenommen. Nach Angaben der Organisation Grupo Gay de Bahia, die seit vier Jahrzehnten Statistiken erstellt, gab es in Brasilien allein im Jahr 2017 bei 387 Tötungsdelikten und 58 Suiziden einen LGBTI-feindlichen Hintergrund. Das war ein Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zu 2016. (cw/AFP)














