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Übergangsregierung

Rauskala kommt raus: Ministerin outet sich als lesbisch

In zwei Zeitungsinterviews spricht Österreichs neue Wissenschaftsministerin Iris Rauskala erstmals über ihre Homosexualität: "Ich bin mit einer Frau verheiratet und habe hier noch nie negative Reaktionen erlebt."


Iris Rauskala ist seit 3. Juni 2019 Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung (Bild: Andy Wenzel / Bundeskanzleramt)

Die überwiegend aus Fachleuten bestehende Übergangsregierung nach der Abwahl von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) beschert Österreich das erste offen homosexuelle Kabinettsmitglied: In zwei Zeitungsinterviews hat sich Iris Rauskala, die amtierende Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, am Wochenende als lesbisch geoutet.

"Ich bin seit einem Jahr mit einer Frau verheiratet und ich gehe offen damit um", erklärte die Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Spitzenbeamtin gegenüber der Tageszeitung "Der Standard". Sie habe als Lesbe "hier noch nie negative Reaktionen erlebt", ergänzte die 41-jährige Austro-Finnin im Interview mit "Die Presse".

Gleichgeschlechtliche Paare dürfen in Österreich nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs erst seit dem 1. Januar 2019 heiraten. Zuvor waren nur Verpartnerungen möglich.

Im September wird neu gewählt

Ihre politische Einstellung bezeichnete Rauskala im "Standard" als "liberal im besten Sinn". Was die Gesellschaftspolitik betrifft, sei Österreich gesetzlich "relativ weit". "Wir sind aber gesellschaftlich noch nicht ganz so weit, die volle Bandbreite dessen zu verstehen", so die Übergangs-Ministerin weiter. "Die Dinge werden sich so lange nicht ändern wie sie sich in den Köpfen nicht ändern."

Rauskala war unter anderem Referentin von drei ÖVP-Wissenschaftsministern. 2015 ernannte Ressortchef Reinhold Mitterlehner sie zur Sektionschefin für Budget und Personal, seit knapp einem Jahr war sie unter Heinz Faßmann Leiterin der Präsidialsektion. Seit 3. Juni ist die in Helsinki geborene Spitzenbeamtin nun selbst Ministerin im Kabinett von Österreichs erster Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein.

Nach dem Auseinanderbrechen der rechtsnationalen Regierung von ÖVP und FPÖ wird im September in der Alpenrepublik neu gewählt. Auslöser für die Regierungskrise war das skandalöse Ibiza-Video, auf dem zu sehen ist, wie Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit einer vermeintlichen russischen Investorin über möglicherweise illegale Parteispenden und andere Formen der Einflussnahme spricht. Die Regierung brach in mehreren Schritten zusammen, letztlich drängte eine Mehrheit von FPÖ und SPÖ Ex-Kanzer Kurz und alle seine Minister aus ihren Ämtern. (cw)



#1 IronikerAnonym
  • 15.06.2019, 14:19h
  • Eine lesbische Ausländerin hat im rechtsnational regierten Österreich noch nie negative Reaktionen erlebt?

    Oh, felix Austria, Glückselistan!

    Vielleicht sollten wir dann einfach alle nach Österreich übersiedeln? In welchem Elfenbeinturm oder Feenschloss lebt sie denn? Ich würde meine bescheidene Hütte gerne zu dessen Fuß errichten, auf dass der Feenstaub auch auf mich herabfalle...
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#2 BerufskonformAnonym
  • 16.06.2019, 10:59h
  • "Es wird sich erst was ändern, wenn sich in den Köpfen der Menschen was ändert."

    "...bisher habe ich noch keine negativen Erfahrungen gemacht."

    Vielleicht ändert sich auch erst dann was, wenn man mal über Diskriminierung reden kann, ohne befürchten zu müssen, den Job zu verlieren?
    Diese Ministerin sitzt quasi am "Hebel" der Veränderung.
    "...wenn sich in den Köpfen der Menschen was ändert."
    Das ist nur eine Symptom-Analyse.

    Es geht darum, was zu tun ist, damit sich in den Köpfen dieser Menschen was verändert.

    Dass sie selbst nie negatives erlebt hat, nehme ich ihr so nicht ab. Wahrscheinlich hat sie die Diskriminierung oder Homophobie als solche nicht erkannt, weil manche das ziemlich versteckt und indirekt umsetzen/ansprechen.

    Wenn man das als solches nicht erkennt, dann kann man auch nicht wirkungsvoll reagieren.

    ©BuntesUndSchönes
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