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Landesynode
Lippische Kirche beschließt Trauung für alle
Eine weitere evangelische Landeskirche behandelt hetero- und homosexuelle Paare ab sofort annähernd gleich. Pfarrer dürfen Traugottesdienste für Lesben und Schwule jedoch aus Gewissensgründen verweigern.

Trauung für alle im Nordosten von NRW: Die Lippische Landeskirche ist mit rund 159.000 Mitgliedern die drittkleinste der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland
- 15. Juni 2019, 11:27h 2 Min.
In der Lippischen Landeskirche können sich nun auch lesbische und schwule Paare trauen lassen. Die Landessynode beschloss am Freitag in Horn-Bad Meinberg bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung die Fast-Gleichbehandlung von homo- und heterosexuellen Eheleuten.
Nach der Neufassung der "Lebensordnung", die unter anderem Gottesdienste und Sakramente regelt, sind Trauungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nun offizielle Amtshandlungen, die in die gleichen Kirchenbücher eingetragen werden wie bei heterosexuellen Paaren. Damit gibt es vor den Traualtären der Landeskirche künftig keinen Unterschied mehr bei Paaren gleichen oder verschiedenen Geschlechts. Allerdings können Pfarrer, die Bedenken gegen einen Traugottesdienst für Lesben und Schwule haben, nicht gegen ihren Willen dazu verpflichtet werden.
Segnung von Lesben und Schwulen seit 2015
Gleichgestellt in Lippe werden außerdem konfessionsverschiedene Paare, für die bislang kein Traugottesdienst, sondern nur ein "Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung" angeboten wurde.
Die Lippische Landeskirche ist eine von drei evangelischen Gliedkirchen in Nordrhein-Westfalen, der rund 159.000 Gläubige angehören. Seit 2015 konnten sich verpartnerte Lesben und Schwule in einem öffentlichen Gottesdienst segnen lassen (queer.de berichtete). Das war aber keine Amtshandlung und durfte nicht "Trauung" heißen. Nach dem damaligen Synodenbeschluss hatten zwei Pfarrer der Landeskirche Homosexualität mit Sex mit Tieren verglichen (queer.de berichtete).
Von den 20 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) lassen nun genau die Hälfte Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare zu. Zuletzt stimmte im Mai die Kirche der Pfalz für eine Gleichstellung mit Vetorecht für einzelne Pfarrer (queer.de berichtete). (cw)















Als 10 von 20 Landeskirchen der EKD hat nun auch die Lippische Landeskirche diesen finalen Schritt kirchenrechtlich umgesetzt.
In weiteren 9 Landeskirchen der EKD sind zumindes öffentliche Segnungsgottesdienste erlaubt.
"Schlusslicht" ist die "kleine" Landeskirche Schaumburg-Lipp in Niedersachsen, wo bisher kein Synodenentscheid zu diesem Thema bisher ergangen ist.
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Wenn dann auch noch in NRW als letzte Landeskirche Westfalen, diesen Schritt umsetzt, den die Landeskirchen Rheinland und Lippe nunmehr erfreulicherweise umgesetzt haben, wäre dies sehr zu begrüßen. Schliesslich ist das die Region, in der ich durch Heirat heute wohne. Meine Heimatregion in Niedersachsen, wo ich geboren und aufgewachsen bin hat es bereits geschafft: dort haben die Landeskirchen Oldenburg, Hannover und Reformierte Landeskirche in Nordwestdeutschland bereits kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Ehepaare kirchenrechtlich ermöglicht.