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Keine Entscheidung im Supreme Court

USA: Der Kampf um die lesbische Hochzeitstorte geht weiter

Homophobe Konditoren wollen sich aus religiösen Gründen weigern, Schwule und Lesben zu bedienen. Die US-Höchstrichter mogeln sich bislang um eine Entscheidung herum.


In konservativen US-Medien werden die beiden Konditoren, die den Lesben die Torte verweigerten, wie Helden gefeiert (Bild: Screenshot / Fox News Channel)

Der Supreme Court, das höchste Gericht der Vereinigten Staaten, hat es am Montag abgelehnt, über einen sechs Jahre alten Fall von Diskriminierung Homosexueller zu entscheiden, und hat den Fall an die Vorinstanz zurückgeschickt, die noch einmal darüber verhandeln muss. Damit wird eine endgültige Entscheidung weiter hinausgezögert, ob es in den USA möglich ist, auf regionaler Ebene die Diskriminierung Homosexueller zu verbieten.

Christliche Aktivisten argumentieren, dass ihnen in der US-Verfassung das Recht auf Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten im Absatz über Religionsfreiheit zugesichert werde. LGBTI-Aktivisten hatten auf ein Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs gehofft.

Konkret geht es in diesem Verfahren aus dem US-Bundesstaat Oregon im Nordwesten des Landes – die Konditorei "Sweet Cakes" hatte sich 2013 geweigert, eine Hochzeitstorte für ein lesbisches Paar zu backen, und dabei die sexuelle Orientierung der Auftraggeberinnen als Grund genannt. Ein Gericht in Oregon verurteilte das Konditorenpaar Aaron und Melissa Klein daraufhin zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 135.000 Dollar (queer.de berichtete).

Die Argumentation der christlichen Aktivisten ist, dass sie nicht dazu gezwungen werden dürften, "sündiges" Verhalten, das sie allen sexuell aktiven Homosexuellen vorwerfen, durch ihre Dienstleistungen zu unterstützen. Die Antidiskriminierungsbehörde von Oregon argumentierte dagegen, dass Konditoreien und andere Geschäfte immer der gesamten Bevölkerung offen stehen müssten. Dabei wurde die Diskriminierung Homosexueller mit der Diskriminierung von Schwarzen verglichen, die bis in die 1960er-Jahre ebenfalls religiös begründet wurde. Damals argumentierten christliche Rassisten, dass Gott durch den Turmbau von Babel die Rassen getrennt habe und es weißen Christen daher nicht zugemutet werden könne, mit Schwarzen zu verkehren.

"Der Kampf geht weiter"

LGBTI-Aktivisten bezeichneten die Entscheidung des Supreme Courts als enttäuschend. "Aber dieser Kampf ist nicht vorbei", kündigte Lambda Legal an. Die Organisation unterstützt die lesbischen Frauen, denen die Hochzeitstorte verweigert worden war, in ihrem Verfahren.

Twitter / LambdaLegal | Lambda Legal stellt die beiden Klägerinnen vor

In den USA gibt es derzeit kein nationales Antidiskriminierungsgesetz, das sexuelle und geschlechtliche Minderheiten vor Diskriminierung schützt. Derartige Gesetze gibt es nur in zirka der Hälfte der Bundesstaaten, darunter auch Oregon. Die Demokraten im US-Kongress unternehmen derzeit einen neuen Anlauf, um einen sogenannten "Equality Act" zu beschließen (queer.de berichtete). Wegen der Mehrheit der Republikaner im Senat gilt es aber als unwahrscheinlich, dass der Entwurf eine Mehrheit in beiden Parlamentskammern findet.

Derweil ist noch völlig unklar, wie der Supreme Court im Fall von Anti-LGBTI-Diskriminierung entscheiden wird. Im vergangenen Juni stellten sich die Höchstrichter im Streit um eine verweigerte Hochzeitstorte für ein schwules Paar aus Colorado hinter einen homophoben Konditor (queer.de berichtete). Dabei handelte es sich aber ausdrücklich nicht um ein Grundsatzurteil, das Gericht kritisierte vielmehr das konkrete Vorgehen der Bürgerrechtskommission von Colorado.

Homo-Gegner rechnen sich für die Zukunft gute Chancen aus, einen Sieg zu erringen; das liegt vor allem an Präsident Donald Trump, der in seiner Amtszeit mit Neil Gorsuch und Brett Kavanaugh zwei erzkonservative Hardliner an das insgesamt neun Mitglieder zählende Gericht entsandt hatte. Eine Entscheidung, die Religionsfreiheit über Antidiskriminierungsregelungen stellt, könnte Auswirkungen auf viele Bereiche haben, darunter das Gesundheitswesen oder den sozialen Sektor. (dk)



#1 PetterAnonym
  • 18.06.2019, 16:45h
  • Solche Leute kapieren nie den Sinn von Freiheitsrechten und missbrauchen Religionsfreiheit für andere Hass und Hetze.

    Fakt ist:
    Freiheitsrechte dienen dem Schutz vor eigener Diskriminierung. Sie erlauben aber nicht die Diskriminierung anderer. Das ergibt sich schon rein logisch, weil ansonsten ja Freiheitsrechte nur für manche gelten würden, wenn sie andere diskriminieren dürften.
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#2 kaymahuProfil
  • 18.06.2019, 18:30hFrankfurt
  • Das Recht, diskriminieren zu dürfen. Und das bigott mit der Bibel in der Hand begründen. Das bekommen so formvollendet nur die Amis hin. So langsam sollten wir uns aber mal Gedanken machen, ob wir das Land überhaupt noch ernst nehmen wollen. Gab es nicht jüngst die Meldung, dass Trumps 10.000ste Lüge dokumentiert sei? Wenn sie also alle über ihren Präsidenten stöhnen, entsetzt bellen und zürnen, ihn aber nicht überführen und damit absetzen können, dann zweifle ich so ganz langsam auch am allgemeinen Willen der Amis. Dann sollen sie endlich auch aufhören treudoof in ihre YouTube Kamera zu glotzen um sich für ihn zu entschuldigen. Dann nehmt endlich das Heft in die Hand und ändert das in eurem Land! Unsere Schüler können das bereits besser.
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#3 KerzmanProfil
  • 19.06.2019, 01:57hPrinceton
  • >>> Homophobe Konditoren wollen sich aus religiösen Gründen weigern, Schwule und Lesben zu bedienen. <<<

    Diese Aussage ist so nicht ganz richtig, soweit man >bedienen< zunächst einmal als >Blumen bzw. Backwaren verkaufen< in ihren Blumen- bzw. in ihren Bäckereigeschäftsräumen definiert; da gab und gibt es keine Probleme, da geht Geldverdienen vor Gewissensentscheidung, zumal gewöhnlicherweise gar nicht erkennbar ist, daß die Kaufkunden zur community gehören.
    Diese Christen hier, die wohl glauben, alle anderen mit ihrer Frohen Botschaft beglücken zu müssen und ihre Manipulationshoheit (per Antidiskriminierungs-Gesetzgebung) schwinden sehen, stellten sich erst dann auf ihre Hinterbeinchen, als sie davon ausgingen, aktiv an den Vorbereitungen zu einer schwulen Hochzeitszeremonie beteiligt sein zu müssen. Das war allerdings lediglich im Fall eines Photographen erforderlich, dessen persönliche Präsenz an den Feierlichkeiten im Jahre 1998 unabdinglich war; im Jahr 2019 könnte er einfach eine Photodrone vorbeischicken. Torte und Blumensträuße sind essentielle Bestandteile einer Hochzeitszeremonie. Meine Meinung: Augen zu, das Ding backen, das Ding arrangieren, am Ort der Hochzeitsfeier abliefern, kassieren, abschwirren, und bestens ist. >Alles Gute!< wird man bitte auch noch wünschen können.

    Anders sähe die Lage allerdings aus, wenn die christliche Blumentante vertragsmäßig z.B. denjenigen anwesenden schwulen Gästen ein Gebinde überreichen muß, die als nächste heiraten wollen bzw. wenn der christliche Kuchenbäcker vertragsmäßig z.B. danebenstehen muß, mit der Aufschrift auf seiner Schürze, >Endlich dürfen Schwule heiraten<, während die von ihm hergestellte Torte verachtundsiebziggeteilt wird. Blumen und Torten zubereiten und ausliefern muß sein; anwesend sein, Dinge tun müssen, die aktive Präsenz erfordern, wohl nicht. Alles eine Frage der jeweiligen Anforderungen; meine Ansicht: wäre ich Kuchenbäcker und hätte den Auftrag, eine braunfarbige Torte zu Herrn Hitlers Geburtstag anzufertigen: klar doch, auch wenn ich als Hebrew Baby mit einem Widerwillen zu kämpfen hätte; mit aus weißer Schlagsahne geschriebenem Gruß, >Unserem geliebten Führer zum Geburtstag!<: wird gemacht, selbst wenn ich kotzen könnte; mit aus weißer Schlagsahne geschriebenem Imprimatur, >Gebacken von Deinem Nazi-Kumpel Mark Kerzman<: no way! Mein Gutes Gewissen und meine Würde stehen nämlich nicht zur Disposition.
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#4 BobAachenProfil
  • 19.06.2019, 03:30hAachen
  • Antwort auf #2 von kaymahu
  • "So langsam sollten wir uns aber mal Gedanken machen, ob wir das Land überhaupt noch ernst nehmen wollen."

    Den Satz verstehe ich nicht. Wann hat man die denn Ernst genommen, außer die machen andere (wirtschaftlich oder militärisch) platt.
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#5 Homonklin44Profil
  • 19.06.2019, 08:40hTauroa Point
  • Ist zwar nicht die schönste Anleihe, aber wenn diesen Leuten elementare Grundsätze egal sind, weil deren natürliche Eigenschaften nicht zu ihrer Religion passen: *Kauft nicht bei Christen'* . dann lässt man die Affen halt links liegen und bestellt nach vorheriger Nachfrage, ob die Ladenleute glaubensbefreit / vernünftig sind.
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#6 alter schwedeAnonym
  • 19.06.2019, 10:42h
  • Irgendwie ist das an Dämlichkeit nicht mehr zu überbieten. Bietet viel Entlarvungspotential.

    Wird Zeit, daß man da mal ne TV-Serie draus macht.
    KONDITOREI TETZLAFF oder so.

    Für die Jungschen. Tetzlaffs waren eine in Teilen homophobe TV-Familie aus den 70ern. (Ein Herz und eine Seele).
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#7 DramaQueen24Profil
  • 19.06.2019, 17:16hBerlin
  • Rat an das lesbische Paar: Kauft Euren Kuchen woanders, macht Werbung für den homofreundlichen Konditor, und lasst Euch interviewen, wobei Ihr erzählt, wie sehr das bigotte Verhalten der Konditorin Euch in Euren Gefühlen verletzt hat, und verklagt die Konditorin auf Schmerzensgeld (mindestens eine Million Dollar). Mal sehen, wie "gläubig" die dann noch ist, wenn es an IHRE Kohle geht.
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#8 UgdolfAnonym
  • 20.06.2019, 08:35h
  • Kann man gezwungen werden für Leute zu arbeiten die man nicht bedienen will? Klar lächerlich keine Torte für lesben zu backen. Wenn hier aber jemand von der afd oder npd kommen würde und ich sollte für die backen würde ich auch nein sagen und die damit dann diskriminieren. Einfach weil die eine andere Denkweise haben als ich
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#9 Ralph
  • 20.06.2019, 09:52h
  • Und wieder fälscht Fox News die Schlagzeile. Richtig wäre: "Christian bakers take their hate to High Court".
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#10 LugUndTrugDolfAnonym
  • 20.06.2019, 09:56h
  • Antwort auf #8 von Ugdolf
  • Und wieder versucht ein Troll fälschlich, frei gewählte Weltanschauungen wie politische Ideologie oder Religiosität mit angeborener Identität wie z.B. bei LGBT*IQs gleichzusetzen. Das sind jedoch völlig unvergleichbare Sachlagen.
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