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Sachsen

Sonderausstellung über den schwulen Sohn von Richard Wagner

Siegfried Wagner stand im Schatten seines berühmten Vaters. Die Richard-Wagner-Stätten in Graupa bei Dresden widmen ihm nun eine Sonderausstellung.


In Graupa können Besucher mehr über Siegfried Wagner (1869-1930) erfahren (Bild: Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft / Schwules Museum*)

Die Richard-Wagner-Stätten im sächsischen Graupa rücken mit ihrer neuen Sonderausstellung seine spätere Frau Cosima von Bülow und speziell den Sohn des Komponisten in den Mittelpunkt. Die Schau "Siegfried Wagner. Der fremdbestimmte Sohn" will auch der Frage nachgehen, welche Talente der Wagner-Spross hatte und welche Zwänge sein Leben begleiteten, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit.

"Seine künstlerischen Fähigkeiten werden ebenso thematisiert wie die familiären Zwänge, die ihn nötigten, seine Homosexualität geheim zu halten und eine Familie zu gründen, um die Dynastie zu sichern", teilten die Wagner-Stätten weiter mit.

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"Siegfrieds Weg war vorgezeichnet und fremdbestimmt"

Siegfried Wagner kam 1869 in der Nähe des schweizerischen Luzern zur Welt. "Die Eltern verstanden es, die Geburt über ein Jahr lang geheim zu halten, bis sie verheiratet waren. Sie wollten einen rechtmäßigen Wagner-Erben, der des Meisters Vermächtnis treu bewahren sollte. Siegfrieds Weg war vorgezeichnet und fremdbestimmt", hieß es in der Einladung zur Ausstellung, die am 20. Juni öffnet und noch bis zum 16. Februar 2020 zu sehen sein wird.

Der Wagner-Sohn arbeitete als Komponist und Dirigent. Von 1908 bis zu seinem Tod leitete er außerdem die Bayreuther Festspiele. Wegen seines Nationalismus und seines Antisemitismus ist er – wie auch sein Vater – heutzutage umstritten (queer.de berichtete).

Richard Wagner (1813-1883) verbrachte den Sommer 1846 in Graupa und konzipierte dort die Oper "Lohengrin". Er wohnte damals in einem Bauernhaus, das sich heute als "Lohengrinhaus" mit einer kleinen Ausstellung allein diesem Werk widmet. Zudem gibt es im Jagdschloss von Graupa ein Wagner-Museum mit Dauerausstellung und Konzertsaal. Es komplettiert die Richard-Wagner-Stätten, zu denen ein Wagner-Kulturpfad sowie ein Denkmal im Liebethaler Grund gehören. (dpa/cw)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 20.06.2019, 16:55h
  • Eine widersprüchliche Figur.

    Als Komponist begabt, schwach gegenüber den frühen nazistischen Tendenzen seiner frustrierten Gattin.

    Und doch jemand, der gerne jüdische Künstler*innen engagierte, und vor allem das große Vorbild seiner Tochter Friedelind, die ohne Not emigrierte und mutig ihre Stimme gegen den Nazismus, den sie von innen kannte, erhob.

    Was ihr nach `45 natürlich von niemand gedankt wurde.

    Im Gegenteil: Antifaschismus galt lange als Verrat.
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