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Polizeibericht

Berlin: Homophober Schläger festgenommen

Ein 33-Jähriger, der an zwei Abenden schwule Männer angegriffen haben soll, wurde in Tatort-Nähe gestellt und dem LKA übergeben.


  • 19. Juni 2019, 20:26h, noch kein Kommentar

Polizisten haben in der Nacht zum Mittwoch einen 33-Jährigen in Tiergarten festgenommen, der einen Mann mit einer Glasflasche geschlagen und homophob beleidigt haben soll. Das teilte die Polizei der Hauptstadt am Mittwoch mit.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand habe sich ein 51-Jähriger gegen 1 Uhr mit einem Bekannten in einer Parkanlage am Oswald-Schumann-Platz befunden. Als sich beide auf einer Parkbank niederließen, seien sie von dem 33-Jährigen zunächst homophob beleidigt worden. Als der 51-Jährige aufstand, soll ihm der Jüngere mit einer Glasflasche gegen den Kopf geschlagen haben. Der Angegriffene erlitt eine stark blutende Platzwunde und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Alarmierte Polizisten nahmen den Tatverdächtigen noch in der Nähe fest. Während der Anzeigenaufnahme erkannten Zeugen den Festgenommenen als Verdächtigen einer weiteren homophoben Beleidigung und gefährlichen Körperverletzung vom 17. Juni am selben Ort wieder. Der Polizeibericht vom Vortag hatte vermerkt, wie in der Nacht zum Dienstag drei Männer am Oswald-Schumann-Platz drei weitere Männer homophob beleidigt und mit Ästen beworfen hatten (queer.de berichtete). Ein 56-Jähriger war dabei leicht verletzt worden.

Der 33-Jährige wurde dem Polizeilichen Staatsschutz beim Landeskriminalamt überstellt, der die weiteren Ermittlungen übernommen hat.

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Auf Schulfest homophob beleidigt

Anders als in vielen anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Taten oder Tathintergründe gezielt in den Polizeiberichten Berlins publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Bereits am Dienstag hatte die Polizei auf den ersten Vorfall am Oswald-Schumann-Platz hingewiesen. Später vermeldete sie eine weitere mögliche homophobe Tat, die sich am Montagnachmittag während eines Schulfestes in Gesundbrunnen zugetragen haben soll. Ersten Ermittlungen hat demnach ein 16-jähriger Schüler einen 19-jährigen ehemaligen Schüler während des Festes homophob beleidigt. Alarmierte Polizisten stellten die Personalien des Tatverdächtigen fest und leiteten ein Strafverfahren wegen Beleidigung ein.

Gegenseitige Strafanzeigen in Kreuzberg

Laut einem Bericht des "Tagesspiegels" prüft die Polizei zudem derzeit den bei Facebook zwischenzeitlich viral gegangenen Vorwurf eines Mannes, er sei am Samstag in einem Restaurant in Kreuzberg von einem Kellner homophob beleidigt, angegriffen und verletzt worden. Das Restaurant stellt den Vorfall als Streit dar, der vom Kunden ausgegangen sei und nichts mit dessen sexueller Orientierung zu tun gehabt hätte. Der Polizei liegen laut "Tagesspiegel" Strafanzeigen beider Seiten vor. Ein Facebook-Aufruf zu einem Protest-Flashmob für Mittwochabend, offenbar ohne Absprache mit dem Beschuldiger des Restaurants erstellt, wurde zwischenzeitlich wieder gelöscht.

Die Polizei ist in ihren Berichten noch nicht auf diesen Vorfall eingegangen. Bereits am Montag hatte sie noch vermeldet, dass am Sonntag in Schöneberg zwei Jugendliche einen Mann auf der Straße homophob beleidigt und später ein Glas in Richtung seines Balkons geworfen hatten (queer.de berichtete). (pm/cw)