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Internationale Arbeitsorganisation

LGBTI in UN-Konvention gegen Job-Belästigung nicht geschützt

Offenbar auf Druck afrikanischer Länder wurden sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in einem "historischen" weltweiten Übereinkommen ausgeklammert.


Die ILO-Konferenz fand vom 10. bis zum 21. Juni in Genf statt (Bild: ILO)

  • 21. Juni 2019, 14:12h 7 2 Min.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, hat erstmals einen internationalen Vertrag gegen Gewalt und Belästigung im Job verabschiedet – zumindest für Cis-Heterosexuelle (PDF, englisch). Die Konvention gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz wurde am Freitag in Genf mit großer Mehrheit beschlossen, allerdings erst, nachdem der strittige Punkt von Garantien für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intersexuelle bei der Beschlussfassung der ILO ausgeklammert wurde.

"Es war umstritten", räumte ILO-Generaldirektor Guy Ryder ein. "Im Interesse eines Konsenses wurde entschieden, es bei einem allgemeinen Ausdruck zu lassen: gefährdete Gruppen." So heißt es, Regierungen sollten Gesetze verabschieden zum Schutz von "Arbeitern und anderen Menschen, die zu einer oder mehreren gefährdeten Gruppen" gehören.

Die Australierin Alana Matheson von der Arbeitgeberseite zeigte sich über den fehlenden Schutz für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten "enttäuscht". Nach Angaben aus Verhandlungskreisen stammten die entscheidenden Einwände gegen die Einbeziehung der LGBTI-Rechte von einigen afrikanischen Ländern, meldete die Nachrichtenagentur AFP.

Schutz bei Gefahr von Leben, Gesundheit oder Sicherheit

Auf der Grundlage der Konvention sollen Arbeitnehmer künftig das Recht erhalten, sich aus Situationen zurückzuziehen, in denen sie berechtigte Gründe zu der Annahme haben, dass Leben, Gesundheit oder Sicherheit durch Gewalt oder Belästigung "unmittelbar gefährdet" sind. Die Regelungen sollen auf öffentliche und private Räume anwendbar sein, die als Arbeitsstätte dienen, außerdem gelten sie für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz.

Für den Text gab es 439 Stimmen, dagegen sieben sowie 30 Enthaltungen. In der ILO sind Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten. Die Regierungen haben zwei Stimmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer je eine Stimme.

Trotz des fehlenden Schutzes für LGBTI bezeichneten Vertreter von Menschenrechtsorganisationen die Übereinkunft als "historisch". "Regierungen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben Geschichte geschrieben, indem sie Maßstäbe dafür gesetzt haben, Gewalt und Belästigungen im Arbeitsleben zu beenden", erklärte etwa Rothna Begum von der Human Rights Watch. (dpa/AFP/dk)

/ ilo
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#1 Carsten ACAnonym
  • 21.06.2019, 17:38h
  • Skandalös, dass afrikanische Länder der ganzen Welt ihren Hass aufzwingen können und dafür sorgen können, dass LGBTI explizit ausgeklammert werden.

    Die UNO und all ihre Organisationen Unesco, Unicef, etc. macht sich komplett lächerlich.
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#2 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 21.06.2019, 18:05h
  • Moment mal ich lese
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    Für den Text gab es 439 Stimmen, dagegen sieben sowie 30 Enthaltungen.
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    Weshalb hat man denn nicht die ursprüngliche Fassung mit den LGBTI Schutz drin gelassen? Es wäre trotzdem durchgekommen!

    Oder kam die Opposition etwa nicht nur hauptsächlich aus afrikanischen Ländern?
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#3 Julian SAnonym
  • 21.06.2019, 18:14h
  • Antwort auf #2 von FinalmSposato
  • Weil bei den UN generell nicht der Mehrheitsentscheid gilt, sondern einzelne Länder ganz alleine etwas blockieren können. Die USA, Russland und China zeigen das regelmäßig.

    Und jetzt hat die Mehrheit sich halt dem Willen afrikanischer Homohasser gebeugt.
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