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Türkei

Festnahmen bei verbotenem CSD in Izmir

Erneut haben türkische Behörden einen Pride unterdrückt – diesmal in der drittgrößten Stadt des Landes.


Die Verlesung der Forderungen des CSD (Bild: facebook / prideizmir)

Eine Woche vor dem geplanten CSD in Istanbul haben türkische Behörden am frühen Samstagabend erneut eine Pride-Demonstration verhindert – diesmal in der westtürkischen Hafenstadt Izmir, in der LGBTI-Kundgebungen bislang in der Regel noch ungestört stattfinden konnten.

Twitter / dokuz8haber | Der Beginn des Pride

Wie in einigen Vorjahren hatte der von der nationalen Regierung bestimmte Gouverneur den Pride vorab verboten. Ein Gericht hatte das mit angeblichen Sicherheitsbedenken begründete Verbot der siebten CSD-Demo der Stadt in den letzten Tagen bestätigt. Dennoch versammelten sich hunderte LGBTI in der Innenstadt, um Forderungen zu verlesen. Polizisten waren vor Ort und trieben die Menschen auseinander und vor sich her, griffen aber zunächst nicht ein.

Twitter / KaosGL | Die ersten Festnahmen

Später wurden dennoch Menschen festgenommen, vor allem, als sie sich wie in den Vorjahren an der Küstenpromenade versammeln wollten. Offenbar kam dabei auch Tränengas zum Einsatz. Aktuellen Angaben zufolge wurden insgesamt mindestens 17 Menschen festgenommen. In der Regel werden die Festgenommenen nach wenigen Stunden wieder freigelassen.

Twitter / MavraPostasi | Die Festnahmen am Ufer

Der CSD in Izmir war unter anderem bereits 2016 verboten worden – dennoch versammelten sich tausende am Ufer und die Polizei schritt nicht ein (queer.de berichtete). In den Vorjahren hatten noch mehrere tausende Menschen friedlich an den Prides teilgenommen.


Der CSD in Izmir 2015

In den letzten Tagen war bekannt geworden, dass in diesem Jahr auch die CSD-Demonstrationen in Istanbul und im südtürkischen Antalya verboten wurden (queer.de berichtete). Während in der letzten Stadt auf eine Kundgebung verzichtet wurde, wird erwartet, dass in Istanbul beim 17. "Marsch des Stolzes" am 30. Juni im Rahmen der 27. Pride-Woche erneut Hunderte dem Verbot trotzen wollen.

In den letzten Jahren hatte die Istanbuler Polizei mehrfach Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse gegen Teilnehmer des CSD und des Trans Pride eingesetzt, auch im letzten Jahr wurden hunderte Teilnehmer von der Polizei durch die Straßen getrieben und einige Menschen für einige Stunden festgenommen (queer.de berichtete), In den Jahren vor dem ersten Verbot und der ersten CSD-Niederschlagung 2015 hatten noch zehntausende Menschen an den Demonstrationen teilgenommen. (nb)


 Update  23.6.: Alle Festgenommenen frei

Insgesamt seien 16 Menschen festgenommen worden und später am Abend nach Feststellung der Personalien freigelassen worden, berichtet am Sonntag kaos.gl. Die Organisation veröffentlichte zudem Fotos von Festnahmen und dem Einsatz von Reizgas.




#1 vorausgeahntAnonym
  • 22.06.2019, 18:53h
  • Das habe ich mir fast schon gedacht.
    Kann man den Erdo nicht putschen?

    Patroklos, du bist mir mein Snickers schuldig.
    ;-)

    ©BuntesUndSchönes
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#2 FliegenAnonym
#3 FliegenAnonym
#4 WolfAnonym
  • 22.06.2019, 20:02h
  • Immer noch machen Schwule Urlaub dort.Ist ja so billig und die Bootsfahrten in der Ägäis so romantisch.
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#5 TomDarkProfil
  • 22.06.2019, 20:03hHamburg
  • Eigentlich wollte ich den Bericht aus Wut und Trauer lieber unkommentiert lassen.

    Denn leider hat die Türkei mit Erdogan ihre Chance, ein wirklich modernes und aufstrebendes Land zu werden, verspielt.

    Atatürk, der das Land 1923 zu einem säkularen und laizistischen Staat machte und vor der Zerstückelung der Alliierten bewahrte, hatte nicht ohne Grund wenig für das Kalifat übrig:

    "Islam, diese absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen (Mohammed), ist eine verwesende Leiche, die unser Leben vergiftet".

    Erdogan führt sein Land im Rückwärts-Schritt wieder in die Sultanei und Unterdrückung.
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#6 zundermxeAnonym
  • 23.06.2019, 05:23h
  • Antwort auf #5 von TomDark
  • Ja, wenn es nur ein Erdogan wäre.
    Doch so einfach ist es leider nicht.

    Die einen stimmen mehrheitlich bei Wahlen für ihn obwohl sie in Deutschland in einem Land leben und meist auch geboren sind, indem sie deutlich mehr persönliche Freiheit leben können als in der Türkei.

    Die anderen stimmen für Erdogan indem sie ihren Urlaub dort verbringen und keine Verbindung zwischen Politik und persönlichem Konsumverhalten herstellen wollen.

    Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber so wichtig ist das Thema dann wohl auch nicht... und überhaupt, die Türkei habe doch eine ganz eigene Kultur... wir in Deutschland können das doch gar nicht wirklich verstehen...

    Die Masse Mensch, die Erdogan so oder so unterstützt, ist das frustrierende und vor allem sehr ernüchternde.
    Die Erdogans des Alltags.
    Schließlich hat dies auch einiges an Aussage über Deutschland und die Menschen, die hier leben.
    Eine Seite ist die gelebte Aussage zum Demokratieverständnis und zur (nicht) gelebten Solidarität.

    Hier bietet sich das Gedankenspiel wir hätten in Deutschland einen Erdogan als Kanzler in christlicher Ausgabe.
    Was wäre in diesem Land los?
    Wer würde sich mit wem solidarisieren?
    Wie schnell kämen wohl wieder die Nazi-Vorwürfe, auch und wahrscheinlich insbesondere von denen, die den Erdogan seit Jahren unterstützen?

    Mein Verständnis ist da längst am Ende. Wem queere Menschen dem Verhalten nach schon egal sind, der sollte wenigstens mit Journalist*innen, Gewerkschaftler*innen und anderen Verfolgten eine demokratische Solidarität zeigen - jenseits der eigenen Meinung.
    Wer dazu nicht bereit ist, ist nicht wirklich demokratisch gesinnt und hat andere Werte aus denen heraus das persönliche Verhalten abzuleiten ist.
    Das mag Konsum, Glaube oder Ideologie sein. Völlig egal, es ist schlicht nicht akzeptabel für eine Demokratie.
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#7 Carsten ACAnonym
#8 HyenadykeProfil
  • 23.06.2019, 13:57hKöln
  • Antwort auf #1 von vorausgeahnt
  • Genau, das hat ja letztes mal schon so gut funktioniert.

    Und die Erfahrungen mit erfolgreichen Putschen des türkischen Militärs lassen dann ja auch total auf menschenrechtsfreundliche Verhältnisse hoffen ...

    Facepalm
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