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"Hässliche Schwuchtel"

Lufthansa-Tochter wegen Homophobie verurteilt

Mitarbeiter von Swiss hatten einen serbischen Mediziner wegen seiner Nationalität und seiner Homosexualität beschimpft – jetzt endete ein jahrelanger Rechtsstreit.


Die Swiss wurde zwar in letzter Instanz in Serbien wegen Homophobie verurteilt, behauptet aber noch immer, dass die Gerichte falsch lagen (Bild: Aero Icarus / flickr)
  • 24. Juni 2019, 14:27h, noch kein Kommentar

Der oberste serbische Gerichtshof in der Hauptstadt Belgrad hat vergangene Woche letztinstanzlich entschieden, dass eine führende Mitarbeiterin der Fluggesellschaft Swiss International Air Lines einen schwulen Serben homophob diskriminiert hat. Bereits vor gut einem Jahr hatte ein serbisches Gericht dem Mann einen Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 4.200 Euro zugesprochen. Die Höchstrichter lehnten Rechtsmittel der Swiss gegen dieses Urteil ab. Das Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa hat in schweizerischen Medien erklärt, man werde das Urteil akzeptieren, aber weise weiterhin jeglichen Vorwurf der Homophobie zurück.

Der Fall des prominenten offen schwulen Schönheitschirurgen Marko Lens aus Serbien geht auf das Jahr 2011 zurück – damals war Lens mit dem Service in der Businessklasse der schweizerischen Fluggesellschaft unzufrieden. Nach einer Beschwerde soll er von einem Flugbegleiter als "serbisches Schwein" bezeichnet worden sein.

Später traf Lens in Belgrad die regionale Chefin für die Unternehmen Swiss und Austria Airlines, die bereits über den Vorfall Bescheid wusste und den Kunden wegen seiner Nationalität und seiner sexuellen Orientierung beleidigt haben soll. Nach Angaben der "SonntagsZeitung" soll die Mitarbeiterin Lens unter anderem als "ugly faggot" (hässliche Schwuchtel) bezeichnet haben. Die Swiss lehnte über Jahre eine Entschuldigung für den angeblichen Vorfall ab und erteilte dem Serben sogar Flugverbot. Lens erklärte daraufhin, bei der verbalen Attacke handle es sich nicht nur um einen "Angriff auf mich, sondern auf alle Serben und die ganze LGBT-Community".

Swiss: "Urteil ist inhaltlich falsch"

"Swiss akzeptiert das Urteil, ist aber der Ansicht, dass es inhaltlich falsch ist", erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Sie bezeichnete Lens als Einzelperson, die "eigennützige Ziele verfolgt". Details zu diesen "Zielen" wollte die Swiss aber nicht nennen. Schweizerische Medien berichteten, dass der Mann bereits in Österreich eine ähnliche Klage angestrengt und ein Wiener Gericht von einem "auf Erfüllung von Sonderwünschen abzielenden Verhalten des Klägers" gesprochen habe.

Vergangenes Jahr hatten LGBTI-Aktivisten bereits eine Petition an Lufthansa gestartet, in dem eine Entschuldigung für homophobes Verhalten von Mitarbeitern der Firmentochter Swiss im Zusammenhang mit Marko Lens gefordert wird (queer.de berichtete). (dk)