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USA
Druck von Erzbischof: Katholische Schule feuert schwulen Lehrer
Um weiter eine katholische Schule bleiben zu können, feuert eine Highschool in Indianapolis einen Lehrer. Sein "Vergehen": Er hat seinen Freund geheiratet.

Homos, nein danke – das ist offenbar das Motto von Erzbischof Charles Thompson (Bild: Erzbistum Indianapolis)
- 24. Juni 2019, 14:24h 2 Min.
Die Cathedral High School in Indianapolis (US-Bundesstaat Indiana) hat am Sonntag bekannt gegeben, dass sie einen Lehrer wegen dessen Homosexualität entlassen habe. Grund sei der Druck durch das Erzbistum gewesen, so die katholische Einrichtung, die 1.200 Schüler von der neunten bis zur zwölften Klasse betreut. Der nicht genannte Lehrer hatte kürzlich seinen Freund geheiratet – und die Hochzeit nicht vor seinem Arbeitgeber geheim gehalten.
"Um eine katholische Einrichtung bleiben zu können, muss die Cathedral High School den Richtlinien folgen, die uns von Erzbischof Thomson gegeben wurden. Deshalb trennen wir uns von dem Lehrer", erklärte die Schulleitung in einer Stellungnahme.
Erzbischof erkannte Schule mit schwulem Lehrer katholischen Status ab
Anlass für die Entlassung war offenbar, dass Erzbischof Charles Thompson zuletzt den Druck auf katholische Schulen erhöht hat, homosexuelle Lehrer zu feuern. Vergangene Woche verkündete er etwa den Ausschluss der Jesuitenschule Brebeuf Jesuit, einer vobereitenden Schule für die Aufnahme an einem College. Der Grund: Die Schule hatte trotz Aufforderung des Erzbischofs einen schwulen Lehrer nicht gefeuert. Sie hatte das damit begründet, dass der Lehrer hochqualifiziert sei und es negative Auswirkungen auf die mehr als 100 Mitarbeiter haben würde, wenn das Erzbistum die Entlassung missliebiger Lehrer einfach anordnen könne.
Vergangenes Jahr hatte die Indianapolis Roncalli High School, die ebenfalls von der Erzdiözese Indianapolis betrieben wird, zwei Vertrauenslehrer gefeuert. Ihr "Vergehen" war ebenfalls, dass sie jeweils ihren gleichgeschlechtlichen Partner geheiratet hatten.
Auch in Deutschland können die Kirchen nach Gutdünken Lehrer aus ihren fast vollständig aus Steuermitteln finanzierten Schulen entlassen. Grund ist eine Ausnahmeklausel für Kirchen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Erst letztes Jahr sorgte das Gymnasium Mariengarden in Borken für Schlagzeilen, weil die Schule einen Lehrer wegen dessen sexueller Orientierung nicht übernehmen wollte (queer.de berichtete). Allerdings setzte der Europäische Gerichtshof vergangenen September dem Treiben der Kirchen Grenzen: Diese hätten nicht grundsätzlich das Recht, das Privatleben ihrer Angestellten zu diktieren (queer.de berichtete). (dk)














