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Erfolgssitcom

"Friends"-Schauspielerin kontert Homophobie-Vorwürfe

In sozialen Netzwerken gibt es Kritik an der Kult-Sitcom "Friends", seit sie letztes Jahr von Netflix ins Programm aufgenommen wurde. Die Serie hab sich aber nie über sexuelle Minderheiten lustig machen wollen, beteuert jetzt Jane Sibbett.


Carol (Jane Sibbett) und Susan (Jessica Hecht) schlossen 1996 in "Friends" den Bund des Lebens – zwei Jahrzehnte, bevor im echten Leben gleichgeschlechtliche Partnerschaften staatlich anerkannt wurden (Bild: Netflix)

Schauspielerin Jane Sibbett, die in der Erfolgssitcom "Friends" die lesbische Ex-Ehefrau der Hauptfigur Ross (David Schwimmer) spielte, hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Serie Witze auf Kosten von Homosexuellen gemacht habe. "Wir wollten uns nie über das Schwul- oder Lesbischsein lustig machen", sagte die 56-Jährige im Sender NBC, der "Friends" zwischen 1994 und 2004 ausgestrahlt hatte.

Sibbett stellte Carol dar, die in der zweiten Staffel in der Folge "Die lesbische Hochzeit" ihre Partnerin Susan (Jessica Hecht) heiratete. "Wir haben uns über Leute lustig gemacht, die das ganze nicht verstanden haben und die sich unsicher damit gefühlt haben, dass wir zusammen sind", so Sibbett weiter. "Und das war sehr schön: Die große Wahrheit ist, dass der Witz auf Kosten von Leuten war, die nicht verstanden habe, dass es nur um Liebe geht."

Auch ihre Filmpartnerin Jessica Hecht erinnert sich gerne an ihre Zeit bei "Friends". Gegenüber NBC sagte sie, es habe ihr Spaß gemacht, eine "Gay-Kultfigur" zu spielen. Die Darstellung von Lesben sei "ihrer Zeit voraus" gewesen.

Viele neue Zuschauer kritisierten "Friends" in den letzten beiden Jahren wegen angeblich homo- und transphober Inhalte. Problematisch sei insbesondere die ständige Angst der Figur Chandler (Matthew Perry), für schwul gehalten zu werden, und seine Abneigung und beleidigenden Äußerungen gegenüber seinem transsexuellen Elternteil Helena (Kathleen Turner). "Friends"-Produzentin Martha Kauffman hatte erst kürzlich diese Darstellung bedauert und erklärt, dass sie diese Thematik heutzutage anders darstellen würde (queer.de berichtete).

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Gleichgeschlechtliche Küsse bei "Friends"-Hochzeit tabu

Vor zwei Jahren hatte Jane Sibbett erklärt, für wie problematisch vom Sender NBC die Episode "Die lesbische Hochzeit" aus der zweiten Staffel gehalten worden war – trotz der sehr guten und heute illusorischen Einschaltquote von rund 32 Millionen Zuschauern. So sei es den beiden Schauspielerinnen ausdrücklich verboten worden, sich in der Szene zu küssen. Dennoch hatten damals zwei lokale NBC-Sender in Texas und Ohio die Folge nicht gezeigt – LGBTI-Aktivisten bezeichneten dies als "Zensur". Die Szene war die erste lesbische Hochzeit im US-Primetimefernsehen (fünf Wochen zuvor hatte es bei "Roseanne" bereits eine schwule Hochzeit gegeben).

Problematisch an "Die lesbische Hochzeit" war für NBC auch der Zeitpunkt der Ausstrahlung. Die Folge wurde Anfang 1996 gezeigt – ein Jahr, nachdem die Republikaner den Kongress übernommen hatten und mit homophober Rhetorik die gesellschaftliche Atmosphäre anheizten. Mehr als zwei Drittel der US-Bürger lehnten damals die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht ab. Wenige Monate nach der Ausstrahlung der Folge wurde das gegen Schwule und Lesben gerichtete "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" (Defense of Marriage Act, DOMA) beschlossen. DOMA hatte die Anerkennung von Homo-Paaren durch die Bundesverwaltung verboten. Erst 2013 erklärte der Supreme Court das Gesetz für verfassungswidrig (queer.de berichtete).

In "Die lesbische Hochzeit" wagten die Macher einen Seitenhieb auf die homophoben Politiker: Die Pfarrerin, die die Hochzeitszeremonie von Susan und Carol leitete, wurde dargestellt von der lesbischen Aktivistin Candace Gingrich. Sie ist die Halbschwester des extrem homophoben republikanischen Politikers Newt Gingrich, der damals Anführer im Repräsentantenhaus war und DOMA durchs Parlament peitschte.



#1 JarJarProfil
  • 25.06.2019, 16:36hKiel
  • Nach wie vor Schwachsinn einer Serie wie Friends Homophobie vorzuwerfen.
    Ja Chandler hatte ein Problem mit seinem Vater, aber er hatte in der Serie nie ein Problem mit Carol und ihrer Partnerin. Das sollte wohl zeigen dass es bei Chandler um die persönliche Ebene ging von seinen Eltern enttäuscht zu sein.
    Die Serie war ein Vorreiter in Sachen Darstellung von Homosexualität, vielleicht hat man nicht alles richtig gemacht, aber das sollte man dann vielleicht auch nicht so überbewerten. Ich denke Al Bundy hat da mehr Sprüche gebracht und da sagt keiner was...
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#2 anonymernickAnonym
  • 26.06.2019, 13:44h
  • Antwort auf #1 von JarJar
  • man sollte sowieso alte Filme nicht kritisieren, sondern im damals geschichtlichen Hintergrund kritisieren. immerhin war die welt absolut homophob und zur damaligen zeit war Friends eigntlich extrem modern und den homosexuellen offen eingestellt.
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