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45:0

Island beschließt fortschrittliches Trans-Gesetz ohne Gegenstimme

Kein einziger Abgeordneter stimmte gegen ein Reformgesetz für Trans- und Interpersonen, das auch eine dritte Geschlechtsoption ermöglicht. Deutsche LGBTI-Aktivisten fordern, dass auch die Bundesregierung endlich handeln muss.


Im isländischen Althing stimmte kein einziger Abgeordneter gegen die Reform des Transsexuellenrechts

Das isländische Einkammerparlament in Reykjavik hat vergangene Woche ein fortschrittliches Transsexuellengesetz ohne Gegenstimme beschlossen. Für den Gesetzentwurf stimmten im Althing 45 Abgeordnete. Drei Politiker der konservativen Zentrumspartei enthielten sich, 15 Parlamentarier nahmen an der Abstimmung nicht teil.

Das Gesetz macht es für Transpersonen viel einfacher, ihr rechtliches Geschlecht zu ändern. Ein langwieriger Prozess mit mehreren Gutachten wird abgeschafft, außerdem wird der Zugang von Transsexuellen zum Gesundheitssystem verbessert. Erstmals wird zudem nicht-binären Personen eine dritte Geschlechtsoption ermöglicht. Ihnen steht künftig neben den Geschlechtseinträgen "männlich" und "weiblich" auch das Geschlecht "X" offen. Auch jugendliche Transsexuelle erhalten Zugang zum Gesundheitssystem, sofern ihre Eltern oder Erziehungsberechtigte zustimmen.

"Der Kampf ist noch nicht vorbei"

Dennoch, so erklärten LGBTI-Aktivisten, sei noch viel zu tun. Ugla Stefanía Kristjönudóttir Jónsdóttir von der Organisation Trans Ísland kritisierte insbesondere, dass Intersexuelle von großen Teilen der Reformen ausgenommen seien. "Der Kampf ist noch nicht vorbei", so die nichtbinäre Aktivist*in.

Ursprünglich sollte das Gesetz Operationen an intersexuellen Kindern verbieten. Allerdings schaffte es dieser Teil nicht in die Endfassung. Stattdessen beauftragte das Parlament eine Kommission, Reformvorschläge innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erarbeiten.

dgti fordert Minister Seehofer zum Handeln auf

Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (dgti) verlangte auf Facebook anlässlich des isländischen Gesetzes, dass auch Deutschland endlich handeln und das völlig veraltete Transsexuellengesetz überarbeiten müsse. "So macht man Gesetze", so die Aktivisten in Richtung des Bundesinnen- und Bundesjustizministeriums. "Warum ist das in unserem Land nicht möglich, lieber Horst Seehofer?", fragte die Organisation am Mittwoch.

Parlamentsentscheidungen ohne Gegenstimmen haben in Island bei Fragen von LGBTI-Menschenrechten bereits Tradition: 2010 votierte das Parlament etwa mit 43 zu null Stimmen für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben (queer.de berichtete). (dk)



#1 Vorbild_für_DAnonym
  • 26.06.2019, 19:29h
  • Da kann sich unsere Regierung eine riesen Scheibe von abschneiden.
    45:0, davon können wir hier nur träumen.

    Wir brauchen eine neue, bessere Regierung, sonst hört die Blamage nicht mehr auf.

    Glückwunsch an Island :-)

    ©BuntesUndSchönes
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#2 Patroklos
#3 KetzerEhemaliges Profil
  • 26.06.2019, 21:22h
  • Takk, Ísland!

    Mal wieder müssen uns andere Länder zeigen, was möglich ist.

    Deutschland angeblich immer an vorderster Front der Fortschrittlichkeit? Das ist nichts als haltlose deutsche Überheblichkeit.
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#4 DominikAnonym
  • 27.06.2019, 07:00h
  • Na ja, seien wir ehrlich: Island ist ein Dorf. Es ist leicht, "progressive Gesetze" zu machen, wenn diese im eigenen Land kaum jemanden betreffen und erst recht so gut wie keine sozialen Spannungen bestehen. In Island gibt's Vulkane, viele Schafe und hier und da mal eine Hütte, und das war's im Grunde genommen auch schon.
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#5 KetzerEhemaliges Profil
  • 27.06.2019, 12:09h
  • Antwort auf #4 von Dominik
  • Was verleitet Dich zu der Annahme, der Prozentsatz queerer Menschen sei in Island niedriger als anderswo?

    Übrigens argumentierst Du auf bester AfD-Linie: "warum immer dieses Theater um Minderheitenrechte, wo es doch kaum jemanden betrifft"?

    Menschenrechte sind keine Frage der absoluten Zahl der Betroffenen. Auch wenn nur eine einzige Person betroffen wäre, sind sie immer von entscheidender Bedeutung angesichts der Frage, wie weit eine Zivilisation fortgeschritten ist.
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#6 ElbeAnonym
#7 TheDadProfil
  • 28.06.2019, 11:40hHannover
  • Antwort auf #4 von Dominik
  • ""Na ja, seien wir ehrlich: Island ist ein Dorf. Es ist leicht, "progressive Gesetze" zu machen, wenn diese im eigenen Land kaum jemanden betreffen und erst recht so gut wie keine sozialen Spannungen bestehen.""..

    Äh ?
    Es ist also "einfacher" gleichberechtigte&gleichgestellte Gesellschaften zu erschaffen wenn die Anzahl der Bürger*innen "überschaubar" sind ?

    Weil es ja auch irgendwie "komplizierter" sei Gesetze so vernünftig zu schreiben wenn einfach "mehr Betroffene" vorhanden sind ?

    In welcher Wahrnehmungsblase Du lebst, wenn Du "denkst" in Island gäbe es nur "Vulkane und Schafe", kann man lesen..
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