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England
Liverpool: Zwölfjähriger wegen Messer-Attacke auf schwules Paar festgenommen
Drei Jungen zwischen 12 und 15 Jahren sollen die beiden Männer auf der Straße angegriffen und einen von ihnen mit einem Messer im Gesicht schwer verletzt haben.

Die Szene Minuten nach der Tat, wie sie in einem Video bei Twitter festgehalten wurde. Der Junge auf dem Fahrrad ist unbeteiligt.
- 26. Juni 2019, 20:34h 4 Min.
Vier Tage nach einer offenbar homophob motivierten Messerattacke in Liverpool, die das Land bewegte, hat die örtliche Polizei einen Zwöfjährigen als mutmaßlichen Haupttäter festgenommen. Wie die Merseyside Police mitteilte, werde ihm schwere Körperverletzung aus Homophobie vorgeworfen. Der Junge werde nun von Detektiven befragt.
Das angegriffene schwule Ehepaar war am Samstagabend gegen 21.20 Uhr nach einem Pub-Besuch auf einer Straße im Stadtteil Anfield unterwegs, als es auf drei Kinder oder Jugendliche stieß, die die Männer, beide in den Dreißigern, offenbar ohne weiteren Anlass beleidigten und mit homophoben Sprüchen belegten. Einer der jungen Homo-Hasser zückte dann ein Messer und griff das Paar an. Ein Mann erlitt dadurch schwere Verletzungen im Gesicht und am Hals, sein Partner wurde leicht an der Hand verletzt.
/ LivEchonewsA schoolboy has been arrested following a homophobic attack on two men in Anfield over the weekendhttps://t.co/Ys4Po38rUC
Liverpool Echo (@LivEchonews) June 26, 2019
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Die Polizei beschrieb die Angreifer, die flüchten konnten, in einem ersten Zeugenaufruf als zwischen 12 und 15 Jahre alt, einer von ihnen sei mit einem Fahrrad unterwegs gewesen. Die Lokalzeitung "Liverpool Echo" sprach später von unsozialen Halbstarken ("yobs"), die die Männer attackiert hätten. Einer der älteren Jugendlichen habe eine ungeordnete Wuschelfrisur (lokal als "ket wig" bekannt) getragen. Bei dem festgenommenen Zwölfjährigen soll es sich offenbar um den Messerträger handeln. In Großbritannien gelten Kinder ab dem vollendeten 10. Lebensjahr als strafmündig.
"Dies ist ein schockierender Angriff, da wir eine Gruppe junger Männer haben, die homophobe Beschimpfungen schreien, was an sich schon beunruhigend ist", so Polizei-Inspektorin Tracey Martin. Noch schlimmer sei "die Tatsache, dass ein Zwölfjähriger ein Messer trägt und bereit ist, es zu benutzen". Liverpools Bürgermeister Joe Anderson meinte, er sei "so wütend und beschämt" über die Tat. Sowohl der anglikanische als auch der römisch-katholische Bischof der Stadt verurteilten den Angriff.
Erinnerung an frühere Hassverbrechen
Beide Bischöfe hatten 2009 zusammen mit weiteren Kirchenanführern eine viel beachtete Erklärung gegen Homophobie und Gewalt veröffentlicht (queer.de berichtete). Anlass war ein lebensgefährlicher Angriff auf einen damals 22-Jährigen; der Polizei-Anwärter war beim Verlassen einer Gay-Bar in der Innenstadt von einem Mob aus rund 20 Jugendlichen angegriffen worden (queer.de berichtete).
Ein Jahr zuvor hatte der Mord an einem schwulen Jugendlichen für landesweites Entsetzen gesorgt: Der 18-jährige Michael Causer wurde bei einer Hausparty von zwei Jugendlichen unter homophoben Beleidigungen verprügelt, nachdem diese, während Causer schlief, freizügige Bilder von ihm auf seinem Handy fanden. Causer erlag im Krankenhaus seinen Hirnverletzungen. Einer der Täter, James O'Connor, wurde nach einem Geständnis wegen Mordes zu Lebenslänglich mit einem Mindestgefängnisaufenthalt von elfeinhalb Jahren verurteilt. Der andere Verdächtige, Gavin Alker, wurde von der Jury freigesprochen, nachdem er Selbstverteidigung geltend gemacht und seinen Kumpel als Anstifter und Haupttäter belastet hatte. Das Urteil, das eine homophobe Motivation abstritt, hatte zu Demonstrationen vor dem Gericht geführt.
/ bbcthree | Bericht der BBC aus dem letzten Jahr zum Mord an Michael Causer zehn Jahre danachIn 2008 Michael Causer was brutally murdered.
BBC Three (@bbcthree) August 10, 2018
Ten years later his family leads the parade at Liverpool Pride, which was set up in his memory. pic.twitter.com/pODJWqd7W1
Der CSD in Liverpool findet seit 2010 rund um das Wochenende statt, das Causers Todestag am nähesten kommt. Die Stadt begleitet auch aus Reaktion auf die Taten 2009 und 2008 den Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie mit einer eigenen Veranstaltungswoche, in der Innenstadt gibt es seit einigen Jahren ein belebtes Gay Village, das von der Stadt mit Straßenschildern mit Regenbogen ausgestattet wurde (queer.de berichtete).
Vor der aktuellen Tat in Liverpool hatte bereits eine weitere homophobe Tat landesweite Schlagzeilen gemacht: Anfang Juni war ein lesbisches Paar in einem Nachtbus in London von einer Jugendgang attackiert und ausgeraubt worden (queer.de berichtete). Die von Medien ebenfalls als "yobs" beschriebenen Jugendlichen hatten die Frauen demnach umstellt, vulgär beleidigt und aufgefordert, sich zu küssen. Nach ihrer Weigerung wurden sie demnach mit Münzen beworfen, bevor die mutmaßlichen Täter auf sie einschlugen. Eine der Frauen sagte später der BBC, sie glaube, dass die Zunahme von Rechtspopulismus für eine Zunahme von Hassverbrechen verantwortlich sei. (nb)
Update 28.6.: Zwei weitere Festnahmen
Die Polizei Liverpools hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie im Zuge der Ermittlungen zwei weitere Jungen, 13 und 14 Jahre alt, festgenommen habe. Während der 13-Jährige unter Kautionsauflagen später freigelassen wurde, werde der 14-Jährige weiter befragt. Der am Dienstag festgenommene 12-Jährige sei ebenfalls unter Auflagen auf freiem Fuß.














Vor allem frage ich mich, woher der Bub wohl die Ideen hat, die ihn zu dieser Tag getrieben haben. Es würde mich nicht wundern, wenn da irgendwelche imaginären Freunde und Teekessel im Orbit des Saturns im Spiel wären, bzw. Eltern oder Un-Geistliche, die ihm irgendeinen Stuss eingetrichtert haben.