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"Kultureller Missbrauch"

Petition gegen Drag-Show mit Heidi Klum

In Teilen der Szene regt sich Unmut darüber, dass die ProSieben-Show "Queen of Drags" mit Heidi Klum eine "heteronormative weiße Frau" als Moderatorin vorsieht.


Die Petition ging nur wenige Stunden nach der Ankündigung von "Queen of Drags" online

Die Ankündigung von ProSieben, eine Art deutsche Version von "RuPaul's Drag Race" mit Heidi Klum, Conchita Wurst und Bill Kaulitz zu produzieren, hat in der Szene teils scharfe Kritik ausgelöst. Die bekannten Berliner Dragstars Margot Schlönzke und Ryan Stecken haben sogar eine Petition unter dem Titel "Kein Foto für Heidi" gestartet, in der gefordert wird, dass Klum aus der Show entfernt werden soll. Das Format "Queen of Drags", das zwar von ProSieben selbst entwickelt wurde, aber an "RuPaul's Drag Race" erinnert, soll ab Winter in der Hauptsendezeit von ProSieben ausgestrahlt werden.

"Heidi Klum hat von Drag, der dazugehörigen Historie, der Lebenseinstellung, der Identität, der Drag-Kultur, der Szene und der gesamten Branche absolut keine Ahnung", so Schlönzke und Stecken, die sich nach dem Orlando-Anschlag etwa als Organisator*innen der Mahnwache vor dem Brandenburger Tor einen Namen gemacht haben (queer.de berichtete). Zwar sei es zu begrüßen, dass es ein derartiges Format ins deutsche Fernsehen schaffe. Allerdings sei mit Klum der "Ausverkauf der Drag-Community an ein heteronormatives Publikum zu dessen bloßer Belustigung" zu befürchten. Das gehe über "kulturelle Aneignung" hinaus und sei "kultureller Missbrauch".

#keinFotofürHeidi Ryan Stecken und ich haben da mal was formuliert. Teilen, teilte, teilen! …und unterschreiben…

Gepostet von Margot Schlönzke am Mittwoch, 26. Juni 2019
Facebook / Margot Schlönzke

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"Qualität wird geopfert"

"Es geht nicht mehr darum, eine gute, qualitativ hochwertige, informative oder aufklärerisch wirkende Sendung mit Niveau zu machen, wie es das Original bietet, es geht vielmehr um das Keifen, das persönliche Drama, die bloße Zurschaustellung übelster und erwarteter Klischees", mutmaßen Schlönzke und Stecken. "Qualität wird geopfert, um die Quote durch Bedienen des gesellschaftlichen Voyeurismus zu retten."

Statt Klum sollten "bekannte und erfahrene queere Menschen" die Show präsentieren. Als Beispiele wurden in der Petition Guido Maria Kretschmar, Ralph Morgenstern, René Koch, Lilo Wanders, Hella von Sinnen, Gayle Tufts, Desirée Nick, Harald Glööckler, Georg Preuße ("Mary") oder auch Conchita Wurst, die derzeit nur als "Nebenjurorin" vorgesehen ist, genannt.

Schlönzke und Stecken nehmen in ihrer Petition insbesondere Unmut über Heidi Klums Erfolgsshow "Germany's Next Topmodel" auf, die seit Januar 2006 auf ProSieben zu sehen ist. Die Sendung wird oft kritisiert, weil Frauen darin als Ware dargestellt würden und die Show insgesamt ein rückwärtsgewandtes Frauenbild transportiere.

Die 46-jährige Klum hat wegen "Topmodel" in Deutschland ein völlig anderes Image als in ihrer Wahlheimat USA. Dort ist sie insbesondere als langjährige Moderatorin der Show "Project Runway" in der Szene bekannt und auch beliebt. In der preisgekrönten Sendung treten Modedesigner gegeneinander an – dabei gab es bereits viele queere Kandidaten, deren sexuelle Orientierung auch immer wieder thematisiert wurde.

"Es gibt genug queere Menschen in Deutschland"

Auch in sozialen Netzwerken gab es viel spontane Kritik an der Wahl von Klum als Moderatorin. "Es gibt genug queere Menschen in Deutschland, die viel besser geeignet dafür wären und die dann auch mal eine Chance bekämen, allen voran Olivia Jones vielleicht?", schrieb ein Twitter-Nutzer. Ein anderer konstatierte: "Man geht auf Nummer-Sicher. Heidi Klum fabriziert mit Bill Kaulitz eine Art Familien-Sendung; als Schwuler (räusper) kommt Conchita Wurst dazu – aber der allein hätte die Sendung getragen." Ein anderer Mann brachte es im sozialen Netzwerk auf die schlichte Formel: "Heidi Klum ist nicht RuPaul!"

Die Befürchtungen über eine neue Dragshow und den Einfluss auf die Szene sind indes kein speziell deutsches Phänomen: Als vor wenigen Monaten in Großbritannien die Adaption von "RuPaul's Drag Race" mit RuPaul als Moderator*in bekanntgegeben wurde, gab es in sozialen Netzwerken ebenfalls teils scharfe Kritik. Nutzer befürchteten, dass RuPaul den Briten die amerikanische Version von Drag aufzwinge und der eher anarchische britische Drag verschwinden werde. Die Show soll Ende des Jahres in einem kleinen Internet-Sender der BBC gezeigt werden. (dk)

Instagram / heidiklum | Heidi Klum beim CSD in Los Angeles

Wöchentliche Umfrage

» Ist Heidi Klum die richtige Moderatorin für die neue TV-Show "Queen of Drags"?
    Ergebnis der Umfrage vom 01.07.2019 bis 08.07.2019


#1 honigdiebAnonym
  • 27.06.2019, 11:11h
  • Ich habe nie Germany´s next Top Model geschaut, nur mal ab und zu reingezappt. Ich bin kein großer Fan von derartigen Shows oder auch von Heidi Klum. Mir ist es jedoch völlig unverständlich, warum gegen Heidi Klum so gewettert wird und es jetzt auch noch eine Petition gibt. Ich finde die Kombination mit Conchita Wurst sehr gut. Für die schwule Community ist Conchita dabei und in Kombination mit Heidi Klum gibt es wahrscheinlich hohe Einschaltquoten. Die sind wichtig, wenn die Show weiter fortgesetzt werden soll. Olivia Jones allein oder im Kombination mit Conchita hätte nicht so viele Zuschauer gehabt. Denkt bitte nach, bevor ihr irgendetwas in Gang setzt.
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#2 AndreasKAProfil
#3 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 27.06.2019, 11:31h
  • Worüber man sich so echauffieren kann....oO

    Solche Shows sollen seichte Unterhaltung ohne tieferen Mehrwert sein und des ist auch absolut in Ordnung so, da macht die Klum in Hinblick auf die die Zielgruppe (die sich wohl mit den gntm Zuschauerinnen überschneidet) durchaus Sinn....
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#4 AliCologneProfil
  • 27.06.2019, 11:45hKöln
  • Auf keinen Fall würden Drag Queens bei ProSieben/Heidi Klum mit dem gleichen Respekt behandelt werden wie bei RuPaul - Diese Sendung wird zu einer Clownsnummer verkommen wo Drag Queens vorgeführt werden, aber die Kunst nicht respektiert.

    Denn wer schon Jugendliche in Modelshows vorführt wird das erst recht mit Drags machen.
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#5 AndreasKAProfil
#6 OberflächeAnonym
#7 AliCologneProfil
#8 MariposaAnonym
  • 27.06.2019, 11:52h
  • Ich kenne die kritisierte Show nicht und werde mir sie auch niemals ansehen - läuft bei mir schlichtweg unter "Volksverdummung". Zudem kann ich Heidi Klum und ihr Getue schon gar nicht ab, steht in meiner Hitliste der "nervigsten Promis" ganz klar an der Spitze.

    Nur traurig, daß sich manche in der "Community" durch solche Formate vereinnahmen lassen und es nicht merken, daß so etwas in keinster Weise zu mehr Akzeptanz beiträgt.
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#9 MariposaAnonym
  • 27.06.2019, 11:55h
  • Antwort auf #1 von honigdieb
  • Nö, das ist ein deutlicher Rückschritt für Conchita, schade. Ich habe sie bislang immer für eine ernsthafte Künstlerin gehalten, die zumindest auch etwas kann. Wodurch Klum bislang groß aufgefallen ist, muß mir mal jemand erklären.
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#10 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 27.06.2019, 12:02h
  • Antwort auf #6 von Oberfläche
  • Ist das so? Nun denn, ne Unterstellung ohne Ausführung ist halt auch nur Attitüde.... Das sich so manch eine von den Teilnehmern von gntm bedroht fühlt bestreite ich auch nicht, aber es ist absolut nichts verwerfliches dran schlank zu sein sein.... Klar, wenn irgendeine xxl Dame sagt sie fühlt sich wohl und sexy dann ist des "Power", wenn die blauäugig Blondine, die jeden Morgen aufs Laufband steigt, des sagt ist se ein Opfer der Schönheitsideale....

    Und RuPaul als Vergleich... Sry, die Show ist definitiv unterhaltsam, aber die Teilnehmer werden großteils als zickige, egomanische Dramaqueens porträtiert... Lustig ja, aber ob des "drag" gerecht wird ist zu bezweifeln...

    Aber do your thing, eine Unterhaltungsshow fürs lineare Fernsehen ist halt nichts wo ich die Kritik nachvollziehen kann....
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