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Neues Konzept

CSD Stuttgart kündigt "Schirmherrschaft der Vielen" an

Statt einer Person soll beim Schwaben-Pride anlässlich des Jubiläums-CSD viele Kultureinrichtungen die Schirmherrschaft übernehmen.


Der diesjährige Stuttgarter CSD steht unter dem Motto "Mut zur Freiheit"

  • 27. Juni 2019, 12:11h, noch kein Kommentar

Die Stuttgarter CSD-Veranstalter verzichten dieses Jahr auf einen Schirmherr oder eine Schirmfrau, sondern rufen die "Schirmherrschaft der Vielen" aus. "Zu unserer allergrößten Freude haben Vertretende der Württembergischen Staatstheater Stuttgart, des Kunstmuseum Stuttgart, aus dem Haus der Geschichte, dem Stadtarchiv Stuttgart, dem StadtPalais – Museum für Stuttgart und dem Württembergischen Kunstverein ohne Zögern ihre Bereitschaft signalisiert und mit Freude zugesagt", erklärte am Dienstag CSD-Chef Christoph Michl.

Diese lokalen Kultureinrichtungen würden das diesjährige CSD-Motto "Mut zur Freiheit" gut vertreten, so Michl weiter. Sie alle setzten auf ihre Weise und in ihrem Umfeld deutliche Zeichen für ein gleichberechtigtes, freiheitliches und gemeinschaftliches Zusammenleben. Als Beispiel nannte Michl etwa, dass das Staatstheater einen überlebensgroßen Vielfalts-Banner während der homophoben "Demo für alle" aufgehängt haben (queer.de berichtete).

Auch 2019 hat der CSD Stuttgart unter dem Motto #mutzurfreiheit einiges zu bieten. Damit ihr den vollen Durchblick über…

Gepostet von CSD Stuttgart – Stuttgart Pride am Donnerstag, 30. Mai 2019
Facebook / CSD Stuttgart – Stuttgart Pride

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Vertreter dieser Einrichtungen werden in verschiedenen Konstellationen bei den Veranstaltungen zum CSD Stuttgart persönliche Grußworte sprechen – etwa beim Jubiläumsempfang (6. Juli), dem Empfang im Rathaus (12. Juli), der Gala (19.Juli) sowie den Festivalhöhepunkten mit Polit-Parade samt Kundgebung (27. Juli) und Hocketse (27./28. Juli). Wann welche Vertretung der "Schirmherrschaft der Vielen" bei welcher CSD-Veranstaltung sprechen wird, soll jeweils kurzfristig bekanntgegeben werden.

In der Vergangenheit sorgten die Schirmherren und -frauen wiederholt für Diskussionen und Kontroversen beim CSD. 2017 übernahm etwa eine Vertreterin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg diese Position, obgleich diese Landeskirche als homophobste in Deutschland gilt (queer.de berichtete). 2009 war der damalige Präsident des Fußballvereins VfB Stuttgart Schirmherr (queer.de berichtete).

2005 sorgte die Übernahme der Schirmherrschaft durch den damaligen baden-württembergischen Sozialminister Andreas Renner (CDU) für erhebliche Kontroversen in der Landesregierung – viele Politiker der damals sehr homophoben Südwest-CDU fanden die Schirmherrschaft unerhört und drängten den Minister – auch auf Druck der katholischen Kirche – schließlich zum Rücktritt (queer.de berichtete). Der damalige CDU-Fraktionschef und spätere Ministerpräsident Stefan Mappus hatte damals CSD-Paraden als "frivoles, karnevaleskes Zurschaustellen von sexuellen Neigungen" kritisiert und Veranstaltungen an Prides "abstoßend" bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)