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Ex-"Smiths"-Sänger
Morrissey wünscht sich homophoben Rechtspopulisten als Premierminister
Ausgerechnet Nigel Farage, der nichts gegen Homo-"Heilung" hat und HIV-Positiven die Einreise nach England verweigern will, ist der Traum-Regierungschef des "humansexuellen" Indie-Musikers.

Morrissey bei einem musikalischen Auftritt im BBC-Fernsehen (2017)
- 27. Juni 2019, 11:55h 2 Min.
Morrissey hat sich erneut für rechtspopulistische und sogar rechtsradikale Politiker stark gemacht. Der 60-jährige ehemalige "Smiths"-Frontmann aus Manchester zeigte sich in einem von seinem Neffen durchgeführten Interview auf dem Fanportal morrisseycentral.com begeistert von Nigel Farage, dem Anführer der Brexit-Partei, und von Anne Marie Waters, der Gründerin von Pegida UK und Anführerin der rechtsradikalen Partei "For Britain".
"Es ist offensichtlich, dass [Farage] einen guten Premierminister abgeben würde", so Morrissey. "Wenn sich irgendjemand von uns überhaupt dran erinnern kann, was ein guter Premierminister ist."
Farage war jahrelang das Aushängeschild der antieuropäischen UKIP-Partei und gründete Anfang des Jahres die Brexit-Partei, die auf Anhieb stärkste Kraft bei den Europawahlen im Mai wurde (queer.de berichtete). Der sich volkstümlich gebende 55-Jährige profilierte sich immer wieder auch immer wieder über homosexuellenfeindliche Äußerungen. So unterstützte er die Äußerungen seiner Parteifreundin Ann Widdecombe, die gerne darüber philosophiert, Homosexuelle zu heilen (queer.de berichtete). Farages Reaktion: "Widdecombe ist eine überzeugte Christin und daran ist nichts falsch." Erst im Mai bekräftigte Farage außerdem seine Forderung, dass HIV-positiven Ausländern grundsätzlich die Einreise nach Großbritannien verweigert werden müsse.
Morrissey unterstützt "For Britain"
Seine Zuneigung zur rechtsradikalen Partei "For Britain" hatte Morrissey bereits im letzten Jahr bekräftigt (queer.de berichtete). Anne Marie Waters, die offen lesbische Anführerin der Partei, bezeichnete Morrissey als "einzige britische Parteichefin, die die Linke und die Rechte vereinen kann". "For Britain" macht hauptsächlich Stimmung gegen "den Islam", will aber trotz der lesbischen Parteichefin auch LGBTI-Rechte begrenzen. Sie behauptet auf ihrer Website etwa, dass britische Schüler mit "Propaganda über Politik, Brexit, Transgenderismus und den Islam" überzogen würden.
Morrissey gehörte als Sänger der Indiepop-Band "The Smiths" in den Achtzigerjahren zu den angesehensten Musikern der Insel. Viele seiner Songs, auch während der späteren Solo-Karriere, boten einen queeren Subtext. In Großbritannien eckt Morrissey zugleich schon länger mit seinen unkonventionellen Meinungen an. So setzte sich der Veganer aggressiv für Tierrechte ein. Dabei verbreitet er auch zumindest fragwürdige Thesen: So behauptete er im neuen Interview, dass die "meisten" Todesfälle in den USA auf Fleischkonsum zurückzuführen seien.
Über seine sexuelle Orientierung wurde lange in der Presse spekuliert. In seiner 2013 veröffentlichten Autobiografie erklärte Morrissey, dass er seine erste ernsthafte Beziehung im Alter von 35 Jahren mit einem Mann gehabt habe. Allerdings lehnte er die Bezeichnungen "schwul" oder "bisexuell" ab und nannte sich "humansexuell" (queer.de berichtete). (dk)















