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Jetzt im Kino

Mit Schwimmhaube und Ballettposen gegen die Midlife-Crisis

In der Komödie "Ein Becken voller Männer" versuchen in die Jahre gekommene hetero Männer ziemlich ungeniert, mit ihren unathletischen Körpern zu Musik Figuren zu schwimmen.


Eine Gruppe Männer im besten Alter und jeder davon mitten in einer handfesten Lebenskrise: Was liegt da näher, als kurzerhand das erste männliche Synchronschwimmteam ihrer lokalen Badeanstalt zu gründen? (Bild: Studiocanal)

Bertrand schluckt seit Monaten schon Psychopharmaka. Er ist arbeitslos, hängt Zuhause herum und geht Frau und Kindern mit seinem lethargischen Zustand ziemlich auf die Nerven. Eines Tages entdeckt er im Schwimmbad seiner kleinen französischen Heimatstadt einen Kurs für Synchronschwimmen für Männer und schreibt sich ein. Er trifft auf ein Team aus seinesgleichen: hetero Männer über 40, die in der Sinnkrise stecken.

Mit "Ein Becken voller Männer" hat der französische Schauspieler Gilles Lellouche seinen ersten allein gedrehten Langfilm realisiert. Darin vereint der 46-Jährige Charaktere und Geschichten, die nicht unterschiedlicher sein können: Laurent kann seine Aggressionen nicht beherrschen, woran auch seine Familie zerbricht. Marcus steht vor seiner vierten Geschäftspleite, Simon träumt noch immer von einer Karriere als Rockstar und wohnt zur Scham seiner Tochter in einem Wohnwagen, und Thierry kommt mit Frauen nicht zurecht. Auch die beiden Trainerinnen Delphine und Amanda haben ihr Päckchen zu tragen.

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Der "unmännlichste" Sport aller Zeiten


Postwer zum Film: "Ein Becken voller Männer" läuft seit 27. Juni 2019 im Kino

Der Film reiht sich in die Tradition der englischen Komödien ein im Stil von "Ganz oder gar nicht", in dem Arbeitslose zu Stripteasetänzern wurden und "Brassed off – Mit Pauken und Trompeten" über eine Gruppe von Bergarbeitern, die an einem Musikwettbewerb teilnahmen. Lellouche ("Das Leben ist ein Fest") greift dabei auf das für ihn als Schauspieler vertraute Genre der Komödie zurück. Das Erzählmuster, nachdem er verfährt ist klassisch, und das Thema – Männer in der Midlife-Krise, die ihre Motivation in einer Freizeitbeschäftigung suchen – ist auch nicht ganz neu. Dass sie aber ausgerechnet das als "unmännlich", ja schwul geltende und oft belächelte Wasserballett wählen, macht die Geschichte aus queerer Sicht interessant.

Für den Kinospaß sorgt vor allem die Besetzung. Denn Lellouche ist es gelungen, Stars wie Mathieu Amalric, Benoît Poelvoorde und Guillaume Canet für den Film zu gewinnen – die drei Monate lang Unterricht im Synchronschwimmen nehmen mussten. Sie verkörpern nun in die Jahre gekommene Männer, die in schwarzer Badekappe und Badehose ungeniert mit ihren unathletischen Körpern versuchen, zur Musik Figuren zu schwimmen. Dabei klappt nur wenig synchron oder sieht gar anmutig aus. Dennoch packt sie der Ehrgeiz, an den Weltmeisterschaften in Norwegen teilzunehmen.

In Frankreich entwickelte sich die Komödie schnell zu einem Kinohit: Mehr als vier Millionen Zuschauer machten den Film zu einem der erfolgreichsten des vergangenen Jahres. (cw/dpa)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Ein Becken voller Männer. Originaltitel: Le Grand Bain. Komödie. Frankreich 2018. Regie: Gilles Lellouche. Darsteller: Benoît Poelvoorde, Guillaume Canet, Mathieu Amalric. Laufzeit: 122 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 6. Verleih: Studiocanal. Kinostart: 27. Juni 2019


#1 GerritAnonym
  • 28.06.2019, 14:29h
  • Das ist einer jener Filme, wie die Amis ihn nie machen könnten.

    Nichtsdestotrotz ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis die Amis davon ein schlechtes Remake machen, wie sie es gerne mit erfolgreichen europäischen Filmen machen.
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#2 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 28.06.2019, 14:51h
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • Ja, schlimm das die Amerikaner amerikanische Filme mit amerikanischen Einflüssen für den amerikanischen Markt drehen... Und die ganze Welt trotzdem dankend ins Kino rennt oO

    Die haben in der USA so eine gewaltige indie Szene, als ob gregg akari oder gus van sant irgendwo anders ne Chance bekommen hätten oO
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