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Premiere

Israel: Offen schwuler Politiker zum Chef der Meretz-Partei gewählt

Im Juni gab es den ersten offen schwulen Minister des jüdischen Staates, jetzt ist mit Nitzan Horowitz erstmals ein offen Homosexueller Vorsitzender einer in der Knesset vertreten Partei geworden.


Nitzan Horowiz bei einer Rede in Berlin (2012) (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)

In Israel ist zu ersten Mal ein offen Homosexueller als Parteichef gewählt worden: Der 54-jährige Journalist und Ex-Abgeordnete Nitzan Horowiz setzte sich bei der Abstimmung des Zentralkomitees der säkular-sozialdemokratischen Meretz-Partei am Donnerstagabend gegen die bisherige Parteichefin Tamar Sandberg durch. Horowiz erklärte sich in seiner Dankesrede mit Blick auf die am 17. September anstehende Parlamentswahl dazu bereit, "mit anderen linken Parteien zusammenzuarbeiten".

Die Meretz-Partei muss bei Wahlen fortwährend fürchten, unter die in Israel gültige 3,25 Prozent-Hürde zu fallen. Bei den Wahlen im April gelang ihr der Sprung über die Sperrklausel knapp – die Partei erreichte 3,63 Prozent der Stimmen. Sie stellt damit in der Knesset vier von 120 Abgeordneten.

Fünf homosexuelle Abgeordnete in der Knesset

In Israel gibt es eine einflussreiche und zahlenmäßig starke LGBTI-Gemeinde. Auch im öffentlichen Leben werden Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung zunehmend akzeptiert – im Gegensatz zu den meisten Nachbarländern. 2002 zog erstmals ein offen homosexueller Politiker in die Knesset ein, im gegenwärtigen Parlament gibt es fünf homosexuelle Abgeordnete.

Am 5. Juni diesen Jahres ernannte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zum ersten Mal in der Geschichte des 1948 gegründeten jüdischen Staates einen offen schwulen Mann als Minister, indem er seinen Vertrauten Amir Ohana an die Spitze des Justizressorts stellte (queer.de berichtete). Der 43-Jährige ist aber in der LGBTI-Szene umstritten, weil er sich nur bedingt für LGBTI-Rechte engagiert und eine minderheitenfeindliche Regierung stützt, gegen die queere Aktivisten bereits mehrfach auf die Straße gegangen sind (queer.de berichtete). (AFP/dk)



#1 GerritAnonym
  • 28.06.2019, 14:30h
  • Sowas ist in der gesamten Region wirklich nur in Israel möglich. Da mag auch nicht alles perfekt sein, aber es ist dort auf jeden Fall eine Insel der Freiheit.
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#2 Bonifatius49Anonym
  • 29.06.2019, 14:15h
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • @Gerrit
    In der Tat Israel ist der LSBTI-Leuchtturm im Nahen Osten.

    Allenfalls Jordanien, Bahrein und Libanon lassen sich noch nennen, wo es "etwas" humaner noch ausschaut und keine Strafgesetze mehr angewandt werden.

    Aber im Iran oder in Saudi-Arabien schaut es katastrophal aus.
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