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USA

Erstmals offen schwuler Politiker in Präsidentschaftsdebatte

Premiere in den Vereinigten Staaten: Pete Buttigieg war der erste offen schwule Präsidentschaftskandidat, der an einer Debatte teilnehmen durfte – und sich laut US-Medien sehr gut schlug.


Pete Buttigiegs Kandidatur wurde anfangs belächelt – inzwischen ist er für viele Demokraten ein Hoffnungsträger geworden (Bild: Screenshot NBC News)

  • 28. Juni 2019, 14:50h, noch kein Kommentar

Pete Buttigieg, der Bürgermeister von South Bend (Indiana), hat am Donnerstagabend Politikgeschichte geschrieben: Der 37-Jährige nahm als erster offen schwule Politiker an einer offiziellen Präsidentschaftsdebatte in Amerika teil. Er war einer von zehn Kandidaten, die sich in der live im Fernsehen übertragenen Debatte mit Politikern wie Senator Bernie Sanders oder Ex-Vizepräsident Joe Biden messen mussten. Am Vortag waren bereits zehn weitere Kandidaten der Demokraten gegeneinander angetreten. Die Debatten wurden vom Sender NBC veranstaltet, eine der Moderatorinnen bei beiden Sendungen war die lesbische Journalistin Rachel Maddow.

Das Thema LGBTI-Rechte nahm nur eine untergeordnete Rolle in den beiden Debatten ein. Buttigieg sprach in seinen Einführungsbemerkungen über seinen Ehemann Chasten. Am Ende der Debatte erwähnte er die Ehe-Öffnung 2015, die dank einer Stimme im Supreme Court gelungen sei – die Höchstrichter urteilten damals mit fünf zu vier Stimmen, dass das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gegen die US-Verfassung verstoße (queer.de berichtete).

Twitter / Chas10Buttigieg | Kurz vor der Debatte veröffentlichte Buttigieg-Ehemann Chasten dieses Bild: "Du bist bereit, Pete Buttigieg. Du schaffst das. Ich liebe dich."

Buttigieg hatte im Januar seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben (queer.de berichtete). Anfangs belächelt, führte er einen überraschend effektiven Wahlkampf und konnte viele Sympathien einheimsen. Bereits im März qualifizierte er sich für die Teilnahme an einer TV-Debatte (queer.de berichtete). Kürzlich kam eine Umfrage zu dem Ergebnis, dass Buttigieg – sollte er die demokratischen Vorwahlen gewinnen – im November 2020 gute Chancen hat, Trump als Präsident abzulösen (queer.de berichtete).

Medien: Buttigieg macht etwas Neues – Fehler eingestehen

Laut US-Medien schlug sich Buttigieg in der Debatte gut. Mehrere erklärten ihn gar zu einem der großen Sieger: "Buttigieg hat viel natürliches politisches Talent – und das hat sich am Donnerstagabend gezeigt", urteilte etwa der Nachrichtensender CNN. Die "Washington Post" erklärte, Buttigieg habe es eigentlich schwer haben müssen, weil erst kürzlich ein Polizist in seiner Stadt einen schwarzen Mann erschossen hatte und es deswegen zu Protesten gekommen war. "Aber dann tat Buttigieg etwas ganz Neues: Er gab Fehler zu", schrieb die Zeitung anerkennend. Das Boulevardblatt "New York Post" erklärte, Buttigieg habe einen "großen Test" bestanden.

Twitter / PeteButtigieg | Pete Buttigieg zeigt sich nach der Debatte zufrieden

Laut Umfragen liegt Buttigieg unter den mehr als 20 demokratischen Präsidentschaftskandidaten derzeit auf Rang vier hinter Joe Biden, Bernie Sanders und Elizabeth Wararen. Laut dem Analyseportal "Real Clear Politics" liegen seine Primary-Siegchancen bei 6,6 Prozent. (dk)