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Pride-Premiere

Erster CSD in Nordmazedonien erfolgreich

Bei einem friedlichen Pride zogen tausende Menschen durch die Hauptstadt Skopje.


Dieses und weitere Bilder vom Pride verbreitete die Regierung des kleinen Staates mit knapp über zwei Millionen Einwohnern (Bild: VladaMK / twitter)

Premiere in Skopje: Am Samstag zog erstmals eine Demonstration zum Christopher Street Day durch die Hauptstadt Nordmazedoniens. Mehrere tausend Teilnehmer schlossen sich dem Umzug an, mit dem LGBTI das Ende ihrer Diskriminierung besonders in kleineren Gemeinden des eher konservativen Landes forderten. Begleitet von lauter Musik und Pfiffen trug die Menge eine große Regenbogenflagge durch die Innenstadt Skopjes. Bei der Abschlusskundgebung sang die diesjährige Eurovision-Vertreterin des Landes, Tamara Todevska.

Die Teilnehmer hatten sich nicht von den Vorfällen vorangegangener Pride-Paraden in der Region einschüchtern lassen: In anderen Städten des früheren Jugoslawiens wie Belgrad, Split und Podgorica hatten Schläger-Gruppen in den letzten Jahren LGBTI-Kundgebungen immer wieder angegriffen und Teilnehmer verletzt. In Skopje versammelten sich einige Hundert Kirchenbesucher nach dem Gebet zu einer "Gegen-Pride"-Demonstration und protestierten unter dem Motto "für die Familie" etwas entfernt von der CSD-Demonstration. Sie zeigten Schilder wie "Ehe, Familie, Zukunft" oder "Keine Gender-Ideologie". Rund 65 Prozent der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, 34 Prozent Muslime.

An dem Skopje Pride hatten, neben Botschaften einiger EU-Staaten und der USA, mehrere Minister der Regierung teilgenommen. Die Politik hatte in diesem Jahr ein Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet, das die Merkmale sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität umfasst. Gleichgeschlechtliche Paare werden bislang rechtlich nicht anerkannt; in den letzten Jahren waren zugleich zwei parlamentarische Initiativen gescheitert, die Ehe in der Verfassung als Verbindung aus Mann und Frau zu definieren. Der kürzlich umbenannte EU-Beitrittskandidat liegt im aktuellen Ranking von ILGA Europe, dem Rainbow Index, auf Platz 40 von europäischen 49 Ländern (queer.de berichtete).

In vielen Städten weltweit werden in diesen Tagen und Wochen Demonstrationen veranstaltet, die an die sogenannten Stonewall-Unruhen vor 50 Jahren in der New Yorker Christopher Street erinnern sollen. Der Aufstand nach einer Razzia in der beliebten Bar "Stonewall Inn" gilt als wichtiger Meilenstein der LGBTI-Bewegung der Nachkriegszeit. New York selbst begeht dazu in diesen Tagen den "World Pride", mit einer großen Demonstration am Sonntag, zu der mehrere Millionen Besucher aus aller Welt erwartet werden. (nb/dpa)



#1 Patroklos
  • 29.06.2019, 21:22h
  • Schön, daß die Veranstaltung in Nordmazedonien so reibungslos und friedlich über die Bühne ging und nicht vom faschistischen Mob und Orthodoxer Kirche gestört wurde!
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#2 PeerAnonym
  • 30.06.2019, 20:07h
  • Das sind wahre Pioniere, die sich nicht einschüchtern lassen und für gesellschaftlichen Fortschritt kämpfen...
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