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WorldPride

New York feiert 50 Jahre Stonewall

Mit einer großen Parade erinnerten Hunderttausende an den Aufstand an der Christopher Street, der der queeren Bewegung weltweit einen Anstoß bot. Nun kam die Welt zu Besuch.


Happy Pride auf der 5th Avenue (Bild: Lorey Campese / twitter)

Zu Konfetti in Regenbogenfarben und der US-Nationalhymne beim Start sind am Sonntag Hunderttausende Menschen in New York für die Gleichberechtigung aller Lebens- und Liebesformen auf die Straße gegangen. 50 Jahre nach den Auseinandersetzungen in der New Yorker Christopher Street waren bei der Parade im Zentrum von Manhattan laut Veranstalterangaben im Vorfeld rund 150.000 Menschen aktiv dabei, gesäumt von Hunderttausenden bis zu Millionen an den Straßen.

Den vom US-Fernsehsender ABC live übertragene Protestzug führten Mitglieder der "Gay Liberation Army" an, einer der ersten Gruppen, die für Rechte der LGBTQ-Community kämpften und zu der auch Teilnehmer des Aufstands 1969 zählen. In den frühen Morgenstunden des 28. Juni hatten sich Besucher des Stonewall Inn erstmals gegen eine Polizei-Razzia gewehrt, es kam zu tagelangen Aufständen. Ein Jahr später fand aus diesem Anlass der erste Gay Pride March New Yorks statt.

Facebook / ABC News | Die Liveübertragung von ABC in voller Länge. Ab ca. 1:38:30 sind Besucher aus Deutschland im Bild, während aus dem Off "Pose"-Star Billy Porter über LGBTI-Rechte weltweit spricht

Die Parade am Sonntag markierte den Höhepunkt der Feierlichkeiten und Veranstaltungen zu dem Jubiläum, die zugleich als "WorldPride" ausgerichtet wurden. So nahmen Vertreter von Prides aus aller Welt teil, in Fernsehbildern waren unter anderem Aktivisten des Berliner CSD und des Hamburg Pride zu sehen. "Ich glaube, wir werden die größte Pride-Feier in der Geschichte des Globus haben", sagte der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio im Vorfeld der gigantischen Feiern.

Direktlink | Auch die Tagesschau berichtete vom WorldPride – kurz in der 20-Uhr-Ausgabe ebenso wie in dieser Langfassung

Der ebenfalls demokratische Gouverneur Andrew Cuomo lief später ebenso wie de Blasio bei der Pride-Demonstration mit – und unterzeichnete dabei ein Gesetz, das die sogenannte "Gay Panic Defence" in dem Bundesstaat verbietet. Damit ist es nicht mehr möglich, eine Gewalttat zu "rechtfertigen" mit einer spontanen Reaktion auf das Bewusstwerden der sexuellen Orientierung einer Person oder auf gleichgeschlechtliche Avancen.

Twitter / NYCPride

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Im Rahmen von "Stonewall 50" hatte es in der Stadt einen Monat lang spezielle Ausstellungen, Tagungen, Parties und viele Veranstaltungen mehr gegeben – mit nach Veranstalterschätzungen insgesamt 4,5 Millionen Teilnehmern und Besuchern. Die Pride-Demo mündet am späteren Sonntag in einer größeren Abschlusskundgebung am Times Square, bei der unter anderem Melissa Etheridge, Margaret Cho und Jake Shears auftreten sollen. Am Sonntagabend soll zudem noch Madonna bei der großen, mehrtägigen wie kommerziellen, Hafenparty zum CSD, dem Pride Island, auftreten (queer.de berichtete). Zum Nachmittag wurde der Ort allerdings zunächst wegen eines aufziehenden Sturms evakuiert.

Twitter / NYCDCA | Mitarbeiter der Stadt, als die Parade am Stonewall Inn vorbei zog

Unter dem Motto "Reclaim Pride" ("Den Stolz zurückerobern") war bereits am Sonntagmorgen eine kleinere Parade, der "Queer Liberation March", als Protest gegen die Kommerzialisierung der wichtigsten Gay-Pride-Parade durch die Stadt gezogen. Der Pride zählt inzwischen 70 Sponsoren, darunter Unternehmen wie Morgan Stanley, Axa, Airbnb oder Google. Peter Tatchell, prominenter britischer Aktivist für die Rechte Homosexueller, sagte, er sei aus London zu der alternativen Parade gekommen, "um die radikale Tradition von Stonewall 1969 zu feiern". (nb/dpa/afp)

Twitter / MSignorile | Teilnehmer des ersten CSD 1970 beim alternativen "Queer Liberation March"

Mehr zum Stonewall-Jubiläum in unserer weiteren Berichterstattung, in der Presseschau, den TV-Tipps und unserem Terminkalender.



#1 DramaQueen24Profil
  • 01.07.2019, 03:20hBerlin
  • Es waren Schwule, Drag Queens und einige Lesben, die damals sich gegen Polizeiwillkür und Schikane stellten. Sie wollten sich einfach nicht mehr herumschubsen und ausbeuten lassen (die Bar war fest in Mafiahand).
    Heute, 50 Jahre danach, ist Zeit für eine Rückschau. Vieles wurde erreicht, aber noch mehr ist zu tun, in den USA vor allem unter Trump, und den Evangelikalen und rechten Idioten, aber auch in anderen Ländern, selbst hier in Deutschland (Adoptionsrecht, Fluchtgrund Homosexualität/Transsexualität, um nur zwei Themen zu nennen)!
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#2 YannickAnonym
  • 01.07.2019, 08:26h
  • 50 Jahre, die schon viel gebracht haben, aber es gibt auch noch viel zu tun.

    Wollen wir hoffen, dass der Rest nicht wieder 50 Jahre dauert... Dafür müssen wir aber alle aktiv werden, indem wir weise wählen und indem wir sichtbar sind und uns engagieren.
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