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Polizeibericht

Erneut Schmierereien am Berliner Homo-Mahnmal

Erneut beschädigten Unbekannte das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mit schwarzer Farbe.


Das Denkmal ist bereits mehrfach beschädigt worden (Bild: Times / wikipedia)

Die Berliner Polizei hat am Montagmorgen erneut gemeldet, dass Unbekannte das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Tiergarten beschmiert haben. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma stellten demnach am Sonntagabend gegen 21.15 Uhr die Beschädigung des Mahnmals in der Ebertstraße fest. Der oder die Täter hatten die Glasscheibe des Mahnmals mit schwarzer Farbe beschädigt.

Wie in solchen Fällen üblich, hat der für Hasskriminalität zuständige Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen.

Das Denkmal war im Mai 2008 eingeweiht worden, errichtet auf Beschluss des Deutschen Bundestages nach einem Entwurf des Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Es soll die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus ehren und zugleich "ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen". Zum zehnten Jahrestag des Denkmals hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Denkmal vor einem Jahr besucht und eine viel beachtete Rede gehalten (queer.de berichtete).

In den letzten Monaten hatte es bereits mehrere Attacken auf das Denkmal gegeben. Erst Anfang Juni hatten Unbekannte das Sichtfenster zu der Video-Installation des Denkmals beschmiert (queer.de berichtete). Im Januar wurde ein ähnlicher Anschlag auf das Denkmal festgestellt – wenige Stunden nach einer dortigen Gedenkfeier für die homosexuellen Opfer des NS-Regimes (queer.de berichtete). Auch im Dezember und Oktober 2018 war die Stele mit schwarzer Farbe beschmiert worden (queer.de berichtete). Einmal war das Sichtfenster übermalt worden, ein anderes Mal hatte jemand "HIV" darunter geschrieben.

Im Laufe seines erst elfjährigen Bestehens war das Mahnmal immer wieder beschädigt worden, vor allem im ersten Jahr wurde die Scheibe zur Videoprojektion mehrfach zerschlagen oder zerkratzt. (dk/pm)



#1 FinnAnonym
  • 01.07.2019, 11:34h
  • Vielleicht muss man da wirklich mal Videoüberwachung einführen. Aber bitte mit guten Kameras, so dass solche Täter überführt werden können und für die Wieder-Instandsetzung zur Kasse gebeten werden.
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#2 LotiAnonym
  • 01.07.2019, 11:38h
  • Sehr zum Ärger aller, wird dieses Mahnmal immer wieder mit Farbschmierereien besudelt. Manche fordern daher eine dauerhafte Videoüberwachung, was bisher aber abgelehnt wird.
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#3 Carsten ACAnonym
  • 01.07.2019, 12:28h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Das ist sicher eine Überlegung wert, wenn es dort immer wieder zu Vandalismus kommt.

    Aber genauso wichtig wären z.B. mehr Zivilstreifen, die dort auch mal partouillieren.

    Und wenn dann mal ein Täter gefasst werden (egal ob in flagranti oder durch Video-Auswertung, Zeugen, etc.) sollte der auch in voller Höhe für die Instandsetzung haften müssen und zusätzlich eine Strafe zahlen müssen. Gerne auch Sozialstunden, z.B. jeden Tag das Mahnmal zu putzen.

    Außerdem ist es wichtig, dass solche Beschädigungen sofort entfernt/repariert werden. Je schneller desto besser, denn dann sehen die Täter wie sinnlos das ist und dass das genauso schnell wieder entfernt ist, wie es beschädigt wurde.
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#4 AndreasAnonym
  • 01.07.2019, 12:58h
  • Jede Beschädigung demonstriert die Wichtigkeit des Denkmals.

    Es wäre interessant zu erfahren, in welchem Verhältnis die Schändungen dieses Denkmals zu anderen Denkmälern steht. Ich vermute eine bundesweite Platzierung unter den Top 3.
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#5 SecurityAnonym
  • 01.07.2019, 13:01h
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Solche Typen vermummen sich dann, da bringt eine Kamera nichts. Und Patrollien bringen auch nichts, denn solche Schmierereien werden so schnell angebracht, dass die in wenigen Minuten damit fertig sind. Man muss nur sich verstecken und warten, bis die Wachleute weitergegangen sind.
    Vielleicht sollte man das Mahnmal an einer anderen Stelle platzieren, wo mehr los ist.
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#6 LotiAnonym
  • 01.07.2019, 13:42h
  • Antwort auf #3 von Carsten AC
  • Auch hierzu habe ich leider eine schlechte Nachricht. Die Berliner Polizei ist massiv unterbesetzt. Demnach kann es gar keine Zivilstreife geben. Wir hier in der Hauptstadt können von Dank reden, dass es zumindest jetzt eine polizeiliche Anlaufstelle gibt und ich kann jedem Betroffenen nur raten in dieser Stadt, jeden Vorfall auch zur Anzeige zu bringen. Beim Mahnmal handelt es sich unter Garantie um Wiederholungstäter aus der rechten Szene. Die lachen sich doch eins ins Fäustchen, wenn deren Schmierereien weg gemacht wird, geht der Spaß von vorne los. Unerkannte Videoüberwachung wird es nicht geben, da mit dem Datenschutzgesetz nicht vereinbar.
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#7 FliegenAnonym
  • 01.07.2019, 18:40h
  • ...einfach das Mahnmal auf die andere Straßenseite versetzen, da wird 24 Stunden Dauerüberwacht!!!
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#8 LotiAnonym
#9 KerzmanProfil
  • 02.07.2019, 07:14hPrinceton
  • Ich wundere mich seit Jahren, was Menschen dazu verleitet, ihre andomestizierte Hemmschwelle zu überschreiten und aggressiv gegen Mitglieder von Minderheiten/der community vorzugehen bis hin zur Anwendung von Gewalt bzw. gegen deren Symbole, Gedenkstätten etc. Endlich wurde hier an der Uni ein Seminar zu diesem Thema zum nächsten Semester angekündigt; ich habe heute das Buch Aggression and Violence against Minorities von Edward Prager, das zur Vorbereitung des Seminars empfohlen wurde, in der Research Library bestellt, und hoffe, diesem Problemthema mal auf den Grund zu gelangen und gegebenenfalls später hier darüber berichten zu können, falls Interesse bekundet wird.
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#10 JasperAnonym
  • 02.07.2019, 08:34h
  • Vielleicht sollte man das Mahnmal durch eines ersetzen, wo Vandalismus nicht so leicht ist. Da mal schnell im Vorbeigehen die Scheibe zuzusprühen geht leicht und schnell. Das fällt kaum auf.

    Aber wenn es z.B. eine Skulptur von zwei sich küssenden Männern wäre - auf einem Sockel, dann müsste man erst da hoch klettern und selbst ein paar Farbflecken würden die Sichtbarkeit nicht einschränken, sondern nur zeigen, was es noch immer für Bekloppte gibt.

    Sowas ähnliches wie die Skupturen an der New Yorker Christopher Street, aber halt zusätzlich noch auf einem Sockel... Und vielleicht noch irgendwie mit metallischen Platten in Regenbogenfarben, mit so einer Graffiti-Schutz-Beschichtung, wo Farbe einfach abgewaschen werden kann.

    Das wäre nicht nur vandalismus-sicherer, sondern auch noch sichtbarer als das jetzige Mahnmal, wo der Kuss nur von den Leuten gesehen wird, die da explizit reingucken.

    Und gleichzeitig würde man den Vandalen zeigen: macht nur - dadurch wird das Mahnmal nur noch größer und sichtbarer als bisher aufgebaut.
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