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Zweieinhalb Sekunden Vorsprung

Olympiasiegerin Semenya gewinnt 800-Meter-Rennen in Kalifornien

Die Rennläuferin mit intersexuellen Anlagen sollte nach dem Willen des Leichtathletik-Weltverbandes ohne leistungssenkende Medikamente eigentlich gar nicht bei Turnieren antreten dürfen.


Caster Semenya läuft trotz der Attacken des Weltverbandes IAAF einfach weiter – und lässt die Konkurrenz hinter sich (Bild: Yann Caradec / flickr)

  • 1. Juli 2019, 10:46h, noch kein Kommentar

Unbeirrt vom Dauerstreit mit dem Leichtathletik-Weltverband IAAF um erhöhte Hormonwerte hat Doppel-Olympiasiegerin Caster Semenya mit einem weiteren Sieg ein starkes Zeichen gesetzt. Die 28 Jahre alte Südafrikanerin gewann am Sonntag beim Diamond-League- Meeting in Stanford (US-Bundesstaat Kalifornien) das 800-Meter-Rennen in 1:55,70 Minuten. Semenya blieb damit auch im 31. Finale über zwei Stadionrunden seit September 2015 unbesiegt. Die zweitplatzierte US-Amerikanerin Ajee Wilson (1:58,36) hatte gut zweieinhalb Sekunden Rückstand.

Stanford war der erste Start Semenyas über 800 Meter seit Doha am 3. Mai. Am diesjährigen Schauplatz der WM (27. September bis 6. Oktober) hatte sie in 1:54,98 Minuten die nun weiter gültige Jahresweltbestzeit aufgestellt. Den Weltrekord über 800 Meter hält die Tschechin Jarmila Kratochvilova (1:53,28 Minuten) bereits seit Juli 1983 – es ist der am längsten bestehende der Leichtathletik.

IAAF: Semenya ist "biologisch männlich"

Für die IAAF gehört Semenya zu den "biologisch männlichen Athleten mit weiblichen Geschlechtsidentitäten" (queer.de berichtete). So argumentierte der Verband vor Gerichten zu einer umstrittenen Regelung des Verbands, wonach Läuferinnen mit einem erhöhten Testosteron-Gehalt nicht an Wettbewerben teilnehmen dürften. Die Werte seien notfalls durch Medikamente zu senken.

Semenya wollte in Stanford ursprünglich die 3.000 Meter laufen, hatte sich dann aber für ihre Paradestrecke entschieden. In dem Streit um erhöhte Hormonwerte hatte sie am 31. Mai einen Teilerfolg errungen. Das Schweizerische Bundesgericht setzte die vom Internationalen Sportgerichtshof zunächst bestätigte Regel der IAAF vorübergehend außer Kraft (queer.de berichtete). Damit darf die Südafrikanerin bis auf weiteres auch wieder auf Strecken zwischen 400 Metern und einer Meile (1.609 Meter) antreten. (dpa/cw)