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Homosexuelle "Blutschuld"

Zu LGBTI-freundlich: Polnischer Justizminister geht gegen IKEA vor

Die polnische Regierung legt sich mit dem liberalen schwedischen Möbelhaus an: Anlass ist die Entlassung eines christlichen Mitarbeiters durch IKEA, der Homosexuellen den Tod gewünscht hatte.


Justizminister Zbigniew Ziobro hält die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen für ein Grundrecht aller Christen (Bild: Piotr Drabik / flickr)

Der polnische Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro hat ein Ermittlungsverfahren gegen IKEA angeordnet, weil das schwedische Möbelhaus einen christlichen Mitarbeiter diskriminiert habe. Hintergrund ist die Entlassung von Tomasz K., einem langjährigen IKEA-Angestellten in einer Filiale in Krakau.

K. hatte laut polnischen Medienberichten ein offizielles Diversity-Schreiben des Konzerns kritisiert, nach der sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gleich behandelt werden müssten. Daraufhin zitierte K. in der internen Firmenkommunikation Stellen aus der Bibel, wonach Homosexuelle eine "Blutschuld" auf sich geladen hätten und sterben müssten. Als Reaktion beschwerten sich Kollegen bei der Personalabteilung, die den Christen dann wegen Verstoßes gegen die Antidiskriminierungsrichtlinien des Unternehmens feuerte.

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Justizminister bezeichnet Verhalten IKEAs als "skandalös"

Für Minister Ziobro, ein Mitglied der rechtspopulistischen PiS-Partei von Homo-Hasser Jaroslaw Kaczynski, verstieß der Konzern damit gegen das Antidiskriminierungsgesetz, das die Ungleichbehandlung aufgrund der Religion verbietet. Ziobro bezeichnete das Verhalten des Möbelhauses als "inakzeptabel" und "skandalös". Sein Stellvertreter Marcin Romanovsky ergänzte: "Ich halte [das Verhalten von IKEA] für Diskriminierung und einen Verstoß gegen die Gewissens- und Religionsfreiheit."

Polens Rechtsaußen-Regierung macht bereits seit Jahren gegen LGBTI-Rechte Front. Kaczynski bezeichnete sie kürzlich gar als Bedrohung für die Existenz des Landes (queer.de berichtete). Letztes Jahr sprach sich der polnische Präsident Andrzej Duda außerdem für ein Verbot von Homo-"Propaganda" aus, offenbar nach russischem Vorbild (queer.de berichtete).

Auch auf europäischer Ebene versucht die polnische Regierung, die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zurückzudrängen. So legte Justizminister Ziobro vor einem Dreivierteljahr sein Veto gegen eine gemeinsame Erklärung zur Anwendung der europäischen Grundrechtecharta ein – Grund waren offenbar Passagen zu LGBTI-Rechten (queer.de berichtete). (dk)



#1 AmurPrideProfil
  • 02.07.2019, 16:06hKöln
  • Und wieder einmal wird aus der Religions-/Glaubenfreiheit in Kombination mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung das sog. "Recht" abgeleitet, ungestraft - und in diesem Fall sogar staatlich unterschützt - gegen universelle Menschenrechte hetzen zu dürfen!

    WANN checken diese ewig gestrigen Dummbeutel endlich, das die Menschenrechte das höherwertige (und damit vorrangige) Rechtsgut darstellen, woraus sich, btw, übrigens auch die Grundlage für die Religionsfreiheit ableiten lässt.
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#2 Patrick SAnonym
  • 02.07.2019, 16:21h
  • Bin immer wieder erstaunt, wie christliche Fundis Minderheiten aller Arten diskriminieren und sich nach den zu erwartenden Konsequenzen dann zu ihrem Schutz plötzlich auf Menschenrechte berufen, die sie eben selbst noch mit Füßen getreten haben.
    Scham und Selbstreflexion scheint dieser Bevölkerungsgruppe völlig fremd zu sein.
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#3 LotiAnonym
  • 02.07.2019, 16:35h
  • Antwort auf #2 von Patrick S
  • Eigentlich müsste ich mich schämen für meinen polnischen Nachnamen. Was da gerade so abläuft, geht über mein Verständnis zu Polens Regierung und teilen der Bevölkerung weit hinaus. Ticken diese Religioten noch ganz richtig. Ich kann nur hoffen IKEA bleibt standhaft in ihrem Verhalten und zeigt der Regierung ein scharfes Grinsen.
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#4 DramaQueen24Profil
  • 02.07.2019, 16:42hBerlin
  • "Der polnische Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro hat ein Ermittlungsverfahren gegen IKEA angeordnet, weil das schwedische Möbelhaus einen christlichen Mitarbeiter diskriminiert habe. Hintergrund ist die Entlassung von Tomasz K., einem langjährigen IKEA-Angestellten in einer Filiale in Krakau."

    Merke, in Polen sind alle, die für Gleichheit und Gleichberechtigung sind, des Teufels, nur Christen dürfen diskriminieren, verurteilen, und anderen den Tod wünschen.
    Herr Justizminister, das ist weder christlich noch menschlich, und mit den EU-Richtlinien unvereinbar. Nicht IKEA, sondern Sie gehören an den Pranger gestellt und verurteilt.
    Und mit Ihnen die gesamte PISS-Regierung (ist kein Schreibfehler)
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#5 TomDarkProfil
  • 02.07.2019, 16:49hHamburg
  • Mal abgesehen von seinen verkehrten Ansichten zum Thema Diskriminierung:

    Was geht es einem Minister an, wenn ein Unternehmen wie IKEA einen Mitarbeiter aus berechtigten Gründen feuert ?!?

    Wahrscheinlich ist es die Sehnsucht zu einem Totalitarismus zurückkehren zu wollen!

    Ausgerechnet aus Polen, dass in seiner Geschichte wie kaum ein anderes Land unter Fremdherrschaft und Besatzung gelitten hat, kommen immer wieder diesen faschistischen Töne.

    Aber daran hat man sich ja schon gewöhnt.
    =)
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#6 DramaQueen24Profil
  • 02.07.2019, 16:49hBerlin
  • Antwort auf #3 von Loti
  • IKEA sollte alle ihre Geschäfte schließen. Steuereinnahmen, die verloren gehen, Arbeitsplätze, die ebenfalls verloren gehen, wären die Folgen für Polen, zudem wäre ein "blauer Brief" aus Brüssel mit Strafandrohung und dem Verlust von Kohle und Stimmrecht aus Brüssel ebenfalls hilfreich. Dann würden diese "PISSer" endlich sehen, was sie von ihrer Haltung haben. Geld aus Brüssel kassieren, aber die Menschenrechte für Minderheiten nicht akzeptieren wollen. Die Rosinen herauspicken gibt es nicht! Entweder den ganzen Kuchen, oder gar nichts!
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#7 Traurig aber WahrAnonym
  • 02.07.2019, 16:56h
  • Antwort auf #5 von TomDark
  • Das kann leider daneben gehen, für IKEA.
    Falls es in Polen Diskriminierungsverbote für Religiöse aber nicht für LGBT Menschen gibt.
    Auch unsere Regierung blockiert seit langem eine Antidiskriminierungsrichtlinie in Europa in der LGBTI ausdrücklich erwähnt sind.
    Traurig aber wahr.
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#8 Religioten-WatchAnonym
#9 LotiAnonym
  • 02.07.2019, 18:16h
  • Antwort auf #6 von DramaQueen24
  • Danke für Deine sehr klaren Worte. Ich hielt mich hier zurück, da ich auf rbb24 zum Thema Polen übelst beschimpft wurde von Usern, wie z.B. seien meine Äußerungen über die Polnische Bevölkerung rassistisch. Wobei ich mich nur zu dieser unsäglichen Regierung kritisch geäußert hatte.
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#10 Patrick SAnonym
  • 02.07.2019, 18:30h
  • Antwort auf #8 von Religioten-Watch
  • Tut mir leid, aber ich bleibe dabei, dass Menschen die aufgrund ihres Glaubens Menschen als lebens- und sterbenswert klassifizieren, religiöse Fundamentalisten sind.

    Und ich kann im Übrigen auch keinen Unterschied zu einem Nazi aus den 1940ern erkennen, der die deutsche Bevölkerung in lebens- und sterbenswert einteilt, aufgrund einer Hetzschrift namens Mein Kampf, indem ein Herr Hitler von der Arischen Rasse und Herrenmenschen fantasier.
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