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Homosexuelle "Blutschuld"

Zu LGBTI-freundlich: Polnischer Justizminister geht gegen IKEA vor

Die polnische Regierung legt sich mit dem liberalen schwedischen Möbelhaus an: Anlass ist die Entlassung eines christlichen Mitarbeiters durch IKEA, der Homosexuellen den Tod gewünscht hatte.


Justizminister Zbigniew Ziobro hält die Diskriminierung von Homo- und Trans­sexuellen für ein Grundrecht aller Christen (Bild: Piotr Drabik / flickr)

  • 2. Juli 2019, 13:55h 35 2 Min.

Der polnische Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro hat ein Ermittlungsverfahren gegen IKEA angeordnet, weil das schwedische Möbelhaus einen christlichen Mitarbeiter diskriminiert habe. Hintergrund ist die Entlassung von Tomasz K., einem langjährigen IKEA-Angestellten in einer Filiale in Krakau.

K. hatte laut polnischen Medienberichten ein offizielles Diversity-Schreiben des Konzerns kritisiert, nach der sexuelle und geschlechtliche Minderheiten gleich behandelt werden müssten. Daraufhin zitierte K. in der internen Firmenkommunikation Stellen aus der Bibel, wonach Homosexuelle eine "Blutschuld" auf sich geladen hätten und sterben müssten. Als Reaktion beschwerten sich Kollegen bei der Personalabteilung, die den Christen dann wegen Verstoßes gegen die Antidiskriminierungsrichtlinien des Unternehmens feuerte.

Justizminister bezeichnet Verhalten IKEAs als "skandalös"

Für Minister Ziobro, ein Mitglied der rechtspopulistischen PiS-Partei von Homo-Hasser Jaroslaw Kaczynski, verstieß der Konzern damit gegen das Antidiskriminierungsgesetz, das die Ungleichbehandlung aufgrund der Religion verbietet. Ziobro bezeichnete das Verhalten des Möbelhauses als "inakzeptabel" und "skandalös". Sein Stellvertreter Marcin Romanovsky ergänzte: "Ich halte [das Verhalten von IKEA] für Diskriminierung und einen Verstoß gegen die Gewissens- und Religionsfreiheit."

Polens Rechtsaußen-Regierung macht bereits seit Jahren gegen LGBTI-Rechte Front. Kaczynski bezeichnete sie kürzlich gar als Bedrohung für die Existenz des Landes (queer.de berichtete). Letztes Jahr sprach sich der polnische Präsident Andrzej Duda außerdem für ein Verbot von Homo-"Propaganda" aus, offenbar nach russischem Vorbild (queer.de berichtete).

Auch auf europäischer Ebene versucht die polnische Regierung, die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zurückzudrängen. So legte Justizminister Ziobro vor einem Dreivierteljahr sein Veto gegen eine gemeinsame Erklärung zur Anwendung der europäischen Grundrechtecharta ein – Grund waren offenbar Passagen zu LGBTI-Rechten (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 AmurPride
  • 02.07.2019, 16:06hKöln
  • Und wieder einmal wird aus der Religions-/Glaubenfreiheit in Kombination mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung das sog. "Recht" abgeleitet, ungestraft - und in diesem Fall sogar staatlich unterschützt - gegen universelle Menschenrechte hetzen zu dürfen!

    WANN checken diese ewig gestrigen Dummbeutel endlich, das die Menschenrechte das höherwertige (und damit vorrangige) Rechtsgut darstellen, woraus sich, btw, übrigens auch die Grundlage für die Religionsfreiheit ableiten lässt.
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#2 Patrick SAnonym
  • 02.07.2019, 16:21h
  • Bin immer wieder erstaunt, wie christliche Fundis Minderheiten aller Arten diskriminieren und sich nach den zu erwartenden Konsequenzen dann zu ihrem Schutz plötzlich auf Menschenrechte berufen, die sie eben selbst noch mit Füßen getreten haben.
    Scham und Selbstreflexion scheint dieser Bevölkerungsgruppe völlig fremd zu sein.
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#3 LotiAnonym
  • 02.07.2019, 16:35h
  • Antwort auf #2 von Patrick S
  • Eigentlich müsste ich mich schämen für meinen polnischen Nachnamen. Was da gerade so abläuft, geht über mein Verständnis zu Polens Regierung und teilen der Bevölkerung weit hinaus. Ticken diese Religioten noch ganz richtig. Ich kann nur hoffen IKEA bleibt standhaft in ihrem Verhalten und zeigt der Regierung ein scharfes Grinsen.
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