Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33986

Nahles-Nachfolge

Bekommt die SPD einen schwulen Parteichef?

Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige NRW-Familienministerin Christina Kampmann wollen als Zweierteam gemeinsam für den Vorsitz der Sozialdemokraten kandidieren.


Michael Roth ist seit 2013 Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt (Bild: Susie Knoll)

Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann haben als erstes Duo ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz angekündigt. "Wir beide vertrauen uns gegenseitig. Deshalb trauen wir es uns zu, in einer schwierigen Lage als Team für den Parteivorsitz anzutreten", sagte Kampmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). Roth sagte, die SPD werde derzeit "bestenfalls als ordentlich arbeitender Reparaturbetrieb, aber nicht als spannender Ort großer Debatten und Visionen wahrgenommen". "Das wollen wir ändern."

Kandidaten für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben bis zum 1. September Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Dabei hat der Parteivorstand auch ausdrücklich Teams zur Kandidatur ermutigt – auf dem Wahlparteitag im Dezember soll die Möglichkeit einer Doppelspitze in die Satzung der SPD aufgenommen werden. Anders als bei anderen Parteien sollen sich die Zweierteams schon vor der Wahl finden und zusammen antreten. Potenzielle Kandidaten müssen von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband nominiert werden.

Seit 1996 im Bundestag

"Wir wagen es und freuen uns auf Eure Unterstützung!", schrieb Roth am Dienstagabend auf Twitter. Der 48 Jahre alte offen schwule Sozialdemokrat aus Hessen sitzt seit 1998 im Bundestag und ist seit 2013 Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Die NRW-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann (38) war von 2015 bis 2017 Familienministerin in ihrem Bundesland.

Twitter / MiRo_SPD

Michael Roth hatte sich 2012 mit seinem langjährigen Freund verpartnert. Als Staatsminister hatte er immer wieder für LGBTI-Rechte engagiert. 2015 lud er etwa im Auswärtigen Amt zur Podiumsdiskussion "100% Gleichstellung in Europa – Slowenien und Irland setzen Maßstäbe" (queer.de berichtete). Später gab es einen Runden Tisch zu LGBTI-Rechten im Westlichen Balkan (queer.de berichtete). Als einer der ersten deutschen Politiker kritisierte Roth im Bundestag die Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien und erklärte, die Bundesregierung arbeite daran, die Lage zu verbessern (queer.de berichtete).

Als möglicher Kandidat für den SPD-Parteivorsitz wird auch der ebenfalls offen schwule Juso-Chef Kevin Kühnert gehandelt. (cw/dpa)



#1 Patroklos
  • 03.07.2019, 08:24h
  • Zwei SPD-Politiker, die keiner kennt, wollen sich an die Spitze der Partei wählen lassen! Der ehemalige Vorsitzende Franz Müntefering hatte das Amt des Parteivorsitzenden als Das schönste Amt neben Papst" betitelt und ich frage mich, ob er das heute auch noch sagen würde.

    Wenn schon einen schwulen Parteivorsitzenden, dann wäre Johannes Kahrs genau der richtige für den Job.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 03.07.2019, 08:27hHannover
  • Da ist ein Schleudersitz zu besetzten..

    Ob sich Michael Roth, Christina Kampmann oder auch Kevin Kühnert das antun wollen, müssen sie sich selber gut überlegen, denn noch immer ist dieser Partei-Vorsitz untrennbar mit der Idee verbunden automatisch für die Kanzlerschaft zur Verfügung zu stehen, und die SPD verheizt gerne mal ihr "Personal" auch in internen Machtkämpfen, anstatt sich politisch mit dem verblassen ihres Profils zu beschäftigen..
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FinnAnonym
  • 03.07.2019, 08:41h
  • " Als einer der ersten deutschen Politiker kritisierte Roth im Bundestag die Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien und erklärte, die Bundesregierung arbeite daran, die Lage zu verbessern"

    War aber nicht sonderlich erfolgreich. Denn es hat sich nichts gebessert, das Thema wird nur jetzt totgeschwiegen - wahrscheinlich damit niemand merkt, dass sich nicht gebessert hat.

    Würde Herr Roth sich nicht um die Parteiraison kümmern und sich auch heute noch hinstellen und sagen, dass seine Partei diesbezüglich nichts verändert hat, dann hätte er meinen Respekt. Aber so ist das alles nur das ewige Blabla "Man müsste", "Man sollte", etc.

    Alles nur die üblichen Absichtserklärungen und anderes Polit-Blabla. Aber in der Realität zählen nur mal nur Taten und keine Absichtserklärungen, was man gerne tun würde, aber dann doch nicht tut.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 zundermxeAnonym
  • 03.07.2019, 08:43h
  • Oute mich mal als mittlerweile zumindest teils SPD-nahestehend.
    Ohje!
    Wobei es mir nicht um die SPD seit der katastrophalen Schröder-Zeit geht (bis heute ist die Befreiung aus dieser Phase nicht glaubhaft vollzogen).
    Vielmehr wofür die SPD zumindest bis Brandt und in Teilen bis Schmidt im Bund stand. Aber vor allem in Zukunft wieder stehen sollte und muss.
    Obwohl mir viele der aktuellen Inhalte und Aussagen der Grünen deutlich mehr zusprechen und auch die Linke bei einigen Themen klarere Positionen vertritt.
    Perspektivisch braucht es mMn aber einen deutlich reformierten sozialdemokratischen Ansatz wenn es überhaupt gelingen kann die bis heute aktuellen Themen nachhaltig und für eine möglichst große Mehrheit der Menschen sozialverträglich (und somit nachhaltig) zu bearbeiten und zu lösen.
    Dies würde ich zwar auch Habeck als Person zutrauen - nicht aber den Grünen als Partei auf lange Sicht.
    Die Linke, die ich einerseits sehr mag, scheidet für mich jedoch zu allererst wegen ihrer verheerenden Moskau-Blindheit im Bund vollkommen aus.
    Grüne wie Linke treten im Bund sehr dogmatisch auf und lassen mMn bei bestimmten Themen keine differenzierte Sicht zu, die zu realistischen Lösungsansätzen komplexer Themen nötig wäre. Inhaltlich klare Aussagen für fachlich konkrete Lösungen sind dagegen nicht wirklich immer vorhanden. Opposition halt.

    Mir ist es erstmal vollkommen gleichgültig, ob die neue SPD-Spitze persönlich queer ist oder nicht. Sicher würde es erstmal freuen, wenn es so käme. Jedoch ist entscheidend, dass die neue SPD-Spitze u.a. offensiv und konstruktiv Politik für Menschen macht. Queer ist da für mich ein selbstverständlicher Bestandteil.

    Egal, wie die Chancen stehen: die einzige der breiten Öffentlichkeit bekannte Person innerhalb der SPD, der ich langfristig zutraue der SPD Programm, Glaubwürdigkeit und Seele zurück zu geben, ist Kevin Kühnert.
    Leider scheint diese Vorsitzende-Wahl für ihn persönlich noch zu früh zu kommen. Sollte er allerdings kandidieren und gewählt werden, würde ich sofort Parteimitglied werden.
    Vorwärts Kevin!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FinnAnonym
  • 03.07.2019, 08:45h
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • Genau das ist das Problem der SPD:
    die kapieren immer noch nicht, dass es nicht um Köpfe, sondern um Inhalte geht.

    Die können noch so viele Personen auf dem Personalkarussell fahren lassen - solange sich nicht endlich etwas inhaltlich ändert (und zwar grundlegend) wird die SPD immer weiter sinken. Und irgendwann ist dann auch ein Punkt erreicht, wo sie so bedeutungslos ist, dass selbst bei einer inhaltlichen Neuausrichtung keine Rettung mehr möglich ist. Und dieser Punkt ist nicht mehr weit. Aber nein, stattdessen diskutiert die SPD lieber übers Personal statt über Inhalte.

    Die sollen lieber mal überlegen, was sich inhaltlich ändern muss. Dann ist es auch relativ egal, wer dafür seinen Kopf in die Kameras hält.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LotiAnonym
  • 03.07.2019, 08:50h
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • Wieso nicht gleich zwei Schwule auf diesem Posten. K.Künert zeigt Stärke und ist schlau. Und der Roth würde als Kanzlerkandidat sicherlich zumindest für einigen Wirbel sorgen und das ist auch gut so. Ein Umbruch muß her in der SPD und zwar zügig. Junges, frisches Gemüse muß her. Um es salopp auszudrücken. Dann wäre ich auch bereit, weiterhin die SPD zu Wählen. In der Basis rumort es und die Jungen Mitglieder in dieser Partei stehen schon in den Startlöchern.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 LotiAnonym
#8 Carsten ACAnonym
  • 03.07.2019, 09:02h
  • Was soll das denn bringen?

    Sorry, aber manchmal habe ich das Gefühl, die SPD will mit ihrem andauernden Kasperle-Theater nur von ihrer inhaltlichen Leere ablenken.

    Auch Herr Roth ist seit 1998 Mitglied des Bundestags (also seit über 20 Jahren!!). Auch er hat in dieser Zeit immer brav der Fraktionsdisziplin (die eigentlich gegen Art. 38 GG verstößt) gefolgt und zwar viel geredet, dann aber doch immer der Parteilinie gefolgt.

    Und er ist seit 2017 Mitglied des Parteivorstands. Hat aber dennoch der erneuten Groko zugestimmt und dafür geworben. Obwohl man damit nicht nur das Versprechen keiner erneuten Groko gebrochen hat, sondern auch so ziemlich alle anderen Wahlversprechen aufgeben musste.

    Ob schwul oder nicht ist egal, wenn er letztlich genau so ein treuer Mitläufer und Karrierist wie die anderen ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Carsten ACAnonym
  • 03.07.2019, 09:04h
  • Antwort auf #3 von Finn
  • Wer soll denn so eine inhaltliche Neuausrichtung vornehmen?

    Die letzten echten Sozialdemokraten haben die SPD doch spätestens unter Gerhard Schröder, Peer Steinbrück, Wolfgang Clement & Co verlassen...

    Diejenigen, die jetzt noch in dieser Partei sind, das sind doch alles Leute, die mit der alten SPD eines Willy Brandt nichts mehr zu tun haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Carsten ACAnonym
  • 03.07.2019, 09:07h
  • Antwort auf #4 von zundermxe
  • ---------------------------------
    Wobei es mir nicht um die SPD seit der katastrophalen Schröder-Zeit geht (bis heute ist die Befreiung aus dieser Phase nicht glaubhaft vollzogen).
    Vielmehr wofür die SPD zumindest bis Brandt und in Teilen bis Schmidt im Bund stand.
    -------------------------------

    Das Problem ist nur:
    die heutige SPD ist eben die von Schröder, Steinbrück, Clement & Co geprägte. Die Leute, die noch der SPD unter Brandt entspringen, sind entweder tot oder längst zu anderen Parteien abgewandert bzw. haben sich resigniert ganz aus der Politik zurückgezogen.

    Wenn Du wieder eine SPD a la Brandt willst, müsstest Du alle Mitglieder rausschmeißen und eine komplett neue Partei aufbauen.
  • Antworten » | Direktlink »