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Nahles-Nachfolge

Bekommt die SPD einen schwulen Parteichef?

Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige NRW-Familienministerin Christina Kampmann wollen als Zweierteam gemeinsam für den Vorsitz der Sozialdemokraten kandidieren.


Michael Roth ist seit 2013 Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt (Bild: Susie Knoll)
  • 3. Juli 2019, 02:59h 63 2 Min.

Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann haben als erstes Duo ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz angekündigt. "Wir beide vertrauen uns gegenseitig. Deshalb trauen wir es uns zu, in einer schwierigen Lage als Team für den Parteivorsitz anzutreten", sagte Kampmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). Roth sagte, die SPD werde derzeit "bestenfalls als ordentlich arbeitender Reparaturbetrieb, aber nicht als spannender Ort großer Debatten und Visionen wahrgenommen". "Das wollen wir ändern."

Kandidaten für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben bis zum 1. September Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Dabei hat der Parteivorstand auch ausdrücklich Teams zur Kandidatur ermutigt – auf dem Wahlparteitag im Dezember soll die Möglichkeit einer Doppelspitze in die Satzung der SPD aufgenommen werden. Anders als bei anderen Parteien sollen sich die Zweierteams schon vor der Wahl finden und zusammen antreten. Potenzielle Kandidaten müssen von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband nominiert werden.

Seit 1996 im Bundestag

"Wir wagen es und freuen uns auf Eure Unterstützung!", schrieb Roth am Dienstagabend auf Twitter. Der 48 Jahre alte offen schwule Sozialdemokrat aus Hessen sitzt seit 1998 im Bundestag und ist seit 2013 Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Die NRW-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann (38) war von 2015 bis 2017 Familienministerin in ihrem Bundesland.

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Michael Roth hatte sich 2012 mit seinem langjährigen Freund verpartnert. Als Staatsminister hatte er immer wieder für LGBTI-Rechte engagiert. 2015 lud er etwa im Auswärtigen Amt zur Podiumsdiskussion "100% Gleichstellung in Europa – Slowenien und Irland setzen Maßstäbe" (queer.de berichtete). Später gab es einen Runden Tisch zu LGBTI-Rechten im Westlichen Balkan (queer.de berichtete). Als einer der ersten deutschen Politiker kritisierte Roth im Bundestag die Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien und erklärte, die Bundesregierung arbeite daran, die Lage zu verbessern (queer.de berichtete).

Als möglicher Kandidat für den SPD-Parteivorsitz wird auch der ebenfalls offen schwule Juso-Chef Kevin Kühnert gehandelt. (cw/dpa)

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#1 PatroklosEhemaliges Profil
  • 03.07.2019, 08:24h
  • Zwei SPD-Politiker, die keiner kennt, wollen sich an die Spitze der Partei wählen lassen! Der ehemalige Vorsitzende Franz Müntefering hatte das Amt des Parteivorsitzenden als Das schönste Amt neben Papst" betitelt und ich frage mich, ob er das heute auch noch sagen würde.

    Wenn schon einen schwulen Parteivorsitzenden, dann wäre Johannes Kahrs genau der richtige für den Job.
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#2 TheDad
  • 03.07.2019, 08:27hHannover
  • Da ist ein Schleudersitz zu besetzten..

    Ob sich Michael Roth, Christina Kampmann oder auch Kevin Kühnert das antun wollen, müssen sie sich selber gut überlegen, denn noch immer ist dieser Partei-Vorsitz untrennbar mit der Idee verbunden automatisch für die Kanzlerschaft zur Verfügung zu stehen, und die SPD verheizt gerne mal ihr "Personal" auch in internen Machtkämpfen, anstatt sich politisch mit dem verblassen ihres Profils zu beschäftigen..
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#3 FinnAnonym
  • 03.07.2019, 08:41h
  • " Als einer der ersten deutschen Politiker kritisierte Roth im Bundestag die Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien und erklärte, die Bundesregierung arbeite daran, die Lage zu verbessern"

    War aber nicht sonderlich erfolgreich. Denn es hat sich nichts gebessert, das Thema wird nur jetzt totgeschwiegen - wahrscheinlich damit niemand merkt, dass sich nicht gebessert hat.

    Würde Herr Roth sich nicht um die Parteiraison kümmern und sich auch heute noch hinstellen und sagen, dass seine Partei diesbezüglich nichts verändert hat, dann hätte er meinen Respekt. Aber so ist das alles nur das ewige Blabla "Man müsste", "Man sollte", etc.

    Alles nur die üblichen Absichtserklärungen und anderes Polit-Blabla. Aber in der Realität zählen nur mal nur Taten und keine Absichtserklärungen, was man gerne tun würde, aber dann doch nicht tut.
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